TGA Leitartikel

TGA Ausgabe 03-2013
Ansichtssache

Billige Energie? Nein danke!

Billige Energie? Nein danke!

Für die TGA-Branche sind hohe Energiepreise eher eine gute als eine schlechte Nachricht. Hohe Energiepreise erhöhen den Anreiz, ineffiziente Anlagen zu optimieren oder zu modernisieren. Dass man sich im eigenen Interesse dabei der Erfolgskontrolle stellen sollte (vgl. Seite 62), müssen wir noch lernen, eigentlich sollte es selbstverständlich sein. Wenn wir mit einer Einsparargumentation einen Auftrag akquirieren, gehört die Einsparung zu einem erfolgreichen Werk dazu. Unabhängig davon, ob es vertraglich vereinbart worden ist. Wenn man nachweislich erfolgreich ist, spricht sich das herum und der Erfolg zahlt sich doppelt aus.

Schlecht ist es jedoch, wenn hektisch und unqualifiziert über eine Strompreisbremse diskutiert und damit Wahlkampf betrieben wird. So ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die logischste und sinnvollste Reaktion auf höhere Kosten ausbleibt, nämlich Einsparpotenziale zu erschließen. Schon mit dem vorzeitigen Austausch einer alten Heizungspumpe kann ein durchschnittliches Einfamilienhaus den diesjährigen Strompreisaufschlag kompensieren.

Vielfach wird gefordert, dass Energie bezahlbar bleiben muss. Das ist richtig. Gemeint ist aller­dings oft, dass Energie billiger werden muss. Das wäre falsch. Seitdem die USA ihre Schiefergas­vorkommen mit hohem Tempo für die eigene Energieversorgung erschließen, wächst weltweit der Druck, mitzumachen. Ob die Schiefergasförderung in Deutschland den Gaspreis für die Endverwender senken würde, lässt sich kaum vorhersagen. In Amerika sind die Preise gepurzelt. Das dort ohnehin gering ausgeprägte Energiebewusstsein wird sich ­dadurch wohl nicht verbessern. Billige Energie führt fast automatisch zu einem kostensteigernden Mehrverbrauch.

Andererseits sind wir von kostenloser Energie umgeben. Wir können sie beispielsweise mit Wärmepumpen einfangen. Wenn die Anlage ordentlich geplant, installiert und überwacht werden, ist das in der Gesamtbilanz auch eine saubere Sache. Und wir können die Solarstrahlung nutzen. Damit dies zur Stromerzeugung künftig auch kostengünstig möglich ist, haben auch alle Nicht-Anlagenbesitzer viel investiert: Über die Stromrechnung und über Steuern. Sie sollten sich diesen Kapitaleinsatz nicht kurz vor dem Ziel durch zu heftige Bremsmanöver entwerten lassen.

Bei der Solarthermie müssen wir noch dazulernen. Perfekte Erntesysteme stehen schon länger zur Verfügung. An einer Systemintegration, bei der am Ende auch eine echte Energieeinsparung stattfindet, hapert es trotz 1,8 Mio. installierten Anlagen leider noch zu oft.

Die ISH 2013 steht vor der Tür. Vergessen Sie nicht, sich mindestens einen Tag vom 12. bis zum 16. März dafür freizunehmen. Informieren Sie sich, aber seien Sie auch kritisch. Den Gentner Verlag finden Sie zwischen den Hallen 5 und 6.1 und in der Galleria Stand H08. Wir freuen uns über Ihren Besuch.

Übrigens: TGA Fachplaner wird klimaneutral gedruckt und auch der Betrieb der Internetseite von TGA Fachplaner erfolgt klimaneutral. Mehr dazu erfahren Sie, wenn Sie auf http://www.tga-fachplaner.de das ClimatePartner-Logo anklicken.

Jochen Vorländer, Chefredakteur TGA Fachplaner
vorlaender@tga-fachplaner.de · http://www.tga-fachplaner.de

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