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Photovoltaik-Anlagen produzieren nicht nur Strom, sie vermeiden auch Energieimporte und Treibhausgasemissionen. Berechnungen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) verdeutlichen Wirkung und Umfang.
Die mittlerweile in Deutschland installierten rund 6 Millionen Solarstromanlagen haben dem Land in den vergangenen sechs Jahren einen volkswirtschaftlichen Nutzen in dreistelliger Milliardenhöhe gebracht. Nach Berechnungen von BSW-Solar wurden von zwischen 2020 bis 2025 fossile Energieimporte im Wert von rund 20 Mrd. Euro ersetzt und Klimaschadenskosten von bis zu 250 Mrd. Euro vermieden.
In den Zeitraum, der auch durch die Energiepreiskrise für Erdgas, Mineralöl und Steinkohle in den Jahren 2022/23 geprägt war, wurden knapp 390 TWh (Milliarden Kilowattstunden) Solarstrom erzeugt. Diese Strommenge verdrängte im deutschen Stromsystem vor allem Erdgas- und Steinkohlekraftwerke und verringerte damit sowohl den Bedarf an fossilen Brennstoffimporten als auch die damit verbundenen Treibhausgasemissionen.
Vermiede Kosten für Klimaschäden und Energieimporte
Nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) wurden durch die Nutzung von Solarstrom in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren rund 500 Mio. t an Treibhausgasemissionen (CO2-Äquivalent, netto) vermieden. Mehr als die Hälfte davon entfiel durch den ab 2022 stark beschleunigten Zubau auf die Jahre 2020 bis 2025. In diesem Zeitraum wurden rund 270 Mio. t CO2-Äquivalent vermieden. Auf Basis von Schätzungen des UBA entspricht dies vermiedenen Klimaschadenskosten von bis zu 250 Mrd. Euro, wenn heutige und zukünftige Generationen gleichwertig berücksichtigt werden.
Hinzu kommen vermiedene Energieimporte. Nach Schätzungen des BSW-Solar summiert sich deren Wert in den vergangenen sechs Jahren auf über 20 Mrd. Euro.
Anmerkung: Auch Solarthermie verringert durch die Verdrängung von Erdgas und Heizöl Energieimporte und Treibhausgasemissionen.
„Photovoltaik ist zentralen Baustein für Energiesouveränität“
Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar: „Solarstrom schützt nicht nur das Klima, sondern auch den Wirtschaftsstandort Deutschland. Jede neue Solaranlage senkt unsere Abhängigkeit von Energieimporten und macht Strompreise widerstandsfähiger gegen geopolitische Krisen. Photovoltaik – vor allem in Verbindung mit Batteriespeichern – hat sich zu einem zentralen Baustein für Versorgungssicherheit, Energiesouveränität und wirtschaftliche Stabilität entwickelt.“
Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen gewinnt die Solarenergie auch als strategischer Standortfaktor an Bedeutung. Leonhard Gandhi, Leiter der Energy-Charts beim Fraunhofer ISE, erklärt: „Der starke Zubau insbesondere der Photovoltaik seit 2022 trägt entscheidend dazu bei, dass die Auswirkungen der durch den Iran-krieg gestiegenen Erdgaspreise auf den Börsenstrompreis deutlich geringer ausfallen. Noch ist der Ausbau der erneuerbaren Energien aber insgesamt nicht ausreichend, um deutlich unabhängiger von geopolitischen Schocks sein zu können.“
Im Vorfeld der Fachmesse Intersolar 2026 fordert der Bundesverband Solarwirtschaft, den Ausbau von Solar- und Speichertechnologien konsequent fortzusetzen. Die deutsche Solar- und Speicherbranche beschäftigt zurzeit rund 120.000 Menschen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 30 Mrd. Euro.
Die Messe Intersolar findet vom 23. bis 25. Juni 2026 im Rahmen von The smarter E Europe auf dem Messegelände München statt. Parallel dazu werden die Fachmessen ees Europe (Speichertechnologien), Power2Drive Europe (Ladeinfrastruktur und Elektromobilität) sowie EM-Power Europe (Energiesysteme, Netzintegration und Flexibilisierung) veranstaltet. Es werden über 100.000 Fachbesucher aus aller Welt erwartet. ■
Quelle: BSW-Solar / jv