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Pressefahrt des BWP

Vielfältiger Einsatz von Wärmepumpen in Oberfranken

Die diesjährige Frühjahrs-Pressefahrt des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) nach Oberfranken gab Einblicke in zahlreiche Projekte, die den praktischen Einsatz und die Skalierbarkeit von Wärmepumpen in unterschiedlichen Gebäudetypen verdeutlichen.

Das Wohnquartier Joseph in Bayreuth soll ein modernes Quartiersprojekt mit rund 700 Wohneinheiten werden. Für die Wärmeversorgung setzt das Quartier auf ein nachhaltiges Energiekonzept mit 170 Erdsonden, die jeweils bis in 100 m Tiefe reichen. So wird umweltfreundliche Erdwärme zum Heizen und Kühlen genutzt. Die angegebene Heizleistung liegt bei 2500 kWh.

BWP / Bernd Lauter

Das Wohnquartier Joseph in Bayreuth soll ein modernes Quartiersprojekt mit rund 700 Wohneinheiten werden. Für die Wärmeversorgung setzt das Quartier auf ein nachhaltiges Energiekonzept mit 170 Erdsonden, die jeweils bis in 100 m Tiefe reichen. So wird umweltfreundliche Erdwärme zum Heizen und Kühlen genutzt. Die angegebene Heizleistung liegt bei 2500 kWh.

Mehr als 2 Mio. Wärmepumpen sind in Deutschland bereits im Betrieb – und ihre Einsatzgebiete reichen weit über Einfamilienhäuser hinaus. Die Frühjahrs-Pressereise des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) nach Oberfranken am 6. und 7. Mai 2026 gab Einblick in ein breites Spektrum an Anwendungen: von kleinen Wohn- bis Mehrfamilienhäusern über Gewerbeimmobilien bis hin zu ganzen Quartieren. Während in Berlin noch um den Referentenentwurf des neuen GModG gerungen wird, zeigen die besuchten Projekte in Nordbayern, wie die Wärmewende in der Praxis bereits funktioniert.

Wärmepumpen in der gewerblichen Praxis

Den Auftakt bildete eine Werksbesichtigung bei Glen Dimplex in Kulmbach. Am oberfränkischen Standort entwickelt und fertigt das Unternehmen Wärmepumpen „Made in Bavaria“. Knapp 700 Beschäftigte arbeiten dort. Die Produktion umfasst Wärmepumpen mit Leistungen bis 180 kW und Kühlaggregate mit Kälteleistungen bis 226 kW. Jährlich verlassen rund 50.000 Geräte die Produktionshallen. Die Pressegruppe erhielt Einblicke in Produktion, Prozesse und lokale Wertschöpfung am Standort. 

Im Anschluss ging es zum Landratsamt Kulmbach. Das Verwaltungsgebäude aus den 1960er-Jahren wurde über die Jahre umfassend saniert, unter anderem mit energetischer Fassadensanierung, neuen Fenstern und einer Photovoltaikanlage. Die frühere Wärmeversorgung über Erdgas wurde inzwischen durch drei Luft-Wasser-Wärmepumpen ersetzt, die direkt vor dem Bürogebäude installiert sind und durch Solarstrom vom Dach unterstützt werden. Landrat Jonas Gleich (CSU), seit dem 1. Mai im Amt, begrüßte die Teilnehmer vor Ort und erläuterte gemeinsam mit den Technikteam die technologische Umstellung.

Werksbesichtigung Glen Dimplex in Kulmbach: Am Standort im oberfränkischen Kulmbach entwickelt und fertigt Glen Dimplex seine Wärmepumpen. Kurze Lieferwege, transparente Prozesse und Wertarbeit machen den Standort und die Produktion aus. Derzeit arbeiten knapp 700 Angestellte für das Unternehmen in Kulmbach. Jedes Jahr verlassen gut 50.000 Systeme die Produktionshallen.

BWP / Bernd Lauter

Werksbesichtigung Glen Dimplex in Kulmbach: Am Standort im oberfränkischen Kulmbach entwickelt und fertigt Glen Dimplex seine Wärmepumpen. Kurze Lieferwege, transparente Prozesse und Wertarbeit machen den Standort und die Produktion aus. Derzeit arbeiten knapp 700 Angestellte für das Unternehmen in Kulmbach. Jedes Jahr verlassen gut 50.000 Systeme die Produktionshallen.

