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Industrielle Vorfertigung

Tecesystem: Planung und Aus­führung neu verzahnt

Bild 1 Industriell vorgefertigt entstehen projektspezifische Installationswände unter kontrollierten Bedingungen – eine Grundlage für eine hohe Ausführungsqualität und planbare Bauabläufe.

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Bild 1 Industriell vorgefertigt entstehen projektspezifische Installationswände unter kontrollierten Bedingungen – eine Grundlage für eine hohe Ausführungsqualität und planbare Bauabläufe.

Der Artikel kompakt zusammengefasst

  • Vom Bauablauf zum Systemprozess: Mit Tecesystem und Tecesystem-Pro wird die Sanitärinstallation von einer Einzelfertigung auf der Baustelle zum Systemprozess der Vorfertigung weiterentwickelt.
  • Arbeitsschritte werden ins Werk verlagert und unter kontrollierten Bedingungen ausgeführt, die Tätigkeiten auf der Baustelle konzentrieren sich auf klar definierte Montageprozesse.
  • Das Ergebnis ist ein Bauablauf mit höherer Planbarkeit, reduzierter Komplexität und klar strukturierten Verantwortlichkeiten – sowohl in der Planung als auch in der Ausführung.

Die Sanitärinstallation auf der Baustelle ist in der klassischen Ausführung durch eine Vielzahl einzelner Arbeitsschritte geprägt. Der Ablauf ist koordinationsintensiv und von äußeren Einflüssen abhängig. Mit der industriellen Vorfertigung von Tece wird dieser Prozess strukturell verändert. Sonst auf der Baustelle aus Einzelkomponenten erstellte Installationswände und Schächte werden mit eingespielten Abläufen beim Hersteller vollständig vorgefertigt.

Beim All-Inclusive-Paket Tecesystem werden Installationswände und Schächte nicht mehr aus Einzelkomponenten auf der Baustelle zusammengefügt, sondern beim Hersteller mit eingespielten Abläufen vollständig vorgefertigt. Die ausgelieferten Elemente enthalten bereits die komplette Verrohrung, Sanitärmodule, Zähler- und Absperreinheiten sowie vorbereitete Lösungen für Lüftung und Brandschutz. Was zuvor Schritt für Schritt vor Ort entstand, wird als funktionale Einheit produziert und just-in-time montagefertig angeliefert.

„Der größte Mehrwert liegt für mich klar darin, dass wir komplexe haustechnische Anforderungen systematisch lösen, statt sie auf der Baustelle in viele kleine Einzelschritte aufzuteilen,“ beschreibt Daniel Kobold, Key-Account-Manager bei Tece, die Vorteile der vorgefertigten Installationswände.

Vor- oder Trennwand: Die Einbausituation entscheidet

Bild 2 Werden bereits in der frühen Planungsphase Installationszonen, Leitungsführungen und Schnittstellen zu anderen Gewerken definiert, lassen sich die Potenziale der industriellen Vorfertigung voll ausschöpfen.

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Bild 2 Werden bereits in der frühen Planungsphase Installationszonen, Leitungsführungen und Schnittstellen zu anderen Gewerken definiert, lassen sich die Potenziale der industriellen Vorfertigung voll ausschöpfen.

Wie die vorgefertigte Installationswand ausgeführt wird, richtet sich nach der jeweiligen Einbausituation. Tecesystem kommt typischerweise als Vorwand zum Einsatz. Dabei wird die Installationswand vor einer bestehenden Wand angeordnet. Tecesystem-Pro ermöglicht darüber hinaus die Ausführung als Installationstrennwand und bietet sich beispielsweise besonders in Hotels zwischen zwei Bädern oder in Mikroappartements zwischen Bad und Küche an. Durch die beidseitige Nutzung kann zusätzlich die Bautiefe verringert und die vorhandene Fläche effizienter genutzt werden.

