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Objekt des Monats 2026-03

TGA-Befestigungstechnik für ein Jahrhundertprojekt

Ein ungewöhn­liches Referenz­projekt für ein TGA+E-Unter­nehmen: Befes­ti­gungs­technik für die die Beob­ach­tung und Er­for­schung von Exo­pla­neten.

Auf dem Cerro Armazones in der chilenischen Atacama-Wüste entsteht derzeit das Extremely Large Telescope (ELT).

ESO / künstlerische Darstellung

Auf dem Cerro Armazones in der chilenischen Atacama-Wüste entsteht derzeit das Extremely Large Telescope (ELT).

Mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 39 m entsteht auf dem Cerro Armazones in Chile das weltweit größte optische und nahinfrarote Teleskop – das Extremely Large Telescope (ELT). Das wegweisende Großprojekt der Europäischen Südsternwarte (ESO) wird einen nie dagewesenen Blick in die Tiefen des Universums ermöglichen. Die Baustelle befindet sich 3060 m über dem Meeresspiegel, rund 130 km südlich der Küstenstadt Antofagasta und etwa 20 km entfernt vom Very Large Telescope (VLT), einer weiteren ESO-Institution auf dem Cerro Paranal. Die Gelände- und Vorarbeiten des ELT begannen 2014, der wissenschaftliche Betrieb ist nach 2030 geplant.

Für diese neue Einrichtung erarbeitete das Stahlbauunternehmen Cimolai S.p.A. (Pordenone in Friaul-Julisch Venetien) die Planung, den Bau und die Installation der Kuppel sowie der Hauptkonstruktion als führendes Unternehmen eines Konsortiums. Für die Rohrinstallation der Heizungs-, Kälte-, Sanitär-, Lüftungs- und Sprinklersysteme sowie die Versorgung mit Druckluft, Gas und Spezialmedien setzt Cimolai auf Befestigungs- und Systemlösungen von fischer.

Verbaut werden neben den Installationssystemen auch passende Befestigungsmittel wie Betonschrauben, Bolzenanker sowie das Injektionssystem FIS EM Plus mit Ankerstangen. Speziell für die hohen technischen Anforderungen in dem Jahrhundertprojekt wurde außerdem ein Gleit- und Festpunktsystem entwickelt. Begleitende Engineering- und BIM-Leistungen unterstützen die Bemessung und Auslegung der eingesetzten Lösungen.

15-mal schärfere Bilder als vom Hubble-Weltraumteleskop

Ziel des ELT-Projekts ist es, die Beobachtung und Erforschung von Exoplaneten, frühen Galaxien und kosmischer dunkler Materie voranzubringen. Ausgestattet mit modernster Technologie, setzt das Teleskop neue Maßstäbe in der astronomischen Forschung. Adaptive Optik korrigiert atmosphärische Verzerrungen in Echtzeit. Sechs Laserleitsterne dienen als künstliche Referenzpunkte am Himmel und ermöglichen eine äußerst präzise Bildjustierung.

Ergänzt wird das System durch hochentwickelte wissenschaftliche Instrumente, die speziell für die Beobachtung schwacher und weit entfernter Himmelskörper entwickelt wurden. Als 39-m-Teleskop wird das ELT 15-mal mehr Licht als die größten derzeit in Betrieb befindlichen optischen Teleskope sammeln. Außerdem wird es Bilder liefern, die 15-mal schärfer sind als die des Hubble-Weltraumteleskops – eine der bedeutendsten Einrichtungen der Raumfahrtgeschichte. Damit eröffnet es einen bislang unerreichten Blick in die Tiefen des Universums – bis hin zu den frühesten Galaxien nach dem Urknall.

Der Hauptspiegel besteht aus 798 hexagonalen Segmenten. Alle Spiegelsegmente lassen sich mithilfe von Sensoren und Antrieben präzise ausrichten. Die rotierende Kuppel mit einer Schlitzöffnung für Beobachtungen hat einen Durchmesser von etwa 93 m und ist circa 80 m hoch. Das gesamte Bauwerk ist so konstruiert, dass es starken Erdbeben standhält. Sowohl der Kuppelpfeiler als auch das Nebengebäude ruhen auf Seismikisolatoren, um Erdbebenvibrationen zu dämpfen.

elt.eso.org  www.fischer.de

Das Extremely Large Telescope der ESO ist ein monumentales Projekt. Der Startschuss für den Bau des größten optischen Teleskops der Welt fiel 2006. Wie dieses Bild zeigt, das Anfang Januar 2025 aufgenommen wurde, nähert sich das Teleskop Schritt für Schritt seiner Fertigstellung.

ESO / G. Vecchia

Das Extremely Large Telescope der ESO ist ein monumentales Projekt. Der Startschuss für den Bau des größten optischen Teleskops der Welt fiel 2006. Wie dieses Bild zeigt, das Anfang Januar 2025 aufgenommen wurde, nähert sich das Teleskop Schritt für Schritt seiner Fertigstellung.