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10.10.2012
Agentur für Erneuerbare Energien

Energiekosten: Wärme wichtiger als Strom

Weil die EEG-Umlage neben der Förderung der Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien mit industriepolitischen Funktionen aufgebläht ist, wird sie nach aktuellen Berechnungen des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) von aktuell 3,59 Ct/kWh im nächsten Jahr auf bis zu 5,21 Ct/kWh steigen (Bericht von TGA Fachplaner). Die monatliche Stromrechnung eines Drei-Personen-Musterhaushalts steigt damit um rund 4,70 Euro.

Aufgrund des stark gestiegenen Ölpreises werden jedoch die Ausgaben für Wärme und Kraftstoffe voraussichtlich auch im kommenden Jahr die größten Posten auf der Energierechnung bleiben. „In der Energiepreisdebatte muss genau differenziert werden, worum es geht. Wer sich um steigende Energiepreise sorgt, muss vor allem die Bereiche Wärme und Verkehr im Blick behalten“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

EEG-Umlage: Geringer Teil an Kostensteigerung


Im Vergleich zu 2011 zahlt ein typischer Haushalt in diesem Jahr etwa 10 Euro mehr für Wärme, 7 Euro mehr für Kraftstoffe, aber lediglich 2 Euro mehr für Strom inklusive EEG-Umlage. Die Belastungen durch den steigenden Ölpreis machen sich somit direkt bei den Haushalten bemerkbar. Kostete der Import einer Tonne Rohöl im Jahr 1991 noch rund 129 Euro, so waren für die gleiche Menge im ersten Halbjahr 2012 laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) etwa 640 Euro fällig.

„Die wahren Preistreiber bleiben oft unbeachtet“


Seit 2000 sind die Energiekosten von Privathaushalten insgesamt um rund 81 % gestiegen. Ein Haushalt, der mit Öl heizt, zahlt aktuell mehr als das Doppelte an Heizkosten als noch im Jahr 2000. Für einen benzinbetriebenen PKW sind die Kraftstoffkosten im selben Zeitraum um 63 % gestiegen. Strom inklusive EEG-Umlage verzeichnet hingegen die geringste Preissteigerung von 48 %. „Es ist sehr wichtig, sich diese Relationen bewusst zu machen, um eine faire Debatte zu führen“, so Vohrer. „Die aktuelle Diskussion konzentriert sich sehr stark auf den Strompreisanstieg, während die wahren Preistreiber bei den Energieausgaben von Privathaushalten und auch Unternehmen häufig unbeachtet bleiben.“ Die Energiewende könne nur gelingen, wenn sie auch in den Bereichen Wärme und Verkehr vollzogen wird. ■

www.unendlich-viel-energie.de
Jochen Vorländer

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