Von der frühen Planung bis zur Fertigungsfreigabe

Unabhängig von der gewählten Ausführung empfiehlt es sich, die industrielle Vorfertigung bereits in der Vorentwurfs- und Entwurfsplanung (LPH 2 und LPH 3) zu berücksichtigen. So können Installationszonen, Schachtlagen und Leitungsführungen frühzeitig auf die Vorfertigung abgestimmt und deren Potenziale bestmöglich ausgeschöpft werden.

Grundlage für eine erfolgreiche Planung mit Tecesystem ist ein projektspezifisches Anforderungsprofil, auf dessen Basis Konzept, Grundvarianten und Fertigungsplanung entwickelt werden. In der frühen Planung werden grundlegende Entscheidungen zu Installationszonen, Schachtlagen und Leitungsführungen getroffen. In einzelnen Projekten kann die Vorfertigung auch noch in der Vergabephase als Alternative eingebracht werden, häufig auf Initiative des ausführenden SHK-Unternehmens.

Bild 3 Tecesystem Installationswände werden als vollständig vorgefertigte Installationselemente – wie hier als Trennwand zwischen Bad und Küche – auf der Baustelle montiert.

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Bild 3 Tecesystem Installationswände werden als vollständig vorgefertigte Installationselemente – wie hier als Trennwand zwischen Bad und Küche – auf der Baustelle montiert.

Ein wesentlicher Bestandteil der Planung ist die frühzeitige Definition der Schnittstellen zu anderen Gewerken. Gemeinsame Abstimmungen, etwa mit Trockenbau und Elektro, ermöglichen es, Schachtbelegungen, Leitungswege und Abschottungen frühzeitig festzulegen. Bei der Anwendung als Installationstrennwand ist die frühe Einbindung besonders relevant, da sie selbst Teil der Raumaufteilung ist und damit noch stärker in die Gebäudeplanung sowie die Abstimmung mit anderen Gewerken eingreift.

Die spätere Detailplanung der einzelnen Baugruppen wird über Freigabezeichnungen verbindlich festgelegt. Dafür werden Werkplanung, Gebäudeschnitte, Bad-Detailplanung und die TGA-Planung herangezogen. Die Planung erfolgt auf Basis gängiger CAD-Systeme und kann in BIM-Modelle integriert werden. IFC-Exporte ermöglichen die Weiterverarbeitung in digitalen Planungsprozessen und schaffen eine durchgängige Datengrundlage.

Für die Ausschreibung werden die projektspezifischen Baugruppen in wiederkehrende Typen gegliedert und als entsprechende Textbausteine für das Leistungsverzeichnis bereitgestellt. So lassen sich beispielsweise zahlreiche Einzelbaugruppen in wenige Grundvarianten zusammenfassen und als LV-Positionen kalkulieren.

Nach der Vergabe werden die Fertigungszeichnungen gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen abgestimmt und für die Produktion freigegeben. Außerdem unterstützt Tece sowohl bei der Spezifikation und Dokumentation als auch bei der Abstimmung von Brandschutz, Baustellenlogistik und Zuwegung.

Bild 4 Just-in-time auf die Baustelle geliefert: Die vorgefertigten Installationswände werden transportsicher gebündelt angeliefert und an den Baufortschritt angepasst montagefertig bereitgestellt.

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Bild 4 Just-in-time auf die Baustelle geliefert: Die vorgefertigten Installationswände werden transportsicher gebündelt angeliefert und an den Baufortschritt angepasst montagefertig bereitgestellt.

Die Montage reduziert sich auf definierte Abläufe

Die vorgefertigten Installationswände werden für den jeweiligen Aufstellungsort im Gebäude gekennzeichnet und entsprechend dem Baufortschritt geliefert. Die Anlieferung erfolgt abgestimmt auf den Bauablauf, in der Regel just-in-time in mehreren Abrufen. Auf Wunsch können auch Teilmengen in Containern oder Wechselbrücken bereitgestellt und auf der Baustelle zwischengelagert werden.

