Zwar erleichtert das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) den Einbau neuer Gas-Heizungen, langfristig steigen die Kostenrisiken dafür jedoch deutlich.
Ein Blick in andere europäische Länder zeigt, dass die Dekarbonisierung mit Gas beheizter Gebäude nicht nur in Deutschland eine große Aufgabe ist.
In Privathaushalten sind Wärmepumpen und Fernwärme in der Regel deutlich günstiger als Gas-Heizungen mit gemäß der Bio-Treppe steigendem Grüngas-Anteil.
Die Einordnung der Bundesregierung der Wärmepumpe als „Leittechnologie“ oder „bevorzugte Lösung“ klingt wie eine Vorbereitung auf Klagelieder von Gebäudeeigentümern, deren Investitionen in erneuerte Gas-Heizungen stranden.
Die Verfügbarkeit grüner Gasen ist ein notwendiges, jedoch kein hinreichendes Kriterium zur Dekarbonisierung der Gasnetznachfrage von Wohngebäuden.
Der Heizungsbestand entwickelt sich träge und zuletzt mit vielen sich überlagernden Effekten. Nun ist aber klar: Gas-Heizungen sind schon auf dem Abstieg.
Über die Bio-Treppe sollen neue Gas-Heizungen auch langfristig erlaubt sein. Eine EWI-Studie analysiert den Bedarf an Biomethan und das Potenzial.
Mehrere Unternehmen und Organisationen haben sich klar positioniert: „Knappe grüne Moleküle effizient einsetzen: Ein Plädoyer gegen die Grüngasquote“.
Der Einbau von Gas-Brennwertheizkesseln erfolgt auf Zeit. Die ZIV-Erhebung zeigt, was Ende 2025 vom ursprünglichen Absatz ab dem Jahr 2000 noch genutzt wurde.
Rund zwei Jahrzehnte hat es gedauert, bis die Dominanz von Gas-Heizungen in neuen Wohngebäuden zur Wärmepumpe gewechselt ist. Den X-Moment gab es 2019.
Wie mit den Tarifen der Stadtwerke Stuttgart eine Gas-Heizung auf der GModG-Bio-Treppe gegenüber der 65-%-Regelung im GEG und einer Wärmepumpe abschneidet.
Die Erhebung des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks zeigt für 2025 insbesondere: Der Heizungsbestand ist im Mittel fast ein Jahr älter geworden.
Die Bio-Treppe im GModG ist keine (neue) Erlaubnis für den Einbau neuer Gas- oder Ölheizungen, sondern ein „sanktionierendes Abschreckungssystem“, damit vorzugsweise andere Heizungslösungen eingebaut werden.
Der dena-Gebäudereport 2026 zeigt: 2025 wurden erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft. Wärmeplanung und serielle Sanierung machen Fortschritte.
Auf die Bio-Treppe müssen nur neu eingebaute Gas-Heizungen. Um auch den Altbestand zu dekarbonisieren, muss die Grüngas-Quote steil hochlaufen.
Beim Umstieg auf nachhaltige Heizungen drohen hohe Kosten und unklare Regeln. Eine vzbv-Untersuchung zeigt große Preisspannen und fehlende Transparenz.
Macht die Bio-Treppe die Erneuerung einer Gas-Heizung wieder attraktiv? Eine Modellierung mit einem Grenz-Wärmepumpen-Strompreis gibt einen klaren Hinweis.
Bei neu genehmigten Wohngebäuden sind Wärmepumpen schon länger die häufigste primäre Heizungstechnik. Auch bei Nichtwohngebäuden liegen sie an der Spitze.
Damit das Gas-Verteilnetzentgelt nicht bis zum Dominoeffekt steigt, müssten in den nächsten 10 Jahren bis zu 7 Mio. Gas-Heizkessel erneuert werden und anschließend in der Heizungsanlage auch der hauptsächlich genutzte Wärmeerzeuger sein. Das ist wenig realistisch.
Die Preisaufschläge für Erdgas und Strom durch den Iran-Krieg betreffen bisher nur Neuverträge. Sie könnten aber eine Vorschau auf andere Aspekte sein.
Während die Heizkosten für Erdgas und Fernwärme 2025 gestiegen sind, blieb die Wärmepumpe deutlich günstiger als alle fossilen Alternativen.
Die Genehmigungsstatistik 2025 zeigt, dass künftig errichtete Wohngebäude überwiegend mit Wärmepumpen beheizt werden. Die Gas-Heizung wird durchgereicht.
Die „Abschaffung des Heizungsgesetzes“ verringert für neue Öl- und Gas-Heizungen die Anforderungen, das ändert kaufmännisch betrachtet aber zumeist nichts.
Der Absatz an Gas-, Öl-, Biomasse- und Wärmepumpen-Heizungen wird sehr genau beobachtet. Aber wie könnte der Markt in 5, 10 und mehr Jahren aussehen?
Erst lange Zahlenreihen machen Marktbewegungen sichtbar. Im Heizungsmarkt erfolgen die Entwicklungen trotz vielfältiger Impulse langsam und Umbrüche sind rar.