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Standpunkt

ZHSHK: „Wir brauchen wirt­schafts­politischen Kurswechsel“

Michael Hilpert

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Michael Hilpert

Michael Hilpert – Präsident des Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) fordert von der Bundespolitik einen Kurswechsel. 2026 müsse das Jahr der Umsetzung werden:

„Die wirtschaftspolitische Bilanz der Bundesregierung ist ernüchternd. Aus Sicht des Handwerks war das vergangene Jahr in weiten Teilen ein verlorenes Jahr. Strukturelle Probleme wurden nicht entschlossen angegangen. Statt eines wirtschaftspolitischen Aufbruchs erleben wir Stillstand, Unsicherheit und eine Politik, die Vertrauen verspielt.

Deutschland leidet zunehmend an mangelnder Leistungsbereitschaft. Leistungsanreize wurden geschwächt, Arbeit verteuert und Verantwortung delegiert. Gleichzeitig wachsen staatliche Ansprüche, während Investitionen, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zurückgehen. Leistung lohnt sich immer weniger – mit spürbaren Folgen für Betriebe und Beschäftigte.

„Das SHK-Handwerk ist besonders betroffen“

Hinzu kommt eine Wirtschaftspolitik, die unternehmerisches Handeln eher hemmt als fördert. Hohe Energiepreise, eine erdrückende Bürokratie und immer neue Regulierung belasten die Betriebe massiv. Gerade das SHK-Handwerk ist davon besonders betroffen. Unsere Betriebe sollen die Energiewende praktisch umsetzen – werden dabei aber durch die permanente öffentliche und politische Debatte um das sogenannte Heizungsgesetz, zusätzliche Bürokratie und immer neue Detailvorgaben ausgebremst.

Diese Kombination ist nicht tragfähig. Verunsicherung ist der größte Investitionskiller. Besonders irritierend ist, dass trotz veränderter politischer Mehrheiten ein echter wirtschaftspolitischer Kurswechsel bislang ausbleibt. Statt mutiger Reformen erleben wir bekannte Muster: mehr Regulierung, mehr Kontrolle, mehr staatliche Vorgaben. Für das Handwerk ist nicht entscheidend, aus welchem politischen Lager diese Ideen stammen – entscheidend ist ihre Wirkung. Und diese Wirkung ist negativ.

„Bürokratie treibt die Kosten“

Deutschland verliert an Wettbewerbsfähigkeit, weil politische Entscheidungen zu oft an der Praxis vorbeigehen. Besonders im Gebäudebereich zeigt sich das deutlich: Nicht Technik, Handwerk oder Förderung treiben die Kosten, sondern die Bürokratie. Solange diese Erkenntnis ignoriert wird, bleiben Investitionen aus. Das SHK-Handwerk ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Wir stehen für Leistung, Qualität und Verlässlichkeit. Wir sind Umsetzer der Wärmewende und Anwalt der Verbraucher. Aber wir erwarten im Gegenzug eine Wirtschaftspolitik, die Leistung wieder einfordert, Bürokratie abbaut und Verlässlichkeit schafft.

Deutschland braucht kein weiteres Jahr des Zögerns. 2026 muss das Jahr der Umsetzung werden. Die Politik muss sich entscheiden: Vertrauen in Mittelstand und Handwerk – oder weiterer Stillstand.“ ■
Quelle: ZVSHK / jv

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