Vor Ort werden die vorgefertigten Installationswände eingebracht, ausgerichtet und am Baukörper fixiert. Anschließend werden die Rohrleitungen etagenweise miteinander verbunden. Der Montageaufwand reduziert sich damit auf wenige klar definierte Arbeitsschritte. Gleichzeitig entfallen die kontinuierliche Verwaltung, Beschaffung und Zusammenstellung der vielen Einzelkomponenten, die in der konventionellen Bauweise erforderlich sind.

Die Ausführung wird durch eine Einweisung von Tece-Mitarbeitern begleitet. Ergänzend stehen Checklisten zur Verfügung, die sowohl das Handling der Bauteile als auch die einzelnen Montageschritte beschreiben. Dadurch werden Abläufe standardisiert und typische Fehlerquellen reduziert.

In der Praxis zeigen sich die Vorteile insbesondere in der Baustellenorganisation. Transportwege, Lagerflächen und Abstimmungsprozesse werden minimiert. Stillstandzeiten lassen sich reduzieren, da Materialien vollständig und zum richtigen Zeitpunkt bereitstehen. Gleichzeitig sinkt der Koordinationsaufwand zwischen den Gewerken, da viele Schnittstellen bereits im Werk geklärt, bzw. aufeinander abgestimmt werden. Kobold: „Mit serieller Vorfertigung ist der Zeitaufwand für die Sanitärinstallation transparent und damit besser kalkulierbar, was das Verzugsrisiko erheblich reduziert.“

Bild 5 Bei Installationstrennwänden sorgt Tecesystem-Pro mit einer hohlraumfreien, mineralischen Einblasdämmung gemäß aBG zuverlässig für den vertikalen und horizontalen Brandschutz.

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Bild 5 Bei Installationstrennwänden sorgt Tecesystem-Pro mit einer hohlraumfreien, mineralischen Einblasdämmung gemäß aBG zuverlässig für den vertikalen und horizontalen Brandschutz.

Bauseitige Voraussetzungen, Brandschutz und Trinkwasserhygiene

Die Montage selbst ist vergleichsweise wenig störanfällig. Herausforderungen entstehen in der Praxis meist durch unzureichend vorbereitete Rahmenbedingungen. Dazu zählen unklare Leitungsführungen, fehlende Zuwegungen oder nicht berücksichtigte Platzverhältnisse.

Deshalb erfolgt im Vorfeld eine Prüfung der baulichen Gegebenheiten. Dazu gehören Anlieferbedingungen, Entladewege, Raummaße und mögliche Hindernisse. Ziel ist es, die Montage so vorzubereiten, dass die vorgefertigten Installationswände ohne Anpassungen eingebracht werden können. Ist das gegeben, ist die Fehleranfälligkeit im Vergleich zu herkömmlichen Installationen stark reduziert.

Besondere Anforderungen ergeben sich im Bereich des Brandschutzes, da unterschiedliche Produkte entsprechend ihrer Verwendbarkeitsnachweise kombiniert, exakt nach den geltenden Vorgaben eingebaut und die ausgeführten Maßnahmen lückenlos dokumentiert werden müssen. Tecesystem begegnet dieser Komplexität, indem geprüfte Komponenten bereits im Rahmen der Vorfertigung aufeinander abgestimmt und als Komplettbauteile mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) geliefert werden.

Bild 6 Vor Ort reduziert sich die Ausführung auf klar definierte Montageschritte. Die vorgefertigten Installationswände werden eingebracht, ausgerichtet und mit der Gebäudeinstallation verbunden.

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Bild 6 Vor Ort reduziert sich die Ausführung auf klar definierte Montageschritte. Die vorgefertigten Installationswände werden eingebracht, ausgerichtet und mit der Gebäudeinstallation verbunden.

