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28.10.2011
Trianel

Gemeinsame Beschaffung bei Mini-KWK

Mini-KWK-Anlagen in Verbindung mit innovativen Geschäftsmodellen bieten Stadtwerken die Chance, einen Teil ihres Gasabsatzes abzusichern und sich mit der kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung von reinen Energielieferanten und Wettbewerbern abzugrenzen. Nun will die Stadtwerke-Kooperation Trianel mit ihrem technologieoffenen und herstellerunabhängigen „Umsetzungsprojekt Mini- und Mikro-BHKW“ den Weg und den Markt bereiten. Projektstart ist Anfang Dezember 2011.

Massenmarkttaugliche Produkte entwickeln


Im Zentrum der Initiative steht, massenmarkttaugliche Produkte (Gesamtangebote) mit einem möglichst hohen Standardisierungsgrad zu entwickeln, die sowohl für den Kunden als auch für die anbietenden Stadtwerke attraktiv sind, erläutert Projektleiter Michel Nicolai. „Mini- und Mikro-BHKW sind in Deutschland noch ein Nischenprodukt, obwohl mittlerweile technisch ausgereifte Produkte verfügbar sind und sich das Angebot stark vergrößert hat.“ Durch die geringe Verbreitung der Technik seien jedoch wirtschaftliche Geschäftsmodelle für einzelne Stadtwerke derzeit noch nicht erkennbar.

Mit Skaleneffekten zum Erfolg


Eine gemeinsame Beschaffungsplattform für die Projektteilnehmer soll dies ändern. Ziel ist es, durch Skaleneffekte, die ein einzelnes Stadtwerk nicht erreichen kann, zu jedem der im Rahmen des Projekts erarbeiteten Geschäftsmodelle das richtige BHKW zum richtigen Preis anbieten zu können. Thomas Spinnen, Bereichsleiter Geschäftsentwicklung Stadtwerke, Trianel: „Stadtwerke, die sich auf diesem Gebiet frühzeitig positionieren wollen, bekommen bei Trianel für einen überschaubaren Teilnahmebeitrag ein umfangreiches Umsetzungskonzept für verschiedene Gebäudesituationen.“

Anmerkung der TGA-Redaktion: Man darf gespannt sein, wie sich das Projekt weiterentwickelt. Momentan ist es so, dass es (noch) keine absatzfördernde Wirtschaftlichkeit bei Mini- und Mikro-BHKWs gibt; insbesondere im kleinen Leistungsbereich stehen dem eher schmalen Kostenvorteil hohe Investitionen gegenüber und den KWK-Bonus gibt es nur zehn Jahre lang. Durch höhere Stückzahlen ließen sich die Investitionskosten senken, und damit die Wirtschaftlichkeit verbessern. Jede Aktion in diese Richtung sollte also zunächst positiv gesehen werden. Nur auf den ersten Blick bringt das Konzept Stadtwerke und SHK-Handwerk in eine Wettbewerbssituation. Denn wenn dies geschieht, wird es scheitern. Nur zusammen mit dem Handwerk kann es funktionieren. Die Stadtwerke als Gesellschafter von Trianel und als potenzielle Partner wissen, dass hier sensibel vorgegangen werden muss und dass eine Win-Win-…-Situation entstehen muss. Auf „Lohnschrauber“-Konflikte ist hier niemand aus. Interessant wird es sein, wie sich die Hersteller verhalten. „Gemeinsame Beschaffungsplattform“ klingt nach „Preise drücken“, es sollte aber nach „Kosten senken“ klingen. Dies ist mit entsprechender Nachfrage möglich – und so ließe sich der Kreis schließen. ■
Jochen Vorländer

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