Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind 2025 laut Umweltbundesamt nur um knapp 1 Mio. t CO2-Äquivalent auf 649 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent gesunken. Um das gesetzliche Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 65 % gegenüber 1990 zu reduzieren, müss(t)en ab 2026 Emissionen bis 2030 pro Jahr im Schnitt um 42 Mio. t CO2-Äquivalente sinken.
Im Kalenderjahr 2025 ist in Deutschland der Ausstoß an Treibhausgasen nur um 0,9 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (t CO2e) bzw. um 0,1 % gegenüber 2024 gesunken. Damit unterschreiten die kumulierten Emissionen des Jahres 2025 in Höhe von 648,9 Mio. t CO2e die nach Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) angepasste zulässige jährliche Gesamtmenge von 661,6 Mio. t CO2e um rund 12,8 Mio. t CO2e.
Den 2025 gesunkenen Emissionen im Industriesektor, die mit der aktuell schwachen Konjunktur zusammenhängen (−5,7 Mio. t CO2e), stehen fast ebenso große Anstiege im Verkehrssektor (+2,1 Mio. t CO2e) und Gebäudesektor (+3,4 Mio. t CO2e) gegenüber. In den Sektoren Energiewirtschaft (−0,6 Mio. t CO2e) und Landwirtschaft (+/−0 Mio. t CO2e) blieben die Emissionen nahezu unverändert.
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Projektionsdaten: Klimaziel bis 2030 bleibt erreichbar
Neben den Emissionsdaten 2025 veröffentlicht das UBA mit den Projektionsdaten 2026 die Treibhausgasprojektion für die kommenden Jahre. Die Projektion beruht auf bis November 2025 verfügbaren Informationen und beinhaltet daher noch keine neuen Maßnahmen der aktuellen Bundesregierung und auch nicht die aktuellen Öl- und Gaspreisentwicklungen. Die Projektionsdaten zeigen, dass das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 % gegenüber 1990 zu mindern, weiter erreichbar bleibt.
Die bis November 2025 implementierten klimapolitischen Instrumente reichen jedoch nur aus, um die Emissionen bis 2030 um 62,6 % zu reduzieren. Im Zeitraum von 2021 bis 2030 sind die sektorübergreifenden Jahresemissionsgesamtmengen nach KSG mit knapp 3,8 Mio. t CO2e rechnerisch eingehalten. Im Vergleich mit den Projektionsdaten 2025 ist die sektorübergreifende Übererfüllung deutlich gesunken und der bislang bestehende Puffer in Höhe von rund 81 Mio. t CO2e nahezu aufgebraucht.
Mit Blick auf die Verpflichtungen aus der EU-Klimaschutzverordnung (Effort Sharing Regulation, ESR) vergrößert sich die zwischen 2021 und 2030 kumulierte Gesamtlücke laut Projektion im Vergleich zum Vorjahr um 29 Mio. t CO2e auf 255 Mio. t CO2e. Investitionen, die Gebäude und Verkehr in Deutschland aus der Abhängigkeit von fossilen Energien befreien, sind darum besonders dringend, um den Ankauf von Zertifikaten aus anderen EU-Mitgliedstaaten möglichst zu vermeiden.
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Gebäudesektor
Im Gebäudesektor besteht nach wie vor großer Handlungsbedarf. Die Emissionen lagen 2025 bei 103,4 Mio. t CO2e, dies entspricht einer Steigerung um 3,4 Mio. t CO2e, die vor allem auf die kühlere Witterung in der Heizperiode zurückzuführen ist (das KSG-Sektorziel für 2025 liegt bei 92 Mio. t CO2e). Obwohl das Tempo beim Umstieg auf klimafreundliche Energien noch zu niedrig war, ist eine deutlich gestiegene Akzeptanz für Wärmepumpe, die in der Bilanz des Gebäudesektors keine Treibhausgasemissionen verursachen, festzustellen: So hat die Wärmepumpe 2025 die Gas-Heizung als meistverkaufte Heizungsart überholt. Technologische Fortschritte, sinkende Betriebskosten und steigende Installationskapazitäten im Handwerk treiben diese Entwicklung.
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Energiesektor
Im Jahr 2025 lagen die Emissionen des Energiesektors mit rund 189,1 Mio. Energiesektor um 0,6 Mio. t CO2e Energiesektor (−0,3 %) niedriger als im Vorjahr. Der Energiesektor ist Dreh- und Angelpunkt der sektorübergreifenden Transformation. Zwar ist der Ausbau der Wind- und besonders der Solarenergie 2025 deutlich vorangeschritten, allerdings konnte wegen des windarmen ersten Halbjahrs weniger Windstrom produziert werden als im Vorjahr. Einen Rekord gab es bei den neuen Genehmigungen für Windkraftanlagen mit fast 21 GW. Zudem konnte die Bundesnetzagentur die Genehmigungsverfahren für 2000 km Stromleitungen abschließen.
