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28.02.2011
AG Energiebilanzen

2010 steigt Energieverbrauch um 4,6 %

Mit 14.057 Petajoule (PJ), das entspricht knapp 480 Mio. t SKE (Steinkohleneinheiten) und einem Zuwachs von 4,6 % ist 2010 der Primärenergieverbrauch nahezu auf das Niveau vor dem konjunkturellen Einbruch im Jahr 2009 zurückgekehrt. Wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) in ihrem jetzt erschienenen Jahresbericht 2010 darlegt, stieg der Energieverbrauch deutlich stärker als die wirtschaftliche Entwicklung. Die Verbrauchsentwicklung der verschiedenen Energieträger wurde 2010 durch den Konjunkturverlauf sowie die deutlich kühlere Witterung geprägt.

Höherer Verbrauch bei allen Energieträgern


Der Verbrauch an Mineralöl stieg um gut 1 % auf 4727 PJ. Der Erdgasverbrauch erhöhte sich um 4,2 % auf 3063 PJ. Der Verbrauch an Steinkohle, der im Vorjahr besonders stark eingebrochen war, stieg kräftig um mehr als 15 % auf 1694 PJ. Der Primärenergieverbrauch an Braunkohle lag mit 1510 PJ leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die inländischen Kernkraftwerke steigerten ihren Beitrag zum Primärenergieverbrauch um rund 4 % auf 1532 PJ.

Erneuerbare trugen 9,4 % vom Primärenergieverbrauch


Erneuerbaren Energien trugen mit 1320 PJ zur Energiebilanz bei, das war etwa 10 % mehr als im Vorjahr: Die Stromerzeugung aus Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) stieg um reichlich 3 %, die der Windkraft ging dagegen vor allem wegen ungünstigerer Windverhältnisse um 5,5 % zurück. Einen gewaltigen Sprung machte die Photovoltaik: Ihr Beitrag wuchs um mehr als 80 %. Biomasse und Biokraftstoffe konnten um 12 % beziehungsweise knapp 4 % zulegen. Im Zuge dieser Entwicklung vergrößerte sich der Anteil aller erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch von 8,9 auf 9,4 %.

CO2-Emissionen stiegen um ca. 4 %


Der höhere Energieverbrauch führte zu einem Anstieg des energiebedingten CO2-Ausstoßes, da sich nach den Berechnungen der AG Energiebilanzen beim Mix der Energieträger 2010 nur geringfügige Veränderungen ergaben und etwa zwei Drittel des gesamten Verbrauchszuwachses auf kohlenstoffhaltige Energieträger entfielen. Die Zunahme der energiebedingten CO2-Emissionen dürfte etwa 4 % betragen.

Erneuerbare deckten 16,5 % der Bruttostromerzeugung


Der Bruttostromverbrauch in Deutschland stieg 2010 mit 4,3 % nur wenig schwächer als der Primärenergieverbrauch, blieb aber ebenfalls noch unter dem Niveau des Jahres 2008. Die Bruttostromerzeugung erhöhte sich 2010 im Vergleich zum Vorjahr mit 4,7 % etwas stärker als der Bruttostromverbrauch. Besonders stark erweitert wurde die Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energieträger (+7,8 %), von Steinkohle (+7,5 %) sowie von Erdgas (+7,2 %). Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke nahm um 4,2 % und die der Braunkohlenkraftwerke um 1 % zu. Der Anteil der erneuerbaren Energieträger an der gesamten Bruttostromerzeugung erhöhte sich von 16,0 auf 16,5 %. ■

Download: Ausführlicher Bericht zur Entwicklung des Primärenergieverbrauchs.
Jochen Vorländer

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