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Dämmtechnik als Gestaltungselement

Sichtbare Elastomer-Dämmung für herausragende Architektur

Der Artikel kompakt zusammengefasst

  • In einem Bürogebäude war die Technische Dämmung der sichtbar verlegten Rohrleitungen und Luftkanäle schon ab dem Entwurf integraler Bestandteil der Architektur.
  • Der Anspruch an die optische Perfektion war ebenso hoch wie an die technische Ausführung: Logos auf der Dämmung sollten nicht sichtbar sein, Nähte auf ein Minimum reduziert werden.
Bild 1 Offen geführte Rohrleitungen und Luftkanäle prägen die Innenräume von Rooswijck 5. Die schwarze Dämmung fügt sich in die reduzierte Materialpalette aus Holz, Glas und Metall ein.

Nuvastgoed

Bild 1 Offen geführte Rohrleitungen und Luftkanäle prägen die Innenräume von Rooswijck 5. Die schwarze Dämmung fügt sich in die reduzierte Materialpalette aus Holz, Glas und Metall ein.

Im Bürogebäude Rooswijck 5 sind gebäude­technische Leitungen bewusst sichtbar geführt und prägen die Innenräume gestalterisch. Bei der Technischen Dämmung gewährleistet eine Systemlösung aus Schläuchen, Platten und Rohrträgern eine effiziente Wärme­dämmung und zuverlässigen Tauwasserschutz – ohne die visuelle Perfektion zu beein­trächtigen.

Im Süden Amsterdams, am Rand des Geschäftsviertels Zuidas, hat die niederländische Immobilienentwicklungs- und Investmentgesellschaft Kroonenberg Groep ein neues architektonisches Highlight geschaffen: Rooswijck 5. Das von Damast Architekten entworfene kompakte zweistöckige Gebäude bietet eine Arbeitsumgebung, die hohe Funktionalität mit einer markanten gestalterischen Identität verbindet.

Das ursprüngliche Gebäude wurde durch einen prägnanten Neubau aus nachhaltigem Brettsperrholz (Cross-Laminated Timber, CLT) ersetzt, der auf dem bestehenden Untergeschoss errichtet wurde. Mit schwarzen Aluminiumverkleidung und großzügigen raumhohen Fenstern präsentiert sich Rooswijck 5 als zeitgemäßes Bürogebäude, das zugleich Offenheit und Bodenständigkeit ausstrahlt.

Offen geführte Gebäudetechnik

In konventionellen Bürogebäuden werden die technischen Anlagen unter abgehängten Decken, in Schächten oder hinter Metallummantelungen verborgen – das Rooswijck 5 stellt dieses Prinzip auf den Kopf. Hier sind die Versorgungsleitungen vollständig sichtbar. Rohre und Leitungen folgen den Raumkonturen, sind bewusst freigelegt und sorgfältig mit schwarzem ArmaFlex gedämmt. Die offen geführten Installationen unterstreichen den ruhigen, haptischen Charakter der Innenräume.

„Indem wir die technischen Installationen bewusst sichtbar gelassen und optisch integriert haben, haben wir eine klare, moderne Ästhetik geschaffen, die unsere langfristige Vision von nachhaltigen und zukunftsfähigen Immobilien unterstützt“, erläutert Bob Knols, Immobilienentwickler bei Kroonenberg Groep und fährt fort: „Die sichtbare schwarze Dämmung ist nicht nur funktional, sondern Teil dieser Atmosphäre. Sie erzählt eine Geschichte von technischer Präzision und Liebe zum Detail.“

Bild 2 Das zweigeschossige Bürogebäude Rooswijck 5 in Amsterdam wurde in Holzbauweise aus Brettsperrholz (CLT) errichtet und zeichnet sich durch eine klare, reduzierte Architektursprache aus.

Kees Hummel

Bild 2 Das zweigeschossige Bürogebäude Rooswijck 5 in Amsterdam wurde in Holzbauweise aus Brettsperrholz (CLT) errichtet und zeichnet sich durch eine klare, reduzierte Architektursprache aus.

