Geberit
Der Artikel kompakt zusammengefasst
- Ein neu errichtetes Wohn- und Pflegezentrum mit 75 stationären Pflegeplätzen in fünf Wohngemeinschaften sowie 23 barrierefreien Servicewohnungen zeigt, wie sich serielles Bauen und technische Präzision verbinden lassen.
- Durch industrielle Vorfertigung mit abgestimmten Systemen, klare Prozesse und partnerschaftliche Zusammenarbeit entstand ein Bauvorhaben, das funktional und auch wirtschaftlich überzeugt.
Der steigende Pflegebedarf erfordert neue Ansätze beim Bau von Pflegeeinrichtungen. Wie sich trotz Fachkräftemangel und stark gestiegenen Baukosten wirtschaftliche, zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Pflegeimmobilien realisieren lassen, zeigt das Beispiel der „Residenz am Roten Bühl“ in Pfullendorf.
Deutschland steht vor einem tiefgreifenden demografischen Wandel: Ende 2023 zählte das Statistische Bundesamt rund 5,7 Mio. Pflegebedürftige, bis 2050 werden laut Statistischem Bundesamt voraussichtlich bis zu 7,5 Mio. Menschen auf Pflege angewiesen sein. Der Arbeitgeberverband Pflege schätzt den aktuellen Mangel auf 60.000 Pflegeplätze und knapp 1000 fehlende Pflegeheime.
Parallel dazu sind seit 2021 die Baupreise um 38 % im Bauhauptgewerbe und um 45 % im Ausbaugewerbe gestiegen. Diese Entwicklungen stellen Investoren, Kommunen und Betreiber vor große Herausforderungen – insbesondere bei der Schaffung von altersgerechtem, barrierefreiem Wohnraum.
Auch in Pfullendorf ist der Bedarf deutlich spürbar: Die Gemeinde mit heute rund 13.500 Einwohnern in der Kernstadt und den acht Ortsteilen rechnet bis 2030 mit rund 200 Menschen, die stationär gepflegt werden müssen. Derzeit stehen jedoch nur 63 Plätze zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund wurde die „Residenz am Roten Bühl“ als Leuchtturmprojekt entwickelt – ein Beispiel dafür, wie Qualität, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit miteinander vereinbar sind.
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Moderne Pflege in modularer Bauweise
KIAG Grundbesitz hat in Pfullendorf ein modernes Wohn- und Pflegezentrum mit 75 stationären Pflegeplätzen in fünf Wohngemeinschaften sowie 23 barrierefreien Servicewohnungen realisiert. Die Ziele waren eine wirtschaftlich tragfähige Einrichtung zu schaffen, die hohe Komfort- und Hygienestandards erfüllt und gleichzeitig kurze Bauzeiten ermöglicht.
Zur Umsetzung entschied sich KIAG Grundbesitz gemeinsam mit dem Modulbadhersteller GVG-Sanitärsysteme und Geberit für ein konsequent serielles Baukonzept mit Fertigbädern in industrieller Vorfertigung. „Pflegeeinrichtungen eignen sich aufgrund der zahlreichen identischen Raum- und Badgrundrisse ideal für serielle Bauweise mit hohem Vorfertigungsgrad“, erläutert Raphael Kemmer, Geschäftsführer der KIAG Grundbesitz GmbH. „Der Planungsaufwand ist zwar höher, jedoch sind die Zeit- und Kostenvorteile während der Bauphase erheblich.“
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Industrielle Vorfertigung
In enger Abstimmung zwischen Bauherr, Planer, Modulhersteller und Geberit wurden die Badmodule vollständig industriell vorgefertigt. Der montagefertige Bau der Badmodule erfolgte im Werk von GVG-Sanitärsysteme, einschließlich Rohrleitungen, Sanitärobjekten und elektrischen Anschlüssen.
