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Referenzprojekt Rockwool

Die richtigen Dämmstoffe wählen: Steinwolle für Wärme-, Brand- und Kälteschutz

Das „Kompetenzzentrum Mobilität Aachen“ (KMAC) (Bild 1) wurde vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW für die FH Aachen errichtet, entworfen wurde der Neubau vom studioMDA, New York.

Die Dämmung der TGA verantwortete Dohlen Isoliertechnik aus dem nahen Stolberg. Dabei ging es um die Isolierung von Leitungen für die Wasser- und Wärmeversorgung sowie die Klimatisierung der rund 5000 m2 Nutzfläche sowie die brandschutztechnische Abschottung von Leitungen in Wänden und Decken. Geschäftsführer und Isoliermeister Udo Dohlen: „Als wir anhand der Pläne erkannten, vor welche Herausforderungen uns die Arbeiten im Gebäude stellen würden, haben wir vorgeschlagen, komplett mit Systemen von Rockwool zu arbeiten.“

Steinwolle für alle Anwendungen

Auf den warmgehenden Leitungen im KMAC verarbeitete das Dohlen-Team Rockwool 800, eine seit Jahrzehnten bewährte Rohrschale für die Wärmedämmung und fester Bestandteil des R90-Brandschutzsystems Conlit.

Bei Wand- und Deckendurchgängen setzte das Unternehmen auf die nichtbrennbare, kunstharzgebundene und druckfeste Steinwolle-Brandschutzschale Conlit 150U (Bild 5).

Die Regenwasserrohre, die Wasser vom Flachdach innerhalb des Gebäudes ableiten, wurden mit Rockwool Klimarock isoliert. Für die Isolierung der kaltgehenden Leitungen schließlich schrieb der Planer nach Beratung durch den Isoliermeister das Teclit-System aus.

Die Systemkomponenten des vor wenigen Jahren in den Markt eingeführten Teclit-Systems weisen infolge eines speziellen Herstellungsverfahrens eine hohe Druckfestigkeit auf und sind dennoch sehr anpassungsfähig.

„Wir schätzen die besondere Beschaffenheit der Rohrschalen und Lamellenmatten, die wir seit etwa drei Jahren regelmäßig verarbeiten, inzwischen sehr“, erklärt Dohlen, „denn sie sind leicht und schnell zu montieren. Außerdem ist das Teclit-System optimal zusammen mit dem Conlit-System zu verarbeiten, das wir schon seit Jahrzehnten nutzen. Indem wir rundum auf Steinwolle setzen, sind wir auch für den Fall gerüstet, dass z. B. eine Kabelabschottung oder eine Abschottung von Lüftungsleitungen nach DIN 18 017 dazukommt.“

100 m3 Steinwolle aus 1 m3 Rohstoff

Steinwolle entsteht durch die Verschmelzung von Stein, Kalkstein, Recycling-Formsteinen und Zuschlagsstoffen bei 1500 °C in einem koksbeheizten Kupolofen. Anschließend wird die Gesteinsschmelze zerfasert, dabei werden bereits Binde- und Imprägniermittel zugesetzt, um den Produkten Stabilität und wasserabweisende Eigenschaften zu geben. Abschließend wird die Steinwolle auf ca. 200 bis 230 °C erhitzt, um die Bindemittel auszuhärten und das Material für die Endbearbeitung zu stabilisieren. Aus 1 m3 Rohstoff gewinnt man rund 100 m3 Steinwolle. Die Verdichtung, der Bindemittelgehalt und die Orientierung der Fasern sind für die Produkteigenschaften ausschlaggebend.
 

Bild 2 Rund 5500 m warm- und kaltgehende Leitungen wurden mit Rockwool-800- bzw. Teclit-PS-Cold-Rohrschalen isoliert.

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Bild 2 Rund 5500 m warm- und kaltgehende Leitungen wurden mit Rockwool-800- bzw. Teclit-PS-Cold-Rohrschalen isoliert.

