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Jubiläum

50 Jahre Wärmepumpen: Der Weg aus der Nische

Preisliste für Stiebel-Eltron-Wärmepumpen aus dem Jahr 1976: Bereits damals erreichten die Geräte Heizleistungen auf heutigem Niveau.

Stiebel Eltron

Preisliste für Stiebel-Eltron-Wärmepumpen aus dem Jahr 1976: Bereits damals erreichten die Geräte Heizleistungen auf heutigem Niveau.

Wärmepumpen haben sich in fünf Jahrzehnten von einer Randerscheinung zur zentralen Technologie für nachhaltige Heiz- und Kühllösungen entwickelt. Der Artikel beleuchtet die technische Entwicklung, Marktveränderungen und Zukunftsperspektiven der Branche.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Stiebel Eltron befasste sich früh mit der Technik. Eine historische Preisliste aus dem Jahr 1976 belegt, dass das Unternehmen bereits damals Luft-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen anbot. Die damaligen Geräte lieferten bis zu 20 kW Leistung.

„Die Wärmepumpe hat also vor 50 Jahren schon ordentlich Heizleistung geliefert“, sagt Burkhard Max, Geschäftsführer der deutschen Vertriebsgesellschaft von Stiebel Eltron. „Klar ist aber: Der Unterschied zu den heutigen Geräten ist riesig – die aktuellen Maschinen sind unter anderem leistungsstärker, kleiner, leiser – und vor allem viel effizienter.“

Die historische Technik wirkt aus heutiger Sicht fast nostalgisch, erläutert Max: „Es handelte sich bei den Luft-Wasser-Wärmepumpen damals um Kältemittel-Split-Anlagen, das Außenteil bestand also nur aus dem Lüfter und dem Verdampfer. Kurz gesagt: Die Wärmepumpe ist erwachsen geworden – und hat dabei nichts von ihrer Stärke verloren.“

Die 50 Jahre alte Preisliste zeigt einen weiteren technischen Vorzug: die maximal mögliche Vorlauftemperatur. „Damals schafften die Maschinen bis zu 60 °C“, so Max. „Aktuelle Modelle, etwa aus der WPL-A-Serie von Stiebel Eltron, erreichen im reinen Wärmepumpenbetrieb bis zu 75 °C. Während die Wärmepumpen der 1970er- und 1980er-Jahre aus einer Kilowattstunde Strom gut zwei Kilowattstunden Wärme erzeugen konnten, sind die Geräte heute gut doppelt so effizient: Aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt eine moderne Wärmepumpe vier bis fünf Kilowattstunden Heizleistung.“

Vom Nischenprodukt zur Schlüsseltechnologie: 50 Jahre Wärmepumpengeschichte

Eine Wärmepumpe 1976 in einer deutschen Haustechnik-Preisliste zu finden war eine Seltenheit, sagt Max. „Vor 50 Jahren dominierten Gas- und Ölheizungen den Markt; Wärmepumpen waren ein Nischenprodukt.“ Zwar nahm bereits 1938 die erste Wärmepumpe im Zürcher Rathaus ihren Betrieb auf und lief dort mehr als 60 Jahre lang. Doch bis zur breiten Marktreife sollten noch Jahrzehnte vergehen.

Eine der ersten Wärmepumpen von Stiebel Eltron aus den 1970er-Jahren.

Stiebel Eltron

Eine der ersten Wärmepumpen von Stiebel Eltron aus den 1970er-Jahren.

Ein wichtiger Impuls folgte 1973: Eher zufällig hörte der Stiebel-Eltron-Ingenieur Hans-Jürgen Kohnke, damals Leiter der Konstruktionsabteilung, bei einer Veranstaltung des Vereins Deutscher Ingenieure einen Vortrag über Wärmepumpen. Zu diesem Zeitpunkt galt Stiebel Eltron mit rund 50 Jahren Erfahrung als Experte für elektrische Warmwasserbereitung und war mit seinen Nachtspeicherheizungen bereits im Heizungsbereich aktiv – Wärmepumpen gehörten jedoch nicht zum Portfolio. Drei Jahre später, nach intensiver Entwicklungsarbeit, führte das Unternehmen die erste eigene Wärmepumpe in der jährlichen Preisliste.

„Die ersten Wärmepumpen waren noch keine Verkaufsschlager – die Technik war zu unbekannt und sicherlich auch noch ausbaufähig“, sagt Max. „Trotzdem haben wir konsequent an sie geglaubt, sie weiterentwickelt und aus Erfahrungen gelernt. Heute – 50 Jahre später – können wir deshalb stolz ein Portfolio präsentieren, das für nahezu jede Gebäudevariante die passende Wärmepumpen-Lösung bietet.“

Die neue Luft-Wasser-Wärmepumpenserie WPL-A von Stiebel Eltron deckt auf einer Plattform ein Leistungsspektrum von 5 bis 17 kW ab. ■
Quelle: Stiebel Eltron / ml