TGA-Newsletter: 05-2010 | 03.05.2010 (18.KW)

ARBEITSHILFE

Rechner für Mini-BHKW in Wohngebäuden

Mit einem richtig dimensionierten Blockheizkraftwerk (BHKW) lassen sich die Energiekosten in einem Gebäude langfristig deutlich reduzieren. Auskunft, wann sich ein BHKW (bis max. 50 kW elektrische Leistung) für ein Wohngebäude lohnt, welche Größe es haben sollte und welche Kosten dafür zu erwarten sind, gibt ein von der EnergieAgentur.NRW entwickelter BHKW-Rechner.

Anwender sollten Vorkenntnisse haben
Planern, Haustechnik-Installateuren und Mitarbeitern von Wohnungsbaugesellschaften mit Vorkenntnissen zum Thema, ermöglicht das Tool eine erste Orientierung. Dazu fragt der BHKW-Rechner einige Angaben ab (Standorte nur für NRW) und gibt auch Erklärungen dazu. Ausgehend von den Eingaben erstellt der Online-Rechner dann eine erste grobe Abschätzung zur einsetzbaren Größe im Gebäude und zum wirtschaftlichen Einsatz. Beispielsweise beim elektrischen Eigennutzungsanteil empfiehlt es sich, die Daten iterativ anhand der Auswertung zu prüfen.

Hinweise und Einschränkungen
  • (Erledigt, siehe Nachtrag am Ende des Artikels, der entsprechende Hinweis auf die Förderung wurde entfernt.) Der Rechner stellt die Kapitalkosten mit und ohne Mini-KWK-Zuschussförderung des BAFA dar. Die Förderung ist zurzeit allerdings nicht sicher (Bericht auf TGAonline). Bei einer guten Auslegung ist ein BHKW allerdings häufig nicht auf die Förderung angewiesen, wenn ein großer Teil der Elektrizität selbst genutzt werden kann.
  • Nicht geeignet ist der BHKW-Rechner für die gerade erst auf den Markt kommenden Mikro-KWK-Anlagen mit Stirlingmotor.
  • (Erledigt, siehe Nachtrag am Ende, es wurde ein besonderer Hinweis ergänzt) Im kleinem Wärmeleistungsbedarf warnt der Rechner: „Die ermittelte thermische Leistung des BHKW liegt unter 10 kW! In diesem Leistungsbereich werden keine Motor-BHKW angeboten!“ Eine Begrenzung, die zunehmend aufweicht, wie ein Blick in die Liste der förderfähigen BHKW des BAFA zeigt. Hier finden sich immerhin vier Erdgas-Maschinen mit 8 kWth und eine mit 6 kWth. Wer ein BHKW für ein Mehrfamilienhaus auslegen möchte, ist von der Einschränkung aber nicht betroffen.
  • (Erledigt, siehe Nachtrag am Ende des Artikels.) Wirklich schade: Auf dem Ergebnisblatt wird nur ein geringer Teil der Eingangsdaten abgebildet, Eingabefehler können so unentdeckt bleiben.
  • (Erledigt, siehe Nachtrag am Ende des Artikels.) Verzweifeln werden Nutzer des BHKW-Rechners, wenn sie statt des Alters des Heizkessels sein Einbaujahr eingeben. Der Rechner nimmt auch ohne zu meckern 1995 als Wert an. Die hinterlegte Formel ist ebenfalls nicht begrenzt, sodass typische Kesselbaujahre Kosteneinsparungen durch Wärme im negativen Bereich ergeben und damit durch den Eingabefehler auch günstigste BHKW-Einsatzfälle unwirtschaftlich werden.

Die Bewertung der TGA-Redaktion
Trotz aller Einschränkungen, der BHKW-Rechner kann für seinen Zweck – eine erste Orientierung zu geben – gut eingesetzt werden. Die programmtechnische Umsetzung ist allerdings an vielen Stellen deutlich verbesserungsfähig. Nachtrag vom 5. Mai: Wir sind begeistert, der Rechner wurde zwischenzeitlich aktualisiert, dabei wurden auch unsere Anmerkungen berücksichtigt. ToR

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