Die dritte Station führte zur Emons Logistikhalle in Thurnau. Auf einem rund 3,5 ha großen Grundstück werden dort 16.000 m2 Logistikfläche sowie ein 700 m2 großer Bürotrakt beheizt und gekühlt. Zum Einsatz kommt eine Kaskade aus vier Luft-Wasser-Wärmepumpen. Die Anlage zeigt, dass Wärmepumpen auch in großen Gewerbe- und Logistik-Immobilien zuverlässig beide Aufgaben übernehmen können: Wärmeversorgung im Winter und Kühlung im Sommer. Passend zum Thema lagern in der Halle zudem zahlreiche Wärmepumpen des Herstellers ait Deutschland (alpha innotec). Andreas Wimmer von ait erläuterte die Technik hinter der Halle gemeinsam mit Matthias Barth vom Fachhandwerksbetrieb Schwender. Das Unternehmen mit Tradition seit 1701, übernahm die Installation der Wärmepumpen für die Speditionshalle. Herr Schwender begrüßte die Journalisten und gab spannende Einblicke in sein Unternehmen.

Quartierslösungen mit Erdsonden und Eisspeichern

Zum Abschluss des ersten Tages besichtigte die Gruppe das Quartiersprojekt „Joseph“ in Bayreuth. Auf dem Areal entsteht derzeit ein modernes Wohnquartier mit rund 500 Wohneinheiten. Die Wärmeversorgung setzt auf ein nachhaltiges Energiekonzept mit 170 Erdsonden, die jeweils bis zu 100 m tief reichen. Über die Nutzung von Erdwärme soll das Quartier künftig effizient beheizt und gekühlt werden. Auf der Baustelle konnten die Journalisten mit den beteiligten Unternehmen Weishaupt, BaugrundSüd und Getec über Planung, Umsetzung und technische Anforderungen sprechen.

Am zweiten Tag stand Bamberg im Mittelpunkt. Erste Station war das Gründerzentrum Lagarde 1. Dort wurde ein neuartiges Energiesystem zum Heizen und Kühlen realisiert. Herzstück ist ein unterirdischer Eis-Energiespeicher mit 4 m Höhe, 13 m Breite und einem Volumen von 440.000 l. Mit einer Heizlast von 205 kW und einer Kühllast von 150 kW deckt das System die energetischen Anforderungen des Gebäudes ab. Regeneriert wird der Speicher über 67 Solar-Luftkollektoren auf dem Flachdach, die Umweltwärme in den Eisspeicher eintragen. Die Pressegruppe konnte neben der Technikzentrale auch den Solar-Luft-Kollektoren auf dem Dach sowie den Eisspeicher besichtigen.

Auf dem Lagarde-Gelände entsteht nach dem Abzug der US-Army ein lebenswertes Quartier mit einem Wärmekonzept, das auf erneuerbaren Energien basiert.

Stadtwerke Bamberg / Markus Reinfels

Auf dem Lagarde-Gelände entsteht nach dem Abzug der US-Army ein lebenswertes Quartier mit einem Wärmekonzept, das auf erneuerbaren Energien basiert.

Von Abwasserwärme bis kalte Netze

Den Abschluss der Pressefahrt bildete der Lagarde Campus Bamberg mit dem Cluster-Treff Wärme 4.0 von Bayern Innovativ. Im Fokus standen neuartige Wärmenetzlösungen, Nahwärmenetze und zukunftsfähige Quartierskonzepte. Besonders deutlich wurde dies bei der Besichtigung des Zukunftsquartiers 4.0 auf dem Lagarde Campus. Hier gab es Einblicke in Themen wie oberflächennahe Geothermie, Abwasserwärme, saisonale Speicherung und ein kaltes Netz, welche hier zu einem integrierten Versorgungskonzept verbunden werden.

Die besuchten Projekte zeigen, wie die Wärmewende in der Praxis funktioniert – regional verankert, technologisch vielfältig und skalierbar: vor allem das breite Spektrum an möglichen Wärmequellen und deren Verknüpfung für den Einsatz in großen gewerblichen Objekten und gemischten Quartieren. ■
Quelle: BWP / ml