„Durch die industrielle Vorfertigung erreichen wir konstante Qualität und können durch standardisierte Abläufe signifikante Kosteneinsparungen erzielen“, erklärt Reiner Weidle, Geschäftsführer der G.V.G Sanitärsysteme GmbH. „Unsere Prozesse sind erprobt und folgen einem festen Muster – das spart Material, Arbeitszeit und Personalressourcen. Außerdem profitieren wir durch große Abnahmemengen von günstigen Einkaufskonditionen.“
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Die fertigen Module wurden wettergeschützt verpackt, just-in-time auf die Baustelle geliefert und per Kran noch vor dem Betonieren der Decke in den Rohbau eingebracht. Anschließend erfolgte die Endpositionierung mit einem Hubwagen. Auf der Baustelle mussten lediglich die Anschlüsse an Steig- und Fallleitungen sowie die Elektroverbindungen hergestellt werden. Im Vergleich zur konventionellen Bauweise verkürzt sich so die Montagezeit erheblich: „Für den Anschluss eines Fertigbads benötigen wir ein bis zwei Stunden – bei herkömmlichem Badbau wären es rund 15 bis 16 Stunden“, berichtet Michael Singler, Geschäftsführer der ausführenden Sanitär Senger GmbH. „Das beschleunigt den Bauablauf und verringert den Personalaufwand deutlich.“
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Systemintegration aus einer Hand
Für das Projekt entschieden sich alle Beteiligten bewusst für eine durchgängige Lösung aus dem Systemportfolio von Geberit, um eine reibungslose Installation, kurze Bauzeiten und langfristige Betriebssicherheit zu gewährleisten. Die enge Abstimmung von Versorgungs- und Entwässerungsleitungen sowie den Sanitärobjekten bereits in der Planungsphase ermöglichte eine präzise Vorfertigung der Module.
Die „Residenz am Roten Bühl“ ist damit auch ein Vorzeigeprojekt, wie die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Bauherr, Planer, Installateur und Systemanbieter einen Unterschied machen kann.
Für die Trinkwasserversorgung der Fertigmodule sowie für die Etagenverteilungen im Gebäude kam das Mehrschichtverbundrohrsystem Geberit FlowFit zum Einsatz. Besonders praktisch: für die Dimensionen 16 bis 40 mm wird nur eine Pressbacke benötigt. Zusätzlich erleichterten drehbare Pressstellen das Verpressen der Fittings in räumlich beengten Montagesituationen.
Für die Heizungsleitungen in den Steigzonen entschieden sich die Installateure für Geberit Mapress Therm. Das niedriglegierte Edelstahlsystem ist speziell für geschlossene Heiz- und Kühlkreisläufe konzipiert und vereint Wirtschaftlichkeit, Korrosionsbeständigkeit und Zuverlässigkeit.
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Entwässerung: Leise und langlebig
Auch bei der Entwässerung setzen die Beteiligten auf bewährte Geberit-Systeme: Silent-PP und Silent-Pro gewährleisten nicht nur eine einfache und sichere Steckmontage, sondern erfüllen zugleich hohe Schallschutzanforderungen – ein wesentlicher Aspekt für den Komfort in Pflegeeinrichtungen. Die Kombination aus schallgedämmtem Rohrmaterial und optimierten Formteilen sorgt dafür, dass Abflussgeräusche in angrenzenden Wohn- und Pflegebereichen kaum wahrnehmbar sind. Singler: „Wir arbeiten seit über 30 Jahren mit Geberit-Produkten und sind von der Zuverlässigkeit und Verarbeitungsqualität überzeugt. Unsere Monteure kennen die Systeme bis ins Detail – das sorgt für reibungslose Abläufe, kurze Bauzeiten und für langfristig sichere Ergebnisse.“
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Frühe Verzahnung für die Vorfertigung
Darüber hinaus tragen die Geberit-Systeme zu einem hygienischen und barrierefreien Badkonzept bei: Zusammen mit dem Dusch-WC AquaClean Alba entsteht eine pflegeleichte Lösung, die hohen Komfort für Bewohnerinnen und Bewohner bietet. Ergänzt wird das Gesamtkonzept durch den Renova-Waschtisch aus langlebigem Material und pflegefreundlicher Oberfläche. Sämtliche Komponenten – vom UP-Spülkasten Sigma über das Geberit Installationssystem (GIS) bis hin zum Dusch-WC und Waschtisch – wurden bereits in der Planungsphase aufeinander abgestimmt.
