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Gebäudemodernisierungsgesetz

ZVEI zum GMG: Gebäudewende ohne Richtung wird teuer

Inoxodec – stock.adobe.com

Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) warnt vor den Folgen durch das geplante Ge­bäude­moder­ni­sierungs­ge­setz. Die Reform schaffe lang­fris­tige Un­sicher­heit – öko­no­misch, so­zial und klima­po­li­tisch. Klar scheine nur eines zu sein: es wird teurer.

„Was als Entlastung angekündigt wird, ist in Wahrheit eine Kostenverschiebung“, sagt Daniel Hager, Vorsitzender der ZVEI Plattform Gebäude. „Wenn Leitplanken gestrichen und neue Kriterien eingeführt werden, steigen Komplexität und Unsicherheit. Darunter leidet auch die Investitionsbereitschaft.“

Kritisch sieht der ZVEI insbesondere das Festhalten an Öl und Gas-Heizungen sowie die Einführung einer Grüngas-Quote. „Der CO2-Preis als zentraler Baustein der Energiepolitik wird damit untergraben, er wird zum Feigenblatt“, so Hager. „Zugleich bleibt offen, ob grüne Gase künftig ausreichend verfügbar und vor allem bezahlbar sind.“

Heizungswende bringt Energiekostenvorteil

Der ZVEI weist drauf hin, dass die effizientesten Lösungen längst vorhanden sind, wie eine gemeinsame Studie von ZVEI und Fraunhofer ISI zeige: Bewohner eines Standard-Eigenheims (132 m2 Wohnfläche) können die jährlichen Energiekosten im Schnitt um etwa 80 % oder rund 2500 Euro drücken, wenn anstelle einer Gas-Heizung mit einer Wärmepumpe geheizt wird und zusätzlich eine Photovoltaik-Anlage und ein Batteriespeicher zum Einsatz kommen.

Download der Studie Einsparpotenziale durch elektrische und digitale Technologien im Gebäude

Die Studie hat neben verschiedenen Gebäudetypen auch den Gebäudesektor als Ganzes betrachtet. Hier wird deutlich, wie wichtig ein schneller Hochlauf elektrischer und digitaler Gebäudetechnologien ist. Ohne ihn verbrauchen Gebäude im Jahr 2045 rund 170 TWh mehr Energie. Damit ließe sich der Stromverbrauch aller Haushalte in Deutschland für ein Jahr decken.

Hager: „Letztlich ist jedes Zögern eine Belastung für Geldbeutel und Umwelt. Der breite Einsatz von elektrischen und digitalen Gebäudetechnologien ist wirtschaftlich sinnvoll und technologisch möglich. Damit diese Potenziale gehoben werden, brauchen Unternehmen und Eigentümer verlässliche Rahmenbedingungen.“ ■
Quelle: ZVEI / jv

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