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16.03.2010
Fraunhofer ISE

Teilnehmer für Praxistest „Solare Kühlung“ gesucht

Durch die Kombination von Solarthermie und Adsorptionstechnik kann aus Wärme Kälte zur Kühlung von Gebäuden gewonnen werden. Das Bundesumweltministerium (BMU) fördert jetzt einen breit angelegten Praxistest für solarthermische Klimatisierungsanlagen. Die beteiligten Partner Solvis, SorTech, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und die Hochschule Offenburg suchen interessierte Teilnehmer.

Demonstrationsanwendungen haben Marktreife bewiesen
Bei solarthermisch betriebenen Adsorptionskältemaschinen wird die Kälte wie bei herkömmlichen Kältemaschinen durch die Verdampfung eines Kältemittels erzeugt. Jedoch wird statt elektrischer Energie Solarwärme als Antriebsenergie genutzt. Denn bei hohem Klimatisierungsbedarf gibt es meist Sonne im Überfluss. Gegenüber konventioneller Kältetechnik wird durch den Einsatz von solarthermisch betriebenen Adsorptionskältemaschinen bis zu 80 % der elektrischen Arbeit einer Kompressionskältemaschine eingespart. Dass das Prinzip der Solaren Kühlung marktreif ist, haben das Fraunhofer ISE, das sich seit vielen Jahren mit dieser Technologie befasst, und seine Projektpartner bereits in verschiedenen Demonstrationsanwendungen bewiesen. Anlagen in ganz Europa klimatisieren u.a. Verkaufsräume, Büros, Betriebskantinen oder Schulungsräume.

Im Sommer kühlen, im Winter heizen
Am Fraunhofer ISE selbst kühlt beispielsweise seit 2007 eine Adsorptionskältemaschine von SorTech Kantine und Küche über die Zuluft. Die Kältemaschine wird von einer 22 m2 großen Kollektorfläche mit Hochleistungsflachkollektoren von Solvis angetrieben. Im sommerlichen Betrieb dient die Wärme aus der Solaranlage zum Antrieb der Adsorptionskältemaschine. Die beim Kühlungsprozess abzuführende Wärme wird über Sonden an das Erdreich abgegeben. Reicht die Solarstrahlung einmal nicht aus, stellt das Heiznetz zusätzliche Antriebswärme bereit, um den Kühlbetrieb aufrechtzuerhalten. Im winterlichen Betrieb wird die Wärme aus den Erdreichsonden mithilfe der Adsorptionsmaschine – die nun als Wärmepumpe fungiert – auf das für Heizzwecke erforderliche Temperaturniveau gebracht. Den Antrieb übernimmt dann das Heizwärmenetz. Dabei erreicht die Wärmepumpe einen thermischen COP (Coefficient of Performance) von bis zu 1,5. Der Wirkungsgrad der Wärmequelle wird so um bis zu 50 % erhöht.

Projekte mit 5 bis 30 kW gesucht
In dem vom BMU geförderten Verbundprojekt der Partner Fraunhofer ISE, Hochschule Offenburg, SorTech und Solvis sollen zehn Anlagen zur solaren Kühlung im Leistungsbereich von 5 bis 30 kW installiert und mit Messtechnik versehen werden. Privathaushalte und Unternehmen, die an einer Teilnahme an diesem breit angelegten Praxistest interessiert sind, können sich unter dem unten angegebenen Kontakt melden. Das Bedarfsprofil ist nicht festgelegt und kann sowohl dem eines Wohn- als auch Bürogebäudes entsprechen. Im Zuge des Projekts wird jede Anlage individuell ausgelegt, dimensioniert und mit umfangreicher Messtechnik ausgestattet, so Walter Mittelbach, Geschäftsführer bei SorTech. Für Teilnehmer ergeben sich folgende Vorteile: Neben einem Preisnachlass von 20 % auf die Anlagen profitieren sie von einer kostenlosen, regelmäßigen Überprüfung und Wartung des Systems sowie von einer kostenlosen, messtechnischen Überwachung und Auswertung des Betriebs durch die Hochschule Offenburg und das Fraunhofer ISE

Interessenten für die Teilnahme am Praxistest „Solare Kühlung“ können sich hier bewerben: rkynast@solvis-solar.de oder joerg.rupp@sortech.de ToR

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