Diese frühe Verzahnung von Installationstechnik und Sanitärausstattung ermöglichte eine präzise Vorfertigung der Badmodule im Werk und eine besonders zügige Montage auf der Baustelle durch millimetergenau vorbereitete Anschlüsse.
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Barrierefrei und leicht zu reinigen
Die 4 m2 großen Bäder erfüllen sämtliche Anforderungen an Barrierefreiheit gemäß DIN 18040. Der schwellenlose Duschbereich, eine fugenlose PU-Beschichtung mit 5 cm hohem Wandanschluss sowie eine gezielte Bodenabsenkung gewährleisten eine optimale Entwässerung und eine leichte Reinigung.
Zudem wurden alle Komponenten so gewählt, dass sie hohen Hygiene- und Komfortanforderungen gerecht werden: Flächenbündig eingelassene Spiegel über den Waschtisch, eine rutschhemmende Oberfläche des Bodenbelags und das spülrandlose Dusch-WC AquaClean Alba sorgen für ein gleichermaßen funktionales und wohnliches Ambiente.
Eine Besonderheit: In Pfullendorf entsteht Deutschlands erstes Wohn- und Pflegezentrum mit vollflächigem Einsatz von Dusch-WCs. Dies bringt nicht nur einen hygienischen Vorteil für die Bewohner, sondern auch eine qualitative Veränderung für das Reinigungspersonal.
„Die Duschfunktion ist für viele Bewohner ein Stück Selbstbestimmung in der Intimhygiene, da wollten wir auch einen besonderen Maßstab setzen“, erklärt Kemmer. „Zugleich ist sie eine Entlastung für das Pflegepersonal – ein echter Gewinn im täglichen Betrieb.“
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Kostenvorteile auch im Betrieb
Durch den hohen Vorfertigungsgrad kann das Projekt mit gut planbaren Bauzeiten umgesetzt werden. Parallel verringert sich der Personaleinsatz auf der Baustelle, was angesichts des Fachkräftemangels ein entscheidender Faktor ist. Auch in der Betriebsphase zahlt sich die Systementscheidung aus:
Durch eine kompromisslose Produktqualität, langfristige Ersatzteilsicherheit und bewährte Komponenten sind Wartung und Instandhaltung einfach planbar. Weidle: „Unsere Philosophie ist, dass die Bäder auch nach vielen Jahren noch in Betrieb sind und einwandfrei funktionieren. Dieser nachhaltige Ansatz verbindet uns mit Geberit. Auf die langlebige Qualität sowie auf langfristige Liefer- und Ersatzteilsicherheit können wir uns verlassen.“
Ein zentraler Erfolgsfaktor beim Bauen ist eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Bauherrn, Planer, Installateur und Herstellern. Die detaillierte Planung und frühzeitige Abstimmungen stellten sicher, dass der serielle Bauprozess ohne Verzögerungen verlief. „Mir war es wichtig, dass wir alles mit Geberit umsetzen – das gibt uns Sicherheit, in der Bauphase wie im späteren Betrieb“, fasst Kemmer zusammen. Auch GVG-Geschäftsführer Weidle zieht ein positives Fazit: „Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Geberit war von Anfang an professionell und lösungsorientiert. Die präzise Planung und die pünktliche Lieferung haben maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg des Projekts beigetragen.“
Weitere Einblicke in das Referenzprojekt „Residenz am Roten Bühl“ bietet ein YouTube-Video:
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Kontakt
KIAG Grundbesitz
70174 Stuttgart
kiag-stuttgart.de
G.V.G Sanitärsysteme
75433 Maulbronn
www.gvg-maulbronn.de
Sanitär Senger
78462 Konstanz
www.sanitaer-senger.de
Geberit Vertriebs GmbH
88630 Pfullendorf
www.geberit.de