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Überspannungsschutzkonzept Safe Protection Plus (SPP)

Einfach handhabbar, normgerecht und leistungsfähig

Der Artikel kompakt zusammengefasst

Bild 1 Ganzheitliche Schutzkonzepte bieten Vorteile im gesamten Lebenszyklus.

Phoenix Contact

Bild 1 Ganzheitliche Schutzkonzepte bieten Vorteile im gesamten Lebenszyklus.
  • Mit der SPP-Familie stellt Phoenix Contact ein durchgängiges und gleichzeitig anwenderfreundliches Blitz- und Überspannungsschutz-System für Haupt- und Unterverteilungen in Gebäuden bis zur industriellen Automation, Energie- und Netzinfrastruktur sowie Photovoltaik-Anlagen bereit.
  • FLT-SPP wirkt als kompakter, multiimpulsfester Kombiableiter für Typ 1+2+3 am Einspeisepunkt.
  • VAL-SPP ergänzt das Konzept mit Variantenvielfalt, dem Fokus auf Unterverteilungen und der Verfügbarkeit spezieller Photovoltaik-Versionen.
  • Gemeinsam ermöglicht das Safe-Protection-Plus(SPP)-Prinzip eine einfache Installation und einen sicheren Betrieb.

Der Schutz vor Blitz- und Überspannungen ist für jeden Bereich relevant: In Gebäuden, im Gewerbe, in Photovoltaik-Anlagen und in der Industrie kommen heute elektronische Systeme zum Einsatz, die deutlich empfindlicher sind als früher. Schon ein einzelner Blitz oder ein Schaltimpuls im Netz kann Router, Wärmepumpen, Leittechnik, Server, Wechselrichter oder ganze Produktionsanlagen lahmlegen und erhebliche Schäden und Folgekosten auslösen.

Kommt es zu einem Schaden durch Blitz- und Überspannungen, lässt sich die geschädigte Hardware austauschen. Als viel kostspieliger erweisen sich jedoch Ausfallzeiten oder Datenverluste. Diese Risiken lassen sich mit einem geeigneten Schutzkonzept zuverlässig beherrschen. Genau hier setzt Phoenix Contact mit der neuen SPP-Familie an. Sie bietet ein umfassendes Überspannungsschutzsystem, das hohe Leistungsfähigkeit, sichere Handhabung, steckbare Technologie und normgerechte Installation vereint.

Unter dem Leitprinzip Safe Protection Plus (SPP) deckt die Produktfamilie SPP ein breites Spektrum an Anwendungen ab. Sie schützt verlässlich Hauptverteilungen, Unterverteilungen, Photovoltaik-Anlagen und industrielle Systeme. Die SPP-Familie ist also für ein großes Anwendungsfeld ausgelegt. Sie besteht aus zwei klar abgegrenzten Produktlinien:

  • FLT-SPP als Kombiableiter Typ 1+2+3
  • VAL-SPP für Typ-2-AC- und Typ 1/2-PV-Anwendungen.

Beide Linien folgen einem durchgängigen Design-, Installations- und Sicherheitskonzept. Das erleichtert die Planung und den Einbau. Außerdem wird ein Schutzsystem geschaffen, das vom Hauptverteiler bis zur Unterverteilung zuverlässig koordiniert (Bild 2).

Bild 2 Die Produktfamilie SPP besteht aus dem Kombiableiter Typ 1+2+3 FLT-SPP, dem Überspannungsschutz Typ 2 für AC-Anwendungen VAL-SPP und dem Überspannungsschutzgerät für PV-Anlagen VAL-SPP-PV.

Phoenix Contact

Bild 2 Die Produktfamilie SPP besteht aus dem Kombiableiter Typ 1+2+3 FLT-SPP, dem Überspannungsschutz Typ 2 für AC-Anwendungen VAL-SPP und dem Überspannungsschutzgerät für PV-Anlagen VAL-SPP-PV.

Kombiableiter Typ 1+2+3 für hohe Energien in der Hauptverteilung

Die Linie FLT-SPP übernimmt als Kombiableiter Typ 1+2+3 den Blitzstromschutz im Bereich der Hauptverteilung. Das Gerät wurde für Einsatzorte entwickelt, an denen besonders hohe Energien auftreten können. Dazu gehören typischerweise Anlagen mit äußerem Blitzschutz oder Standorte, bei denen aufgrund ihrer Bauweise oder Umgebung erhöhte Blitzteilströme erwartet werden. FLT-SPP ist für Gebäudeeinspeisungen, industrielle Anlagen und technische Einrichtungen im Außenbereich verwendbar.

Der Kombiableiter erfüllt dafür die Anforderungen der Blitzschutzklassen I und II. Darüber hinaus verfügt FLT-SPP über zusätzliche Leistungsreserven, die das Gerät für anspruchsvolle Szenarien prädestinieren. In exponierten Lagen oder in Telekommunikationsanwendungen mit langen Freileitungs- oder Außenkabelstrecken erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Blitzentladungen erheblich. Tritt eine Blitzentladung auf, besteht zudem das Risiko, dass über den vorhandenen Blitzkanal mehrere Folgeentladungen erfolgen.

Die Multiimpulsfähigkeit der getriggerten Multi-Carbon-Funkenstrecke sorgt dafür, dass auch schnelle Folgeimpulse sicher beherrscht werden und der Schutz selbst bei komplexen Blitzbedingungen verlässlich funktioniert (Bild 3).

