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Frost & Sullivan

Wachstum bei Gebäudeautomation

Der europäische Markt für Gebäudeautomationssysteme erholt sich von der durch die Wirtschaftskrise verursachten Flaute des Jahres 2009. Trotz des deutlichen Aufwärtstrends muss sich der Markt aber erst stabilisieren und seine Wachstumschancen auf sich entwickelnde Regionen und Endverbrauchersegmente ausweiten. In der Zwischenzeit dürften die Anforderungen bezüglich der Energieeffizienz und die normative Rückendeckung durch EU-Richtlinien den Markt beträchtlich vorantreiben. Laut einer aktuellen Studie (European Building Automation Systems Market)1) der Unternehmensberatung Frost & Sullivan erwirtschaftete der europäische Markt für Gebäudeautomationssysteme im Jahr 2010 Umsätze in Höhe von 1,77 Mrd. US-Dollar und soll bis 2017 auf 2,12 Mrd. US-Dollar wachsen. Die Studie erfasst die Gebäudefunktionen: Heizung, Klimatisierung und Lüftung sowie Sanitäreinrichtungen, Energiemanagement und Beleuchtung, Brandschutz und Sicherheitstechnik, Kontroll- und Alarmanlagen.

Führungsrollen für Energiemanagement und Beleuchtung


„Energieeffizienz ist der zentrale Wachstumstreiber für Gebäudeautomationssysteme“, erklärt Senior Research Analyst Neetha Jayanth von Frost & Sullivan. „Energiemanagement ist derjenige Funktionsbereich, der das Wachstum dieses Marktes stützen wird, vor allem im Zuge der Implementierung von Rechtsnormen, wie der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden.“

Als Folge der positiven Entwicklung von Energiemanagement und Beleuchtungslösungen im Jahr 2010 ist zu erwarten, dass diese beiden Systemarten im Bereich der Gebäudeautomation marktführend sein werden. Systeme, mit denen vorrangig Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen (HKL) kontrolliert und gesteuert werden, dürften jedoch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Bürokomplexe bleiben das Schlüsselsegment, an das sich Hersteller wenden müssen, obwohl auch öffentliche Gebäude und Bildungszentren sich zu wichtigen Wachstumssegmenten entwickeln.

Kürzere Amortisationszeiten erwartet


Die für die Installation von Gebäudeautomationssystemen erforderlichen hohen Anfangsinvestitionen haben bisher die Verbreitung deutlich gehemmt, vor allem bei bereits bestehenden Gebäuden. Obwohl sich das Verhältnis zwischen neuen und bestehenden Gebäuden langsam ausgleicht, ist die Nachfrage aufgrund der Anzahl der bestehenden Gebäude im Vergleich zu Neubauten weiterhin verzerrt.

„Wenngleich zu erwarten ist, dass sich die Amortisationszeiten in den nächsten Jahren verringern, sind die erforderlichen Anfangsinvestitionen, vor allem bei bereits bestehenden Gebäuden, oft sehr hoch“, meint Jayanth. „Das ist vor allem dann der Fall, wenn bestehende Systeme und Geräte, die nicht kompatibel sind, ersetzt werden müssen, oder wenn die Kommunikationstechnologie zwischen den Geräten auf den neuesten Stand gebracht werden muss.“

Die Last der hohen Investitionskosten sei vor allem während der Wirtschaftskrise besonders stark zu spüren gewesen, in der die Anschaffung von Automationssystemen sowohl von Seiten privater als auch öffentlicher Auftraggeber zurückging. Die durch die Rezession bewirkte Marktträgheit dürfte die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate sinken lassen.

Wichtige Faktoren: Offene Systeme und Energieeffizienz


Die Einführung von offenen Systemen und die Aussicht auf Einsparungen bei den Energiekosten sind hingegen ein wichtiger Faktor, um die Preisbarrieren zu überwinden. Interesse wecken durch ein effizientes System kann zu schnellerer Rentabilität führen und ist speziell bei den steigenden Energiepreisen eine zukunftsträchtige Option.

„Hersteller sollten darum Automationssysteme entwickeln, die den effizienten Betrieb von Geräten mit hohem Energieverbrauch in den Gebäuden regeln und dabei selbst einen möglichst geringen Stromverbrauch aufweisen“, rät Jayanth. „Außerdem sollten Hersteller in jedem Land geeignete, auf den jeweiligen Inlandsmarkt ausgerichtete Vertriebskanäle schaffen, sowie ein Team von Fachkräften für Installation und Wartung.“ ■

1) Die Studie European Building Automation Systems Market ist Bestandteil des Growth Partnership Service Programms Building Management Technologies, das außerdem Analysen zu den folgenden Bereichen umfasst: European Home Automation Markets (2010) und Building Automation Systems: The Future Role of Open Protocols in Europe. Sämtliche Studien im Subskriptionsservice basieren auf ausführlichen Interviews mit Marktteilnehmern und bieten detaillierte Informationen über Marktchancen und Branchentrends.