Tecesystem und Tecesystem-Pro unterscheiden sich dabei hinsichtlich der brandschutztechnischen Ausführung. Bei der klassischen Vorwandlösung mit Tecesystem übernimmt der Installateur die brandschutztechnische Abschottung mittels Deckenschott und bestätigt die ordnungsgemäße Ausführung per Übereinstimmungserklärung. Bei Tecesystem-Pro erfolgt die Beplankung gemäß allgemeiner Bauartgenehmigung (aBG). Anschließend wird die Installationswand durch eine zertifizierte Fachfirma hohlraumfrei mit mineralischer Einblasdämmung verfüllt. Damit wird der vertikale und horizontale Brandschutz innerhalb der Installationswand sichergestellt. Die zertifizierte Fachfirma übernimmt anschließend auch die brandschutztechnische Verantwortung.

Die Einblasdämmung erfüllt dabei über den Brandschutz hinaus weitere Funktionen. Durch die vollständige, hohlraumfreie Verfüllung der Installationswand wird die Wärmeübertragung der Rohrleitungen reduziert. Insbesondere die Erwärmung von Kaltwasserleitungen kann so begrenzt werden, was einen direkten Einfluss auf die Einhaltung der Anforderungen an die Trinkwasserhygiene hat. Gleichzeitig unterstützt die mineralische Dämmung den Schallschutz, indem sie die Schallübertragung innerhalb der Wandkonstruktion reduziert. Brand-, Schall- und Wärmeschutz werden damit bei Tecesystem-Pro innerhalb des Wandaufbaus gemeinsam berücksichtigt.

Hohe Flexibilität auch im Bestand

Die vorgefertigten Lösungen werden projektspezifisch an die jeweilige Einbausituation angepasst. Unterschiedliche Abmessungen, Ausstattungsgrade – beispielsweise Absperrorgane, Frischwasserstationen oder Heizkreisverteiler –, Leitungsquerschnitte und Raumgeometrien werden bereits in der Planung berücksichtigt. Dabei ist der Einsatz keineswegs auf Neubauten beschränkt. Auch im Bestand lassen sich vorgefertigte Lösungen umsetzen, beispielsweise durch angepasste Schachtlagen oder alternative Installationsführungen.

Entscheidend ist dabei die frühzeitige Abstimmung der projektspezifischen Anforderungen mit den beteiligten Planern und Gewerken. Kobold: „Wir sind seit über dreißig Jahren in der Vorfertigung von Installationswänden engagiert und haben über die Jahre unzählige Lösungsvarianten entwickelt und umgesetzt. Ob Neubau oder Sanierung im bewohnten Zustand: setzt man sich frühzeitig mit allen Beteiligten an den Tisch, findet man gemeinsam das technisch und wirtschaftlich optimale Konzept für das jeweilige Projekt.“

Kontakt
Tece
48282 Emsdetten
Telefon (0 25 72) 92 80
info@tece.de
www.tece.de

Industrielle Vorfertigung erfolgreich in die Planung integrieren

1. Vorfertigung früh mitdenken
Bereits in der Vorentwurfs- und Entwurfsplanung (LPH 2 und 3) prüfen, ob sich Installationswände oder Schächte für die industrielle Vorfertigung eignen. So bleiben die größten planerischen Freiheiten erhalten.

2. Brandschutz und Gewerkeschnittstellen abstimmen
Brandschutzkonzept, Installationszonen sowie Schnittstellen zu Trockenbau und Elektro früh koordinieren. Insbesondere Installationstrennwände mit Einblasdämmung sollten frühzeitig berücksichtigt werden.

3. Ausschreibung systemorientiert aufbauen
Wiederkehrende Baugruppen zu Grundtypen zusammenfassen und als LV-Positionen bzw. standardisierte LV-Textbausteine ausschreiben. Das reduziert den Ausschreibungsaufwand und schafft eine belastbare Kalkulationsgrundlage.

4. Fertigungsplanung gemeinsam finalisieren
Nach der Vergabe werden die Fertigungszeichnungen mit allen Projektbeteiligten abgestimmt und für die Produktion freigegeben. Eine frühzeitige Abstimmung von Logistik und Zuwegung sorgt anschließend für einen reibungslosen Bauablauf.

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