Der Artikel kompakt zusammengefasst
- Bei kaltgehenden Rohrleitungen entstehen bei der Befestigung mit einfachen Rohrschellen Wärmebrücken und dadurch mehrere auf dem Stand der Technik vermeidbare Risiken.
- DIN 4140 schreibt deshalb die Verwendung von Kälterohrträger für kaltgehende Rohrleitungen in der Kälte-, Kühl- und Klimatechnik vor.
- Die Verwendung systemfremder Kälteschellen kann neue Probleme provozieren.
Armacell
Armacell weist auf eine nicht ganz neue, aber noch nicht vollständig in die Praxis „eingesickerte“ Neuerung in DIN 4140 hin: Für kaltgehende und kältemittelführende Leitungen ist der Einsatz von Kälterohrträgern inzwischen verpflichtend. Das Ziel ist die sichere thermische Entkopplung im Befestigungsbereich – eine Grundvoraussetzung zur Vermeidung von Tauwasser, Wärmeverlusten und Folgeschäden.
Rohraufhängungen gelten als potenzielle Schwachstellen im Dämmsystem. Wird eine Rohrleitung nicht zuverlässig thermisch von der Befestigung entkoppelt, entstehen Wärmebrücken und es kann sich Tauwasser niederschlagen. In der Folge können Energieverluste, ein erhöhtes Korrosionsrisiko und Folgeschäden entstehen. Herkömmliche Rohrschellen oder ungeeignete Befestigungen ohne wärmebrückenfreie Auflager entsprechen deshalb nicht dem Stand der Technik.
Nach DIN 4140 „Dämmarbeiten an betriebstechnischen Anlagen in der Industrie und in der technischen Gebäudeausrüstung – Ausführung von Wärme- und Kältedämmungen“ (Mai 2023) ist die Verwendung einfacher Rohrschellen im Aufhängungs- oder Auflagerbereich von Kälteleitungen nicht zulässig. Werden solche Befestigungen dennoch eingesetzt, ist für die nachfolgenden Gewerke die Anmeldung von Bedenken nach § 4 Nr. 3 VOB/B gerechtfertigt (und zu empfehlen), da die normativen Anforderungen nicht erfüllt sind.
Im System bleiben
Armacell
Auch systemfremde Kälteschellen auf Basis von PUR- oder PIR-Schäumen sind in Verbindung mit elastomeren Dämmstoffen problematisch. Da gemäß DIN 4140 die Dampfbremsen des Rohrträgers und der angrenzenden Dämmung einander überlappen und funktionsgerecht, beispielsweise durch Kleben, verbunden werden müssen, ist eine normgerechte Anbindung von PUR-/PIR-Kälteschellen an elastomere Dämmstoffe nur mit aufwendiger Überbauung möglich.
Mit dem Kälterohrträger ArmaFix bietet Armacell eine Systemlösung, die auf das eigene ArmaFlex-Dämmsystem abgestimmt ist und alle Anforderungen der DIN 4140 zuverlässig erfüllt. Der Kälterohrträger sorgt für eine sichere thermische Entkopplung zwischen Rohrleitung und Halterung und bildet in Kombination mit der ArmaFlex-Dämmung ein dauerhaft funktionssicheres Dämmsystem für Kälteanlagen. Der Kälterohrträger besteht aus geschlossenzelligem Elastomerschaum, in das druckfeste PET-Segmente eingebettet sind. Außenseitig sind sie mit beschichteten Aluminiumblechen verklebt, die neben der Lastverteilung als zusätzliche Dampfbremse fungieren. Die Auflagersegmente aus recycelten PET-Flaschen sind ein Upcycling-Produkt. www.armacell.de
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