Jessica Kurz
Der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) reagiert auf die jüngste Hitzekrise mit einem „Resilienz-Bauplan“. Dieser Zehn-Punkte-Plan beschreibt, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Gebäude, Infrastruktur, Quartiere und die Gesellschaft widerstandsfähiger gegen Klimawandel, Extremwetter, Versorgungsausfälle, fragile Lieferketten und neue Bedrohungen zu gestalten.
BDB-Präsident Christoph Schild stellt fest, dass Städte, Gebäude und Versorgungsstrukturen vielerorts nicht auf aktuelle Belastungen ausgelegt sind. Er betont, dass Resilienz nicht länger ein Zusatzthema bleiben darf, sondern zur Grundlage des Planens und Bauens werden muss. Eine Baupolitik, die erst nach einer Katastrophe reagiert, sei nicht zielführend.
Planungen und Sanierungen von heute entscheiden über Sicherheit, Versorgung und Lebensqualität der nächsten Jahrzehnte. Daher fordert der BDB für Kommunen, Planende und Bauherrschaften klare Daten, klare Regeln und klare Zuständigkeiten.
Bestand nutzen und digitalisieren
Ein zentraler Aspekt des Bauplans ist die stärkere Nutzung des Gebäudebestands. Leerstände und bestehende Strukturen werden als Ressourcen betrachtet, die dazu beitragen können, Neubau, Flächenverbrauch und Abhängigkeiten zu reduzieren. Hierfür fordert der BDB ein öffentlich einsehbares Ressourcenkataster, digitale Gebäudepässe und vergleichbare Lebenszyklusanalysen mit einem konkreten Emissionsminderungspfad.
Krisenfestes Bauen beinhaltet auch eine soziale Komponente. Öffentliche Gebäude, kritische Infrastrukturen und Freiräume sollen im Alltag funktionieren und im Krisenfall Schutz, Kühlung sowie Versorgung bieten. Dies gilt insbesondere für vulnerable Gruppen und sensible Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser oder Altersheime.
Praxisnahe Umsetzung gefordert
Für eine erfolgreiche Umsetzung resilienter Planung fordert der BDB vereinfachte Verfahren und multifunktionale Nutzungskonzepte. Zudem sei eine faire Vergütung für neue Planungsanforderungen, wie Klimarisikoanalysen und Anpassungskonzepte, notwendig. BDB-Präsident Schild unterstreicht, dass Resilienz Planung, Fachwissen und Investitionen erfordert. Ein Verzicht darauf kann im Ernstfall Menschenleben, Milliarden und das Vertrauen in den Staat kosten.
Der BDB sieht seinen Resilienz-Bauplan als Beitrag zu einer neuen Vorsorgekultur im Planen und Bauen. Ziel ist eine gebaute Umwelt, die nachhaltiger, robuster, anpassungsfähiger und sozial verlässlicher wird.
Quelle: BDB / fl