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Gebäudeklimatisierung

Wärmepumpe als Al­ter­na­ti­ve zur Kli­ma­an­la­ge

VZ NRW / adpic

Wärmepumpen können in vielen Fällen nicht nur heizen, sondern auch für die Abkühlung von Innenräumen sorgen. Dabei wird zwischen aktivem und passivem Kühlen unterschieden, wobei die Technik der Anlage und die passenden Heizflächen entscheidend sind.

Andauernde Sommerhitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr. Eine Kühl-Alternative zur Klimaanlage kann die eigene Wärmepumpe sein. Denn manche Anlagen können nicht nur heizen, sondern auch für die Abkühlung von Innenräumen sorgen. Simon Lautenbach, Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, weist darauf hin, dass sich nicht jede Wärmepumpe gleichermaßen zum Kühlen eignet. Die Technik der Anlage und die passenden Heizflächen sind entscheidend. Wer die Kühlfunktion nutzen möchte, sollte dies bereits bei der Planung berücksichtigen.

Aktives und passives Kühlen im Detail

Es gibt zwei unterschiedliche Arten der Kühlung mit einer Wärmepumpe. Das aktive Kühlen erfolgt mit einer reversiblen Wärmepumpe. Dabei kehrt sich der Wärmepumpenkreislauf im Sommer um. Die Wärme wird dann aus den Innenräumen abgeführt und nach außen transportiert. Diese Form der Kühlung ist sowohl mit Luft-Wasser-Wärmepumpen als auch mit Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen möglich und bietet eine höhere Kühlleistung.

Das passive Kühlen funktioniert dagegen ausschließlich mit Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Hier wird die Wärme des Gebäudes über einen Wärmetauscher an das kühlere Erdreich oder Grundwasser abgegeben. Diese Methode bietet eine geringere Kühlleistung als das aktive Kühlen, arbeitet aber besonders energiesparend, da lediglich Umwälzpumpen Strom verbrauchen. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die im Sommer in das Erdreich eingebrachte Wärme die Erdsonde einer Sole-Wasser-Wärmepumpe regeneriert und so die Effizienz in der folgenden Heizperiode verbessert.

Frühzeitige Planung und geeignete Kühlflächen

Eigentümer sollten die Möglichkeit zum Kühlen möglichst schon vor der Anschaffung einer Wärmepumpe berücksichtigen. Für das aktive Kühlen wird eine Anlage mit reversibler Funktionsweise benötigt. Zusätzlich müssen geeignete Kühlflächen vorhanden sein. Klassische Heizkörper eignen sich für die Raumkühlung kaum, da ihre kleine Fläche und der geringe Temperaturunterschied die Wirkung begrenzen und Kondenswasser entstehen kann. Flächenheizungen sind besser geeignet. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Kühlfunktion auch bei bestehenden Wärmepumpen nachgerüstet werden; dies hängt von der vorhandenen Technik ab.

Realistische Kühlleistung und Taupunktüberwachung

Passives Kühlen erfolgt langsamer und gleichmäßiger als bei einer klassischen Klimaanlage, da das System bei einer Flächenheizung träge reagiert. Realistisch ist meist eine Abkühlung von zwei bis vier Grad. Es empfiehlt sich daher, die Kühlregelung vorausschauend zu planen. Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen, insbesondere mit Flächenkollektoren, kann die Kühlleistung im Verlauf des Sommers nachlassen, weil sich das Erdreich allmählich erwärmt und der Temperaturunterschied sinkt. Das passive Kühlen eignet sich daher vor allem für eine leichte und gleichmäßige Gebäudeabkühlung. Ergänzend helfen Verschattung und nächtliches Lüften, den Kühlbedarf gering zu halten.

Beim Kühlen mit einer Wärmepumpe ist eine zuverlässige Taupunktüberwachung notwendig. Diese Regelung sorgt dafür, dass die Heizflächen, Leitungen und Verteiler nicht so kalt werden, dass sich Feuchtigkeit aus der Raumluft als Kondensat niederschlägt. Dies würde zu unerwünschter Nässe und Schimmel führen. Die Taupunktüberwachung verhindert dieses Risiko und ist ein wichtiger Bestandteil eines sicheren Kühlbetriebs.

Energieverbrauch der Kühlfunktion

Aktives Kühlen erhöht den Stromverbrauch der Wärmepumpe und belastet die Klimabilanz zusätzlich zum reinen Heizbetrieb. Um die Möglichkeiten der aktiven Kühlung auszuschöpfen, ist zudem eine Entfeuchtung der Raumluft notwendig. Dies kann zum Beispiel mit Gebläsekonvektoren oder Lüftungsanlagen erfolgen. Weniger aufwendig ist die Nutzung von Luft-Luft-Wärmepumpen zur Klimatisierung. Diese arbeiten technisch wie klassische Klimasplitgeräte und können im Sommer als solche verwendet werden.

Besonders energiesparend ist hingegen das passive Kühlen mit einer Grundwasser- oder Erdwärmepumpe. Hier fällt lediglich zusätzlicher Strom für die Umwälzpumpen an, was diese Form der Gebäudeklimatisierung besonders sparsam macht. Noch klimaschonender wird die Kühlung, wenn der benötigte Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage stammt. So lassen sich Wohnkomfort und Energieeffizienz verbinden.
Quelle: Verbraucherzentrale NRW / fl