5500 Rohrmeter sicher isoliert

Rund 4500 m warmgehende Leitungen und über 1000 m kaltgehende Leitungen isolierte das Dohlen-Team zwischen Oktober 2019 und September 2020 mit Rockwool 800 bzw. Teclit PS Cold (Bild 2). Rund 100 m2 Teclit LM Cold wurden zudem zur Dämmung von Armaturen verarbeitet und mehr als 400 Abschottungen mit Conlit-Brandschutzsystemen ausgeführt. In enger Absprache mit der Gerhard Neuefeind GmbH, dem Installationsfachbetrieb, konnte die Ausführung aller Arbeiten termingerecht erfolgen.

Daran nicht ganz unschuldig sei vor allem die Ausschreibung des Teclit-Systems durch den Planer gewesen, berichtet Dohlen. „Wir empfehlen Produkte und erklären ihre Stärken, beispielsweise dass wir in der Verarbeitung mit Teclit einfach schneller vorankommen. Aber natürlich zögert der eine oder andere, ein noch relativ neues System auszuschreiben. Umso schöner, wenn Planer sich dann doch unserer Einschätzung anschließen.“

Schneller Isolieren durch entfallene Wartezeiten

Dämmmatten und -schalen ebenso wie die Klebebänder des Teclit-Systems sind extrem sicher und angenehm zu verarbeiten, erklärt Patrick Schubert, Isoliermeister und Projektleiter bei Dohlen Isoliertechnik, der mit durchschnittlich drei Kollegen im KMAC gearbeitet hat.

„Das System hat in einem komplexen Leitungssystem mit Ventilen, Bögen und Flanschen einen ganz klaren Vorteil durch die problemlose Montage, die Verarbeitung ist ‚extrem angenehm‘. Der Zeitaufwand für die Installation liegt deutlich unter dem für die Verarbeitung anderer, in der Kältedämmung bisher üblichen Materialen. Beispielsweise entfallen Wartezeiten für das Ablüften eines Klebers.“

Dabei unterscheide sich das Teclit-System hinsichtlich seiner Montage kaum von einer Rockwool-Wärmedämmung, so Schubert: „Die Aluminiumkaschierung aller systemrelevanten Dämmschalen und -matten ist extrem belastbar. Nicht nur im Betrieb, sondern auch schon in der Bauphase sind sie aufgrund der Glasfasernetzverstärkung und stärkerer Alufolien weniger anfällig für Beschädigungen. Zur sachgerechten und qualitativ hochwertigen Verarbeitung schult der Hersteller.“

Bild 3 Die mit Steinwolle isolierten Teclit Hanger wurden als Halterungssystem für die kaltgehenden Rohrleitungen genutzt. Das ermöglicht einen sicheren Anschluss der Leitungsdämmung.

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Bild 3 Die mit Steinwolle isolierten Teclit Hanger wurden als Halterungssystem für die kaltgehenden Rohrleitungen genutzt. Das ermöglicht einen sicheren Anschluss der Leitungsdämmung.

Kälteleitungen richtig dämmen

Um eine optimale Isolierung der Kälteleitungen zu erreichen, setzte Neuefeind zu deren Befestigung an Decken und Wänden ein spezielles, von Rockwool entwickeltes, nichtbrennbares Halterungssystem ein. Jeder Teclit Hanger Bild 3 umschließt die Rohrleitung mit einem Dämmkern aus druckfester nichtbrennbarer Steinwolle und minimiert so den Wärmeeintrag bzw. das Risiko einer Kältebrücke.

Auch der Steinwolle-Kern der Teclit Hanger ist mit einer glasfasernetzverstärkten Aluminiumfolie kaschiert und macht den Anschluss der Rohrdämmung Bild 4, die der Isolierer einbaut, besonders sicher. Die Teclit Hanger mit 2-in-1-Verbindungsmutter sind für Rohre mit einem Durchmesser von da 6 bis zu 429 mm mit auf den Bedarf abgestimmten Dämmdicken lieferbar.