Verkehrssektor
Der Verkehrssektor verursachte im Jahr 2025 146,3 Mio. t CO2e (+2,1 Mio. t CO2e). Zugleich gab es positive Entwicklungen bei der Elektromobilität, die sich zu einem größeren Trend entwickeln könnten: Inzwischen verfügt Deutschland über ein gut ausgebautes öffentliches Ladenetz mit mehr als 180.000 Ladepunkten, das weiter deutlich wächst. Fast jeder fünfte neu zugelassene Pkw war ein rein batterieelektrisches Fahrzeug – 45 % mehr als noch 2024. Diese Dynamik könnte sich in diesem Jahr fortsetzen mit neuen, günstigeren Modellen und der neuen Förderung für Elektroautos durch die Bundesregierung.
Industriesektor
Im Industriesektor sanken aufgrund der aktuell schwachen Konjunktur im Jahr 2025 die Emissionen der Industrie auf 144,1 Mio. t CO2e. Das entspricht einem Rückgang um 5,6 Mio. t CO2e (−3,8 %) gegenüber dem Vorjahr. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung waren geringere Produktionsmengen in energieintensiven Branchen und der sinkende Einsatz fossiler Energieträger. Langfristig wird die Transformation der Industrie vor allem durch folgende Technologien bestimmt: die Elektrifizierung industrieller Prozesse, den Einsatz von grünem Wasserstoff und CO2-arme Produktionsverfahren (z. B. Direktreduktion in der Stahlindustrie). Der Hochlauf dieser Technologien geht noch nicht schnell genug voran.
LULUCF
Der Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) verursachte 2025 Nettoemissionen von insgesamt 26,9 Mio. t CO2e (Vorjahr: 57,6 Mio. t CO2e) und bleibt damit weiterhin eine bedeutende Nettoquelle für Treibhausgase. Die aktuellen Emissionsdaten zeigen jedoch, dass sich der deutsche Wald nach den Trockenjahren zwischen 2018 und 2023 wieder etwas erholt hat und 2025 mehr CO2 aufnehmen kann, als er ausstößt (Nettosenke). Im vergangenen Jahr hat der Wald demnach 19,3 Mio. t CO2e mehr aufgenommen als er emittierte. Die Projektionsdaten zeigen aber wie im Vorjahr, dass zusätzliche Maßnahmen nötig sind, um die vorgesehenen Senkenziele für 2030, 2040 und 2045 einzuhalten. Dabei könnten auch technische negative Emissionen eine Rolle spielen.
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Weitere Maßnahmen sind erforderlich
Sektorübergreifend und langfristig werden auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weitere Maßnahmenpakete erforderlich sein, um den Umbau der Volkswirtschaft zur Klimaneutralität erfolgreich zu vollenden. Auf Grundlage der bereits umgesetzten Maßnahmen wird bis zum Jahr 2040 eine Minderung um rund 80 % gegenüber 1990 und bis zum Jahr 2045 um nur rund 83 % erreicht.
Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Bei den Emissionen waren 2025 die Fortschritte zu langsam. Zugleich können wir eine gestiegene Akzeptanz für Klimaschutztechnologien feststellen: Die Nachfrage nach Elektroautos und Wärmepumpen ist 2025 enorm angestiegen. Und es gibt so viele neu genehmigte Windkraft-Projekte wie nie zuvor. Das macht Hoffnung, dass die Fortschritte in den nächsten Jahren wieder größer werden. Auch der deutsche Wald hat uns 2025 wieder beim Klimaschutz geholfen. Auf diese Entwicklungen wollen wir aufbauen und mit dem Klimaschutzprogramm dafür sorgen, dass Deutschland wieder auf Klimakurs kommt. Deutschland hat heute das technologische Werkzeug, um Klimaschutz, wirtschaftliche Dynamik und bessere Lebensbedingungen miteinander zu verbinden. Und was dem Klima nutzt, erhöht auch unsere Sicherheit und Wirtschaftskraft. Jede zusätzliche Kilowattstunde erneuerbarer Energie macht unser Land unabhängiger von Öl und Gas und unsere Energieversorgung sicherer.“
UBA-Präsident Dirk Messner: „Die Emissions- und Projektionsdaten zeigen, dass sich der Klimaschutz sektorübergreifend leicht verlangsamt. Die gute Nachricht: Wir wissen, was zu tun ist, um die nationalen Klimaziele noch zu erreichen und die Weichen dafür können Ende März 2026 mit dem Klimaschutzprogramm der Bundesregierung gestellt werden. Zentrales Fundament bleibt eine erfolgreiche Energiewende mit einem weiterhin starken Ausbau der erneuerbaren Energien, den dafür erforderlichen Speicher- und Netzinfrastrukturen und der Elektrifizierung im Verkehr und in den Gebäuden sowie ein gezielter Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.“ ■
Quelle: Umweltbundesamt, Bundesumweltministerium / jv
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