„Nimmt man das Jahr 2021 vor der Berg- und Talfahrt im Heizungsmarkt durch Energiekrise und GEG-Novelle als Maßstab, hat sich der nun wieder zu der tatsächlichen endkundenseitigen Nachfrage passende Absatz an Wärmepumpen fast verdoppelt.“
GV
Etwa alle 24 Sekunden haben die SHK-, Kälte- und Elektro-Fachbetriebe im Jahr 2025 in Deutschland eine wasserbasierte Heizung-Wärmepumpe installiert, in Betrieb genommen und bei sehr vielen Projekten vorher die Gebäudeeigentümer beraten, die Systeme ausgelegt und geplant sowie die Förderbürokratie abgearbeitet.
24 Sekunden ergeben sich aus der Annahme, dass der vom BWP gemeldete Absatz von 299.000 Heizungs-Wärmepumpen den Lagerbestand im Handel nicht erhöht hat, und die Fachbetriebe an 251 Arbeitstagen jeweils 8 Stunden im Einsatz waren. Wer es anschaulicher findet: Wieder bezogen auf die Geschäftszeit waren es nahezu 149 Heizungs-Wärmepumpen pro Stunde. Setzt man alle 8.760 Zeitstunden eines Jahres an, würde sich ein Takt von 105 Sekunden ergeben.
Monoblock-Wärmepumpen dominieren
Da BDH und BWP unterschiedlich runden, gibt es für 2025 eventuell leicht unterschiedliche Ergebnisse, beide sind ein großer Erfolg. Der Absatz verteilt sich auf 283.000 Luft/Wasser-Wärmepumpen (davon sind 252.000 Monoblock-Wärmepumpen) mit einem Anteil von 95 % und 16.000 Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen. 2021 lag der Absatz bei insgesamt 154.000 Geräten.
Beeindruckend sind auch alle vor- und nachgelagerten Leistungen: Entwicklung, Material- und Bauteilbeschaffung, Fertigung und Qualitätssicherung von Wärmepumpen, die gesamte Logistik, die Schulung von Fachkräften und vermutlich hunderte weiterer Zutaten und Zuarbeiten anderer Gewerke, zahlreicher Dienstleister und der Netzbetreiber, das Management und die Abwicklung der Heizungsförderung sowie die fachgerechte Entsorgung der alten Heiztechnik.
Wenn man der Industrie, dem Handwerk und potenziellen Heizungsmodernisierern gut zuhört: Mit den richtigen Rahmenbedingungen und Planungssicherheit geht noch viel mehr. Und viel mehr ist erforderlich, um den Gebäudesektor kosteneffizient zu dekarbonisieren. Dafür ist die Verstetigung des Wärmepumpenhochlaufs einer der wesentlichen und sofort wirksamen Schlüsselfaktoren.
Förderbedarf muss sinken
Das nimmt Hersteller, Handel, Planer, Energieberater, das Handwerk und vor allem die Politik in die Pflicht. Planungssicherheit kann dabei helfen, die Kosten für den Einbau einer Wärmepumpe und damit den Förderbedarf zu senken. Auch durch eine Novellierung des Rahmens für bestimmte Energiepreisbestandteile kann die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen verbessert werden. Ein einfaches Beispiel: Wenn ein Hausbesitzer mit Gas-Heizung für ein warmes Zuhause pro Jahr 6 Euro (netto) Konzessionsabgabe an seine Gemeinde entrichtet und für ihn nach einem Umstieg auf eine Wärmepumpen-Heizung pro Jahr 68 bis 123 Euro Konzessionsabgabe fällig werden, läuft etwas schief, siehe: Heizungswende: „Zufallsgewinne“ durch Konzessionsabgabe
Auch die Branche muss weiter an vielen Details und Prozessen optimieren und auch als gesetzt geltende „Standards“ hinterfragen bzw. prüfen, ob sie eigentlich zu den aktuellen oder den künftigen Rahmenbedingungen passen und letztendlich auch beantworten, welche Konzeptbausteine die Wirtschaftlichkeit tatsächlich erhöhen und welche aufgrund überholter Annahmen oder gar nicht belohnter Vorteile eher Ballast sind – oder welche bisher zu wenig im Rampenlicht stehen. Zusammen mit einer Entbürokratisierung bei der Förderung, bei Netzanschlüssen und Anschlussbedingungen lassen sich viele Hebel ansetzen.