Der Artikel kompakt zusammengefasst
- Brunnenwasser erfordert je nach Verwendungszweck häufig eine Aufbereitung. Das kann auch bei der Tierhaltung angezeigt sein.
- Das Rohwasser aus fünf Brunnen auf dem Gelände der Reitanlage St. Georg Equestrian Club weist so hohe Mangan- und die Eisenwerte auf, dass die Tiere Schaden nehmen könnten.
- Die nun installierte Oxidationsfilteranlage beinhaltet für die Eisen- und Manganreduzierung ein mehrstufiges Filtersystem mit vier Verfahrensstufen: Belüftung, Filtration, Rückspülung und Erstfiltratverwurf.
Grünbeck
Für den Inhaber der Reitanlage St. Georg Equestrian Club bei Berlin ist das Wohlbefinden der bei ihm eingestellten Pferde das Wichtigste. Deshalb entfernt er auch aus dem vor Ort gewonnenen Brunnenwasser mit einer Oxidationsfilteranlage unerwünschte Inhaltsstoffe.
Marcel Voß hat hohe Ansprüche. Der rührige Berliner Unternehmer ist in verschiedenen Branchen aktiv. Zunächst ist er in der Gebäudereinigung gewachsen, später übernahm er auch Projekte im Immobilienbereich und der Gastronomie. „Meist will ich die Neuerwerbungen verpachten – aber dann finde ich keine Pächter, die mit dem gleichen Anspruch wie ich herangehen. Und am Schluss manage ich sie dann selbst“, sagt der Unternehmer. So kam es auch bei seiner jüngsten Herausforderung, dem St. Georg Equestrian Club in Bestensee, südlich von Berlin.
In die dort bereits vorhandene Reitanlage hat er inzwischen viel investiert. Nach den etwa ein Jahr dauernden Umbauarbeiten steht die großzügig geplante Anlage auf dem fast 17 ha großen Grundstück seit Mitte 2025 wieder für Reiter offen. Dabei war für Voß von Anfang an klar, dass die Gesundheit der wertvollen Tiere absolute Priorität hat. Die Qualität von Futter und Trinkwasser steht für ihn ganz oben.
Eisen- und Mangangehalt reduziert
Wasser fördert er aus fünf Brunnen auf dem Gelände. Im Frühjahr 2025 setzte er sich mit der Grünbeck-Niederlassung Berlin/Brandenburg in Verbindung, um zu klären, wie es um die Wasserqualität auf seinem Grundstück bestellt ist. Nach Analysen des Brunnenwassers war für Grünbeck-Niederlassungsleiter Holger Nürnberg klar: „Die Mangan- und die Eisenwerte sind hier so hoch, dass die Tiere Schaden nehmen könnten.“ Es galt also in erster Linie, diese kritischen Stoffe deutlich zu reduzieren. Gleichzeitig wurde die Härte des Brunnenwassers überprüft, da es auch für die auf dem Gelände befindliche Gastronomie und Sanitäranlagen genutzt wird. Das Ergebnis: 17 °dH. Ergo war zudem eine Enthärtung nötig, damit die in der Küche eingesetzten Konvektomaten einwandfrei arbeiten.
Die inzwischen installierte Kombi-Anlage gewährleistet beides. Sie besteht aus der Enthärtungsanlage softliQ:LB70 und einer Oxidationsfilteranlage fermaliQ:MB5000 mit Feinstaubfiltration, die bis zu 5 m3 Wasser pro Stunde aufbereiten kann. „Eine absolute Besonderheit auf Reitanlagen“, berichtet Marcel Voß.
Grünbeck
Oxidationsfilteranlage
Die Oxidationsfilteranlage fermaliQ beinhaltet ein mehrstufiges Filtersystem für die Eisen- und Manganreduzierung. Sie vereint die vier Verfahrensstufen: Belüftung, Filtration, Rückspülung und Erstfiltratverwurf. Zunächst werden Geruchsstoffe wie Schwefelwasserstoff oder Ammonium durch Oxidation effektiv reduziert. Zudem werden gelöstes Eisen und Mangan in ihre ungelösten Formen umgewandelt. Das Ausgasen freier Kohlensäure hebt parallel den pH-Wert an. Im Anschluss daran sorgen mehrere Filterschichten dafür, dass Eisen und Mangan sowie sonstige Schmutzstoffe aus dem Wasser entfernt werden.
Auf Basis der Brunnenwasseranalysen wurde die Aufbereitungsanlage exakt für die Bedürfnisse im St. Georg Equestrian Club ausgelegt. Die Reihenfolge der Filterschichten und die Menge der Filtermaterialien sind so gewählt, dass am Ende exakt die gewünschte Wasserqualität erreicht wird. Eine vollautomatische Rückspülung, welche über frei einstellbare Zeitintervalle verfügt, entfernt schließlich die angesammelten Partikel aus den Filterschichten. Weil das Rückspülwasser nur die aus dem Brunnenwasser entfernten Stoffe enthält, kann es ohne Behandlung in die Kanalisation geleitet werden. Dabei bleibt das Unikat sehr kompakt. Es misst in Höhe und Tiefe etwa 1,8 m und ist gut 1 m breit.
Vollautomatischer Betrieb
Grünbeck
Die Installation beanspruchte nur einen Nachmittag. Auch der laufende Aufwand für den Betreiber ist gering. Voß: „Wir müssen wir nur in bestimmten Abständen die Salztabletten für die Enthärtungsanlage nachfüllen. Ansonsten läuft die Anlage automatisch und störungsfrei.“ Er selbst hat sich auferlegt, regelmäßig Wasseranalysen durchführen zu lassen, mit denen er den Eigentümern der Pferde die Qualität laufend belegt.
Damit das Wasser nicht nur in bester Qualität aus der Aufbereitung fließt, sondern auch bei den Tieren so ankommt, hat Voß auch in moderne Tränken investiert. Während er auf anderen Reitanlagen sieht, dass Pferde aus Tonnen trinken, in denen das Wasser lange steht, hat er mittlerweile 76 Kleintränken installiert, die stets mit Frischwasser versorgt werden. Dabei handelt es sich um kompakte Trinkschalen, in denen nur geringe Wassermengen zurückbleiben können. Drückt ein Pferd mit dem Maul gegen einen Hebel über der Schale, öffnet sich ein Ventil und die Schale füllt sich mit frischem Wasser.
Die hohe Zahl der Tränken ergibt sich aus der Größe des Geländes. Neben dem 4000 m2 großen Reitplatz verfügt die Reitanlage über großzügige, überdachte Roundpens und eine Führanlage für bis zu sechs Pferde. Darüber hinaus befinden sich hier eine große, helle Reithalle sowie 120 Innenboxen und Offenstallplätze mit Unterständen. Für seine Reitanlage hat Voß noch große Pläne, die ebenfalls einwandfreies Wasser erfordern: Gerade prüft er, eine Pferdeklinik aufzubauen.
Kontakt
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St. Georg Equestrian Club
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