Im Dezember 2025 ist die Nachfrage bei der Heizungsförderung kräftig gestiegen. Mit 41.331 Zusagen lag der Fokus bei Wärmepumpen.
Wie schon im Vorjahresmonat ist im Dezember 2025 die Nachfrage bei der KfW-Heizungsförderung als Einzelmaßnahme (BEG EM) stark gestiegen und lag gemessen an der „Anzahl Zusagen ohne Zusatzanträge“ mit 46.028 knapp über dem Wert für Dezember 2024 (45.956). Da die Werte zumeist in den Folgemonaten noch kleineren Korrekturen unterliegen, kann sich die Rangfolge noch einmal ändern. Am Ende werden beide Dezemberwerte aber mit deutlichem Abstand an der Spitze liegen. Ohnehin gibt es, mutmaßlich durch leichte Änderungen in der Antragsstruktur, im Dezember 2025 in der Summe etwas weniger Anträge für die einzelnen Fördermöglichkeiten.
JV / Daten: BMWE
Unabhängig davon liegen Wärmepumpen in der Statistik der Zuschussförderung klar an der Spitze und haben im Dezember 2025 mit 41.331 Zusagen für Projekte mit mindestens einer Wärmepumpe den Bestwert aus Dezember 2024 von 38.342 Zusagen deutlich übertroffen (+7,8 %). Schon im November 2025 wurde der nun zweithöchste Jahreswert und der dritthöchste Wert seit dem Start der Ende 2023 novellierten BEG-EM-Heizungsförderung erreicht. Wie schon vor dem letzten Jahreswechsel dürfte ein Teil des Booms auf Aussagen einzelner Politiker zur Zukunft der Heizungsförderung und des Gebäudeenergiegesetzes zurückzuführen sein.
Für Biomasse-Heizkessel gab es im Dezember 2025 ebenfalls einen Jahreshöchstwert von 3734 Projektzusagen. Der Peak blieb aber deutlich unter dem Wert im Dezember 2024 von 5452 Projektzusagen.
Da die Zusagen praktisch unmittelbar nach dem Einreichen vollständiger Antragsunterlagen erteilt werden, spiegeln sie das Marktgeschehen zeitnah wider.
Bilanz: 1. Januar bis 31. Dezember 2025
Grundsätzlich ist zu beachten, dass bei der „Anzahl der Zusagen ohne Zusatzanträge“ (330.021; 2024: 192.406) bei Wohneigentümergemeinschaften und Mehrfamilienhäusern lediglich die Basisanträge exklusive Zusatzanträgen berücksichtigt sind, die „Anzahl Zusagen mit Zusatzanträgen“ beträgt 391.447 (2024: 226.895).
Zudem erfolgt gebäudebezogen die Zusage für einen einzelnen Wärmeerzeuger oder für mehrere Wärmeerzeuger gleichzeitig. Die Anzahl der Wärmeerzeuger kann dadurch die Anzahl der Zusagen übersteigen. Die „Anzahl der Zusagen ohne Zusatzanträge“ dürfte die dichteste Annäherung an die Anzahl der involvierten Heizungsanlagen sein.
Für den Zeitraum 01.01. bis 31.12.2025 liegen folgende Zahlen vor:
● 330.021 Zusagen ohne Zusatzanträge
● 288.223 Zusagen für Wärmepumpen (WP)
● 238.401 Zusagen mit Effizienzbonus (nur WP)
● 28.751 Zusagen für Biomasse-Heizungen
● 19.600 Zusagen mit Emissionsminderungszuschlag (nur Biomasse)
● 4.611 Zusagen für Solarthermie
● 13.152 Zusagen für Wärmenetzanschlüsse
● 212.695 Klimageschwindigkeits-Bonus-Zusagen
Für die Zusagen (ohne Brennstoffzellenheizungen und ohne innovative Heiztechnik) ergibt sich folgende Wärmeerzeugerstruktur:
● 85,8 % der Zusagen entfallen auf Wärmepumpen
● 8,6 % der Zusagen entfallen auf Biomasse-Heizungen
● 1,4 % der Zusagen entfallen auf Solarthermie-Anlagen
● 3,9 % der Zusagen entfallen auf Wärmenetz-Anschlüsse
● 0,3 % der Zusagen entfallen auf Gebäudenetz-Anschlüsse und
● 0,1 % der Zusagen entfallen auf wasserstofffähige Gas-Heizungen
JV / Daten: BMWE
Im Vorjahresvergleich gab es 2025 bei Wärmepumpen 87,7 % mehr Projektzusagen (+134.647), bei Biomasse-Heizkesseln gab es ein Plus von 4,9 % (+1349 Projektzusagen) und bei Solarthermie einen Rückgang um 34,0 % (−2374 Projektzusagen).
Seit dem 1. September 2024 ist der Antrag in jedem Falle vor Beginn der Arbeiten zu stellen. Verbindlich reserviert sind die Zuschüsse erst nach einer Zusage durch die KfW. Nach einer Zusage haben die Kunden 36 Monate Zeit, den Heizungsaustausch durchzuführen. Wichtig ist jedoch die Einhaltung von Abschnitt 9.5.1 Zuschussförderung der BEG-EM-Förderrichtlinie. Weitere Infos zur Heizungsförderung: www.kfw.de/nachhaltige-heizung ■
Quelle: BMWE, eigene Berechnungen / jv
Zur Einordnung: Pro Jahr werden in Deutschland aktuell etwa 55.000 Heizungs-Wärmepumpen in neu fertiggestellten Gebäuden installiert. Die BEG-EM-Heizungsförderung greift für diese Fälle nicht. Das 500.000-Wärmepumpen-pro-Jahr-neu-installieren-Ziel muss deshalb insbesondere im Bestand umgesetzt werden. Das bedeutet hier durchschnittlich 37.000 WP-Installationen pro Monat. Mit 41.331 Zusagen im Dezember 2025 wurde dieser rechnerische Wert übertroffen (die Anzahl der Geräte ist durch Kaskadenanlagen höher). Wie viele Heizungs-Wärmepumpen im Bestand zusätzlich ohne die KfW-Heizungsförderung eingebaut werden, ist nicht genau bekannt.
Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten
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