Das von dem Bauunternehmen JP van Eesteren errichtete Gebäude besticht durch eine klare, zweckmäßige Ästhetik und der schwarze Elastomerdämmstoff ergänzt die minimalistische Materialpalette aus Holz, Glas und schwarzem Metall. Die offen durch die Räume verlaufenden Rohrleitungen und Luftkanäle sind Teil der architektonischen Gestaltung.

Auch aus architektonischer Sicht war die Sichtbarkeit der Technik ein zentraler Bestandteil des Entwurfs, wie Daniel Peters, Architekt bei Damast Architects, betont: „Unser Ziel ist es, herausragende Architektur zu schaffen, die Bestand hat. Unser Entwurf für Rooswijck 5 basiert auf Nachhaltigkeit, Klarheit und der Schaffung optimaler Arbeitsbedingungen. Die Wärme des Holzes und das flutende Tageslicht dominieren den Raum. Mit seiner mattschwarzen Oberfläche wird die Isolierung Teil der Architektur – nicht etwas, das man verstecken muss.“

Energiekonzept des Gebäudes

Das Rooswijck 5 ist als energieeffizientes Gebäude mit klarer technischer Ausrichtung konzipiert. Der Entwurf umfasst zwei extra hohe Stockwerke mit aufgeständertem Doppelboden auf Stahlstützen, der maximale Flexibilität in der Leitungsführung ermöglicht. Ein mechanisches Belüftungssystem versorgt alle Bereiche mit Frischluft, und 4-Rohr-Gebläsekonvektoren ermöglichen eine unabhängige Beheizung und Kühlung auf jeder Ebene. Großzügige Verglasungen sorgen für viel Tageslicht, während 54 Solarmodule auf dem Dach ein Teil des Energiebedarfs für die Gebäudetechnik liefern.

Die technischen Installationen wurden von Technisch Installatie Buro van Dort B.V. aus Utrecht ausgeführt. Sander van Dort, Projektmanager beim Installationsunternehmen, kommentiert: „Bei der Holzrahmenkonstruktion und den sichtbaren Installationen waren Präzision und Ästhetik entscheidend. Mit dem schwarzen ArmaFlex konnten wir sowohl die technischen als auch die optischen Erwartungen erfüllen. Das Ergebnis ist nicht nur funktional, sondern auch schön.“

Bild 3 Auch die Luftkanäle wurden in vollständig sichtbarer Ausführung gedämmt. Die einheitliche Gestaltung stellt hohe Anforderungen an Präzision und Ausführung.

Kroonenberg Groep B.V.

Bild 3 Auch die Luftkanäle wurden in vollständig sichtbarer Ausführung gedämmt. Die einheitliche Gestaltung stellt hohe Anforderungen an Präzision und Ausführung.

Systemlösung für hohe Zuverlässigkeit

Für das Isoliererteam von Riweltie Isolatie en Brandpreventie B.V. war die Gebäudestruktur zugleich Herausforderung und Chance. Neben Wärmeverlusten mussten insbesondere Tauwasserbildung, Feuchteeintrag und Wärmebrücken zuverlässig verhindert werden. Zudem war eine durchgängige optische Qualität über alle Installationen hinweg gefordert.

Da es keine abgehängten Decken gibt, kam es auf jedes Detail an. Rund 1650 m Rohrleitungen und eine Luftkanaloberfläche von 800 m2 Oberfläche wurden mit ArmaFlex gedämmt. Der geschlossenzellige elastomere Dämmstoff mit integrierter Dampfbremse verhindert durch seinen hohen Wasserdampfdiffusionswiderstand das Risiko von Tauwasserbildung und gewährleistet mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit eine dauerhaft hohe Dämmleistung.

Bild 4 Der geschlossenzellige elastomere Dämmstoff unterstützt Wärmeschutz, Tauwasserschutz und eine saubere optische Ausführung.

Armacell

Bild 4 Der geschlossenzellige elastomere Dämmstoff unterstützt Wärmeschutz, Tauwasserschutz und eine saubere optische Ausführung.

