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Forschungsprojekt HIP-EMIL

2,14 Mio. Euro für intel­li­gen­tes Ener­gie­ma­nage­ment in Gebäuden

Das mit 2,14 Mio. Euro geför­derte For­schungs­pro­jekt HIP-EMIL hat zum Ziel, ein intel­li­gen­tes Ener­gie­ma­nage­ment für die Ge­bäu­de der Zu­kunft zu ent­wickeln.

Tex vector - stock.adobe.com

Das Forschungsprojekt HIP-EMIL („Holistisches interaktives prädiktives Energiemanagement über modellbasierte intelligente Lernmethoden“) hat den Förderbescheid des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) erhalten. Das Verbundvorhaben wird mit rund 2,14 Mio. Euro gefördert, bei Gesamtkosten von etwa 2,86 Mio. Euro. Ziel des Projekts ist es, durch intelligente Energiemanagementsysteme die Energieeffizienz im Gebäudesektor zu erhöhen und damit einen Beitrag zur Wärmewende zu leisten.

Intelligente Steuerung für Strom, Wärme und Mobilität

Der Gebäudesektor verursacht rund ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland und spielt damit eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur Klimaneutralität. Gleichzeitig verändern sich Gebäude zunehmend: Sie sind nicht mehr nur Energieverbraucher, sondern erzeugen, speichern und nutzen flexibel Energie: etwa durch PV-Anlagen, Batteriespeicher, Wärmespeicher oder die Einbindung von Elektromobilität.

„Genau hier setzt HIP-EMIL an“, erklärt Christian Wild, Geschäftsführer der Iconag Leittechnik in Idar-Oberstein und als ausführendes Unternehmen am Forschungsprojekt beteiligt . Er erklärt: „Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines sektorenübergreifenden, intelligenten Energiemanagementsystems, das Strom, Wärme und Mobilität ganzheitlich betrachtet und optimiert. Abhängig von individuellen Zielsetzungen – beispielsweise minimaler CO2-Ausstoß, geringe Energiekosten oder Netzentlastung – soll das Gesamtsystem vorausschauend und effizient gesteuert werden.“

Künstliche Intelligenz trifft auf Ingenieurwissen

Der neuartige Kern von HIP-EMIL liegt in der Verbindung zweier bislang häufig getrennt betrachteter Ansätze: datenbasierter Methoden der künstlichen Intelligenz und physikalisch fundierter Modellierung aus dem Ingenieurwesen. Durch diese hybride Herangehensweise sollen leistungsfähige, prädiktive Energiemanagementsysteme entstehen, die mit geringerem Rechen- und Engineering-Aufwand auskommen und zugleich praxistauglich sind. Neuartige maschinelle Lernverfahren eröffnen dabei bislang kaum erforschte Möglichkeiten für den Einsatz im Gebäudebereich.

Im Unterschied zu heute verbreiteten, meist starren und sektoral getrennten Lösungen sollen die in HIP-EMIL entwickelten Verfahren flexibel auf unterschiedliche Gebäudetypen übertragbar sein – vom Einfamilienhaus bis hin zum Industriestandort. Ziel ist der Aufbau einer universell einsetzbaren Energiemanagement-Infrastruktur statt einzelner Insellösungen für Demonstrationsgebäude.

Die Grafik verdeutlicht, welche Reduktionen in den Bereichen Wärme, Strom und CO2 durch eine klassische Gebäudeautomation ohne Sektorenkopplung sowie durch HIP-EMIL möglich sind, und wie im Laufe des Betriebs die Automation adaptiert und optimiert werden kann (Heizungsaustausch, verbesserte Betriebsweise etc.).

Bestfall

Die Grafik verdeutlicht, welche Reduktionen in den Bereichen Wärme, Strom und CO2 durch eine klassische Gebäudeautomation ohne Sektorenkopplung sowie durch HIP-EMIL möglich sind, und wie im Laufe des Betriebs die Automation adaptiert und optimiert werden kann (Heizungsaustausch, verbesserte Betriebsweise etc.).

Das Verbundkonsortium vereint starke Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft: die Hochschule Trier mit dem Umweltcampus Birkenfeld, die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sowie die Unternehmen Iconag-Leittechnik, IS Predict, Schoenergie und Aimpera. Gemeinsam entwickeln sie Lösungen, die sich konsequent an den Anforderungen der Praxis orientieren.

Verfahren in bestehende Systeme integrieren

Nach Projektende sollen die entwickelten Verfahren prototypisch in die Software der beteiligten Unternehmen und ausgewählter Anwender integriert werden. Zwei bis drei Jahre später ist die Überführung in industrielle Softwareportfolios vorgesehen.

„Iconag wird die entwickelten Modelle in realen Use-Cases erproben“, erläutert Geschäftsführer Wild näher. „Dabei wird entsprechend der AMEV-Empfehlung der BACtwin für öffentliche Gebäude als Standard-Datenmodell zugrunde gelegt. Nach erfolgreicher Validierung durch Erreichung der angestrebten Ziele werden die HIP-EMIL-Funktionen als Modul in der Software von Iconag bereitgestellt und damit ein fester Bestandteil der B-CON-Suite zum technischen Gebäudemanagement, die in mehr als 10.000 Nichtwohngebäuden in Anwendung ist.“

Die HIP-EMIL-Lösung wird dann auf Basis der von Iconag entwickelten Smart Building Hub Technologie mit geringem Integrationsaufwand in Bestandsgebäuden einsetzbar sein.

Das Projekt HIP-EMIL leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende: Es unterstützt Nutzer beimSenkung ihrer Energiekosten, stärkt durch Demand Side Management die Netzstabilität und eröffnet neue wissenschaftliche sowie wirtschaftliche Perspektiven für intelligente Energiemanagementsysteme im Gebäudesektor. ■
Quelle: Bestfall / ml

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