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Marktdaten

2025: Absatz von Heiztechnik in 8 von 16 Segmenten im Minus

BDH

Der Absatz für Heiztechnik war im Jahr 2025 in der Hälfte der vom BDH ge­mel­de­ten Produktse­gmen­ten rück­läufig. Die Ent­wick­lung folgt zu­meist der Wärme­wende.

Am 1. Februar 2026 hat der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) Absatzzahlen für da Jahr 2025 veröffentlicht. Im Fokus stehen dabei naturgemäß die wasserführenden Wärmeerzeuger. Hier ist der Absatz gegenüber einem bereits schwachen Vorjahr nochmals um 12 % auf 627.000 Geräte und den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen (2010: 612.500 Geräte).

Rückläufig war 2025 der Absatz insbesondere bei Öl-Heizkesseln um 74 % auf 22.500 Geräte und bei Gas-Heizkesseln um 33 % auf 276.500 Geräte. Biomasse-Heizkessel legten hingegen auf niedrigem Niveau um 23 % auf 29.000 Geräte zu, bei Wärmepumpen gab es ein Plus von 55 % auf 299.000 Geräte.
Siehe: 2025 sind Wärmepumpen Markführer bei neuen Heizungen

Das wird und darf man unterschiedlich bewerten, letztendlich ist es aber konsequent: Ohne den Bestand an Gas- und Öl-Heizungen zu verringern, lassen sich die Klimaziele nicht erreichen: etwa 80 % der abgesetzten Heizungs-Wärmepumpen werden alte Gas- und Öl-Heizungen mindestens teilweise, zumeist aber vollständig ersetzen. Aus diesem Blickwinkel ist das eigentliche Manko, dass der Zuwachs bei Wärmepumpen und Biomasse-Heizkesseln zu gering ausgefallen ist und der Hochlauf unterbrochen wurde. Die vorzeitige 1:1-Erneuerung einer noch funktionstüchtigen Gas- oder Öl-Heizung im kleinen Leistungsbereich bringt dem Gebäudeeigentümer zudem keinen finanziellen Vorteil; und es gibt auch hier keine Planungssicherheit.
Siehe z. B.: Stilllegung von Gasnetzen: neue Gas-Heizung ein Kostenrisiko

Auf welche Fertigungen der BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt anlässlich der Jahresbilanz 2025 genau abzielt bleibt unklar, die Analyse ist aber eindeutig: „Der Produktionsstandort für Heizungsanlagen in Deutschland steht unter Druck. Die Politik muss jetzt schnellstmöglich einen verlässlichen, bedarfsgerechten und investitionsfreundlichen ordnungspolitischen Rahmen schaffen, flankiert von einer stabilen Förderung und die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg mitnehmen.“

In Summe liege der Absatz des Jahres 2025 bei Wärmeerzeugern auf einem Stand, der die Hersteller vor ernste wirtschaftliche Herausforderungen stelle. Der durchschnittliche Gesamtmarkt der vergangenen Dekade lag bei rund 800.000 Geräten pro Jahr. Die Wertschöpfung in Deutschland pro Stück bei den vier Wärmeerzeuger-Segmenten ist allerdings unterschiedlich.

„Wir brauchen jetzt einen Neustart mit einem verlässlichen politischen Kurs, der Planungssicherheit schafft und alle effizienten technologischen Lösungen einbezieht. Technologiedebatten tragen nicht dazu bei, die bestehende Verunsicherung bei den Verbrauchern aufzulösen.“ Markus Staudt

BDH

„Verunsicherung hemmt Investitionen“

Aus Sicht des BDH sind politisch verursachte Unsicherheiten hauptverantwortlich für die gegenwärtige Absatzkrise. Die hitzige öffentliche politische Auseinandersetzung um das Gebäudeenergiegesetz 2023 habe Vertrauen zerstört. Die große Koalition hat im Koalitionsvertrag beschlossen, die neu eingeführten Anforderungen beim Einbau einer neuen Heizung („Heizungsgesetz“) abzuschaffen, ließ jedoch bislang offen, welche Regelungen künftig gelten sollen. Die im Koalitionsausschuss selbst gesetzt Frist für entsprechende Eckpunkte ist Ende Januar 2026 abgelaufen.

Staudt: „Verbraucherinnen und Verbraucher handeln rational: Solange die politischen Rahmenbedingungen unklar sind, werden Investitionen in neue Heizungen aufgeschoben.“ Auch die kommunale Wärmeplanung, die ursprünglich als Orientierungshilfe für Investitionen gedacht war, wirke derzeit in vielen Fällen als Investitionsbremse. Zahlreiche Bürger würden mit Entscheidungen zögern, solange unklar bleibe, welche Optionen ihre Kommune für die zukünftige Wärmeversorgung vorsehe. Ursache dafür seien häufig eine unzureichende Kommunikation und fehlende Erwartungssteuerung auf kommunaler Ebene.

Der gesamt Markt wird gebremst

BDH

Der rückläufige Absatz der Wärmeerzeuger schlägt sich laut BDH auch auf Systemkomponenten des Heizungssystems wie Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung, Umwälzpumpen oder Heizkörper nieder. Zwar wiesen einige Segmente ein prozentuelles Wachstum auf, die absoluten Stückzahlen bewegen sich jedoch auf niedriger Basis. Die lahmende Neubaukonjunktur verstärke diesen Trend.

Unabhängig davon ob man die einzelnen Segmente bei Wärmeerzeugern fein oder grob zählt: Die Hälfte aller Segmente in der BDH-Aufschlüsselung liegt im negativen Bereich. Tanksysteme (−16 %) und Brenner (−25 %) sind stark an die Entwicklung bei Öl- und Gas-Heizungen gekoppelt. Das Minus von 32 % bei KWK-Anlagen bezieht sich auf eine sehr geringe Stückzahl. Auch das Minus von 30 % für Solarthermie ergibt sich aus dem Strukturwandel im Heizungsmarkt. Wenn sich die Solarthermie nicht „neu erfindet“, reicht der Absatz künftig nicht mehr aus, den Rückbau zu kompensieren. Hintergrund dürfte auch sein, dass die Solarthermie bei typischen Projektgegebenheiten von der Heizungsförderung abgeschnitten wird.

„Hypothek für die Zukunft“

„Wenn weniger Heizungen modernisiert werden, ist das nicht nur schlecht für Wachstum und Beschäftigung, sondern auch für die CO2-Minderung. Je geringer die Modernisierungsraten in der Gegenwart sind, desto mehr muss in den kommenden Jahren modernisiert werden. Wir schieben eine immer größer werdende Welle vor uns her. Die Heizungsbranche hat in der letzten Dekade bewiesen, dass sie zu weitaus mehr in der Lage ist, als der Markt derzeit hergibt. Die Kapazitäten in Industrie und Handwerk sind vorhanden. Einzig braucht es jetzt eine Initialzündung in Form einer verlässlichen und praktikablen Rahmensetzung sowie Anreizen“, so Staudt. ■
Quelle: BDH / jv

Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten

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