Dohlen hat das Teclit-System in den drei Jahren seit seiner Markteinführung auch aufgrund seines breiten Anwendungsspektrums zu schätzen gelernt: „Das Isoliersystem ist für den Einsatz auf Kühlleitungen und auch auf Trinkwasserleitungen aus Stahl, Edelstahl, Kupfer und Kunststoff geeignet.“

Die Standard-Dämmstärken sind auf die ins Gebäudeenergiegesetz (GEG) übertragenen EnEV-Anforderungen und den Anforderungen aus DIN 1988-200 zum Schutz vor Tauwasser und zur Vorbeugung vor einer Trinkwassererwärmung abgestimmt. In haustechnischen Anlagen, die beispielsweise im Sommer zum Kühlen und im Winter zum Heizen mit wechselnden Temperaturen betrieben werden, erfüllt das Teclit-System zugleich die Anforderungen an eine Kälte- und Wärmedämmung nach EnEV / GEG.

Bild 4 Die geschlitzte Teclit-PS-Cold-Rohrschale wird über die Leitung geschoben, die selbstklebenden Überlappungen der Aluminiumkaschierung werden mit einem Spatel glatt angedrückt. Stöße zwischen zwei Rohrschalen werden mit dem „Teclit Alutape“ sicher umwickelt und verklebt. Eine Sicherungsverklebung nach DIN 4140 bietet eine einfache Lagesicherung.

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Bild 4 Die geschlitzte Teclit-PS-Cold-Rohrschale wird über die Leitung geschoben, die selbstklebenden Überlappungen der Aluminiumkaschierung werden mit einem Spatel glatt angedrückt. Stöße zwischen zwei Rohrschalen werden mit dem „Teclit Alutape“ sicher umwickelt und verklebt. Eine Sicherungsverklebung nach DIN 4140 bietet eine einfache Lagesicherung.
Bild 5 Bei den Wanddurchdringungen wurde zunächst die Conlit 150 U fachgerecht eingebaut, verklebt und für den Anschluss der weiterführenden Dämmung vorbereitet. Anschließend wurde die nichtbrennbare Längsdämmung mit Teclit-PS-Cold-Rohrschalen auf kaltgehenden und mit Rockwool-800-Rohrschale auf warmgehenden Leitungen angeschlossen.

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Bild 5 Bei den Wanddurchdringungen wurde zunächst die Conlit 150 U fachgerecht eingebaut, verklebt und für den Anschluss der weiterführenden Dämmung vorbereitet. Anschließend wurde die nichtbrennbare Längsdämmung mit Teclit-PS-Cold-Rohrschalen auf kaltgehenden und mit Rockwool-800-Rohrschale auf warmgehenden Leitungen angeschlossen.
Bild 6 Schablonen auf den Verpackungen der Teclit PS Cold erleichtern den Zuschnitt der Isolierung für einen Rohrbogen.

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Bild 6 Schablonen auf den Verpackungen der Teclit PS Cold erleichtern den Zuschnitt der Isolierung für einen Rohrbogen.

Abnahmen stets ohne Beanstandungen

In allen Projekten, in denen sein Unternehmen mit Rockwool-Systemen gearbeitet hat, sei die Abnahme der Isolierung ohne Beanstandung erfolgt, erinnert sich Unternehmer Dohlen. „Das ist für uns natürlich das Wichtigste. Die Stärken der Steinwolle sind für das Team während der Verarbeitung viel wert, aber am Schluss arbeiten wir in einem sicherheitsrelevanten Gewerk, an dessen Arbeit hohe Ansprüche gestellt werden. Schön, wenn dann auch das Ergebnis unseres Einsatzes für gut befunden wird.“

Für notwendige Flure nach MLAR

Die Rohrschale Teclit PS Cold sowie der Teclit Hanger sind als nichtbrennbar nach DIN 13 501 mit A2L-s1, d0 klassifiziert. Somit ist der Einsatz des Systems an Rohrleitungen in notwendigen Fluren nach MLAR zulässig. Bei der Verwendung auf brennbaren Rohrleitungen in Rettungswegen sind keine weiteren Maßnahmen nach MLAR notwendig. Werden mit dem Teclit-System gedämmte Rohrleitungen durch feuerwiderstandsfähige Bauteile wie Wände oder Decken geführt, so kann ihre Abschottung mit dem bewährten Conlit-Brandschutzsystem erfolgen.
 

Dieser Artikel ist eine Überarbeitung des Artikels „Steinwolle für Wärme-, Brand- und Kälteschutz“, erschienen in TGA 01-2021.