Um auch an Befestigungspunkten Wärmebrücken und das Entstehen von Tauwasser sicher zu verhindern, wurde die Rohrisolierung mit ArmaFix-AF-Rohrträgern kombiniert. Die thermisch entkoppelnden Bauteile verhindern Wärmebrücken und stellen eine gleichbleibende Dämmschichtdicke im Bereich der Auflager sicher. Die lastabtragende Konstruktion verhindert ein Zusammendrücken des Dämmmaterials und stellt sicher, dass mechanische Belastungen aufgenommen werden, ohne die Dämmwirkung zu beeinträchtigen. Dadurch bleibt die Energieeffizienz auch an konstruktiven Kontaktstellen erhalten. Die Dämmstärken von Schläuchen und Trägern sind aufeinander abgestimmt, sodass eine kontinuierliche Isolationsschicht entsteht.

Isolierhandwerk in Bestform

Die Arbeiten umfassten die Isolierung der technischen Anlagen für Zentralheizung, Kaltwasserleitungen, Kondensatableitungen, Warmluft sowie Zu- und Abluftkanäle in Büros, Schächten, im Technikraum und auf dem Dach. Der Anspruch an die optische Perfektion war ebenso hoch wie an die technische Ausführung. Logos auf der Dämmung sollten nicht sichtbar sein, Nähte auf ein Minimum reduziert werden.

ArmaFlex spielte in diesem Projekt eine zentrale Rolle – sowohl aufgrund seiner klaren schwarzen Oberfläche als auch aufgrund seiner einfachen Verarbeitung. Das Material ist flexibel und lässt sich auch in komplexen oder offen geführten Anlageteilen leicht verlegen. Zur Verklebung wurde ArmaFlex 520 Kleber eingesetzt. In einem Projekt, in dem die Gebäudetechnik nicht nur sichtbar, sondern integraler Bestandteil des Designs ist, überzeugte ArmaFlex sowohl funktional als auch optisch.

Die Dämmarbeiten dauerten 18 Monate, wobei täglich vier Arbeiter vor Ort waren. Riweltie Isolatie en Brandpreventie B.V. ist ein von Armacell zertifizierter Verarbeitungsbetrieb; die Isolierfachkräfte nehmen regelmäßig an offiziellen Anwendungsschulungen von Armacell teil, um eine fachgerechte Ausführung und die Einhaltung der Verarbeitungsrichtlinien sicherzustellen. Wesley de Klein, Geschäftsführer und Mitinhaber bei Riweltie Isolatie en Brandpreventie B.V., Utrecht ist sichtbar stolz auf dieses Projekt: „Wir setzen bei elastomerer Dämmung ausschließlich auf ArmaFlex. Es ist ein bewährtes Produkt, mit dem unsere Mitarbeiter gerne arbeiten. Wir sind stolz auf unseren Beitrag zu Rooswijck 5. Dieses Projekt gab uns die seltene Gelegenheit, die Qualität unserer Arbeit sichtbar zu machen. Unser handwerkliches Können ist hier für alle erkennbar.“

Bild 4 Die Elastomer-Dämmung schützt die Leitungen technisch und ist zugleich Teil der architektonischen Gestaltung.

Kroonenberg Groep B.V.

Bild 4 Die Elastomer-Dämmung schützt die Leitungen technisch und ist zugleich Teil der architektonischen Gestaltung.

TGA-Integration in die Architektur

Rooswijck 5 zeigt, dass technische Gebäudeausrüstung nicht zwangsläufig verborgen werden muss, sondern bei entsprechender Planung und Ausführung zum prägenden Gestaltungselement werden kann. Entscheidend sind dabei die Abstimmung zwischen Architektur, Gebäudetechnik und Dämmkonzept sowie eine hohe Ausführungsqualität. Auch bei sichtbar geführten Installationen lassen sich Energieeffizienz, Bauphysik und Gestaltung konsequent miteinander vereinbaren. ■

Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite mit Referenzprojekten

Fachberichte mit ähnlichen Themen bündelt das TGA+E-Dossier Kältetechnik

Kontakt
Armacell
48153 Münster
Telefon (02 51) 7 60 30
info.de@armacell.com
www.armacell.de

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