Bild 3 Kombiableiter FLT-SPP mit getriggerter Multi-Carbon-Funkenstreckentechnologie.

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Bild 3 Kombiableiter FLT-SPP mit getriggerter Multi-Carbon-Funkenstreckentechnologie.

Schmale Bauform und hohe Widerstandsfähigkeit

Trotz der hohen Leistungsfähigkeit bleibt die Bauform kompakt. Durch die schmale Baubreite von 17,5 mm pro Pol passt FLT-SPP ebenfalls in enge Zählerschränke und dicht belegte Hauptverteilungen. Die robuste Konstruktion ermöglicht gleichzeitig eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber thermischen und mechanischen Belastungen. Dies ist ein Vorteil, der vor allem in industriellen Umgebungen zu guter Anlagenverfügbarkeit beiträgt.

Ein weiterer praktischer Vorteil ergibt sich aus der steckbaren Ausführung. Während der Inbetriebnahme wird für die Isolationswiderstandsmessung lediglich das Schutzmodul gezogen, der Basisteil ist weiterhin angeschlossen. Das vereinfacht sowohl den Einbau als auch spätere Servicearbeiten deutlich. FLT-SPP erweitert die 2024 eingeführte Produktlinie VAL-SPP und vervollständigt damit das SPP-Familienkonzept für den Typ-1- und Typ-2-Schutz.

Bild 4 VAL-SPP bietet eine Varianz an Schaltungs- und Spannungsvarianten.

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Bild 4 VAL-SPP bietet eine Varianz an Schaltungs- und Spannungsvarianten.

Typ-1- und Typ-2-Schutzgeräte für die Unterverteilung

Während FLT-SPP den hochenergetischen Blitzstrom im Einspeisepunkt abfängt, übernimmt VAL-SPP den koordinierten Schutz in der Unterverteilung. Die Produktlinie ist in zahlreichen Schaltungs- und Nennspannungsvarianten erhältlich. Dadurch lässt sie sich nahtlos in unterschiedliche Netzstrukturen integrieren – vom Wohngebäude über Gewerbeanwendungen bis zu industriellen Schaltschränken.

Die Produktlinie umfasst ferner speziell entwickelte Varianten für Photovoltaik-Anwendungen, die den besonderen Rahmenbedingungen moderner PV-Systeme gerecht werden. Die Geräte sind auf die Anforderungen einer dezentralen Energieerzeugung abgestimmt und schützen PV-Module, Wechselrichter und Energiespeicher zuverlässig vor transienten Ereignissen.

Das Portfolio erstreckt sich über Typ-1- und Typ-2-Schutzgeräte für Systemspannungen von 600 bis 1500 V DC. Das Sicherheitskonzept beinhaltet steckbare Module, ein robustes und gleichzeitig einfach bedienbares Verriegelungssystem sowie klar erkennbare Statusanzeigen. Auf diese Weise wird die Installation genauso erleichtert wie die Wartung oder ein Austausch. Außerdem sorgt das Sicherheitskonzept insgesamt für kurze Reaktions- und Servicezeiten (Bild 4).

Bild 5 Untersteck- und Berührschutz sind nur zwei der vielen Installations- und Sicherheitsmerkmale der Produktfamilie SPP.

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Bild 5 Untersteck- und Berührschutz sind nur zwei der vielen Installations- und Sicherheitsmerkmale der Produktfamilie SPP.

Gleiche Abläufe über alle Schutzstufen

Das übergeordnete SPP-Konzept legt großen Wert auf einheitliche konstruktive und installationsfreundliche Eigenschaften. Die Bedienphilosophie folgt einer eindeutigen Logik, die beide Produktlinien unterstützen. Untersteck- und Berührschutz stellen sicher, dass die Installation sicher und intuitiv geschieht, während ein geringes Anzugsdrehmoment von 3 Nm die Montage beschleunigt.

Gleichzeitig erweist sich das reduzierte Anzugsdrehmoment als zusätzlicher Sicherheitsaspekt. Wird das vorgegebene Drehmoment nicht erreicht, kann die Klemmkraft im Anschlussbereich zu gering sein. Unter hohen Ableitströmen besteht dann das Risiko, dass Leiter keinen sicheren Kontakt mehr haben oder sich lösen. Das vergleichsweise niedrige Anzugsdrehmoment von 3 Nm senkt dieses Risiko deutlich und sorgt für eine dauerhaft stabile Verbindung.

Die einheitliche konstruktive Gestaltung führt dazu, dass Installateure über alle Schutzstufen hinweg mit denselben Abläufen arbeiten. Ein Vorteil, der sich besonders bei größeren Projekten und im Service zeigt. Auch die Betriebssicherheit profitiert von diesem identischen Konzept. Steckbare Module, klare Statussignale, ein doppelt isolierter, potenzialfreier Fernmeldekontakt und eine sichere Abtrennung im Fehlerfall erhöhen die Verfügbarkeit der gesamten Anlage (Bild 5). Die vollständige Normkonformität zu den relevanten Überspannungsschutzstandards vereinfacht darüber hinaus die Planung und Dokumentation nach nationalen und internationalen Installationsvorgaben. ■

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Loisa Dohmann
ist Produktmanagerin Power Protection SPT bei Phoenix Contact, 32825 Blomberg, www.phoenixcontact.com/spp

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Joshua Luca Schrader
ist Produktmanager Power Protection SPT bei Phoenix Contact, 32825 Blomberg, www.phoenixcontact.com/spp

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