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Referenzprojekt Zehnder

Sanfte Beheizung für sensible Klangkörper

Bild 1 Die Marke C. Bechstein steht seit 1853 für klangliche Exzellenz und handwerkliche Präzision. In den Produktionshallen des Klavier- und Flügelherstellers C. Bechstein im sächsischen Seifhennersdorf müssen Temperatur und Luftfeuchtigkeit dauerhaft stabil bleiben.

Zehnder Group Deutschland

Bild 1 Die Marke C. Bechstein steht seit 1853 für klangliche Exzellenz und handwerkliche Präzision. In den Produktionshallen des Klavier- und Flügelherstellers C. Bechstein im sächsischen Seifhennersdorf müssen Temperatur und Luftfeuchtigkeit dauerhaft stabil bleiben.

In den Produktionshallen des Klavier- und Flügelherstellers C. Bechstein in Seifhennersdorf müssen Temperatur und Luftfeuchtigkeit dauerhaft stabil sein. Denn Holz reagiert empfindlich auf Temperaturschwankungen, Zugluft und trockene Heizungsluft. Um optimale klimatische Bedingungen für Mitarbeitende und Instrumente zu schaffen, setzt das Unternehmen für die Raumheizung auf Deckenstrahlplatten.

Der junge Carl Bechstein legte im Jahr 1853 in Berlin den Grundstein für die Herstellung individueller, handgefertigter Klaviere mit unverwechselbaren und vielseitigen Klangfarben. Mit der Übernahme der Sächsischen Pianofortefabrik (ehemals Gebr. Zimmermann AG) im Jahr 1992 verlegte die C. Bechstein Pianoforte GmbH ihren Produktionsstandort in eine handwerklich orientierte Region der Oberlausitz, genauer gesagt in das sächsische Seifhennersdorf. Heute kümmern sich am deutschen Standort rund 250 Mitarbeitende um das historische Erbe und tragen dazu bei, die Einzigartigkeit der Marke C. Bechstein zu bewahren und in die nächste Generation passionierter Pianisten zu tragen.

Das Werk in Seifhennersdorf ist ein 1897 errichteter Skelettbau aus Beton. Der Komplex wurde im Laufe der Jahrzehnte sukzessive erweitert, sodass heute auf vier Etagen eine Mischung aus Alt- und Neubauten als Produktions- und Lagerflächen dient.

Besonders anspruchsvoll ist bei der Klavierherstellung der Umgang mit dem Werkstoff Holz. Resonanzböden, Klangkörper und Flügelzargen bestehen aus sorgfältig ausgewählten Hölzern wie Buche oder Mahagoni. Während der Fertigung entstehen im Material gezielt Spannungen, die später maßgeblich den Klang, die Dynamik und die Stabilität der Instrumente beeinflussen. Diese Spannungen im Material dürfen während der Lager- und Reifephasen nicht gestört werden.

Bild 2 Die ZFP-Deckenstrahlplatten von Zehnder sind neben den Produktionslinien für die Klangkörper auch an den Bearbeitungs- und Umleimarbeitsplätzen installiert. Konstante klimatische Bedingungen beugen Rissen und Verformungen der wertvollen Resonanzkörper aus Buchen- und Mahagoniholz vor.

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Bild 2 Die ZFP-Deckenstrahlplatten von Zehnder sind neben den Produktionslinien für die Klangkörper auch an den Bearbeitungs- und Umleimarbeitsplätzen installiert. Konstante klimatische Bedingungen beugen Rissen und Verformungen der wertvollen Resonanzkörper aus Buchen- und Mahagoniholz vor.

Um im Altbaukomplex in Seifhennersdorf mit geringen Vorlauftemperaturen auf eine moderne Heizlösung umzustellen, suchte der Planer Alexander Wolf ein System, welches ohne starke Luftbewegung eine angenehme Wärme in den Werkshallen verteilt. „Wir benötigten eine Lösung, die unsere große Fabrikhalle gleichmäßig beheizt“, erklärt Steffen Fiedler, Leiter Werkstechnik am Standort Seifhennersdorf. „Wichtig war uns vor allem eine konstante Temperierung zu erreichen und dabei die Luftfeuchtigkeit permanent und exakt im optimalen Bereich zu halten. Für das verwendete Baumaterial Holz und damit für die Klangqualität unserer Klaviere ist das extrem wichtig.“

Heizsysteme mit Konvektion waren keine Alternative

Heizsysteme mit starker Luftbewegung kamen für die Werkshallen von C. Bechstein nicht infrage. Typische Heizkörper mit Konvektion erzeugen Luftbewegungen, die das Holz austrocknen können. Auch eine Fußbodenheizung schied aus, weil die, ebenfalls über Konvektion, aufsteigende Wärme die empfindlichen Resonanzkörper direkt belastet hätte. Ohnehin fehlte in den Produktionsbereichen der Platz für zusätzliche Heizkörper.

Fiedler: „Für unsere Instrumente, bei denen die richtige Tonentfaltung auf bewusst hergestellten Materialspannungen basiert, birgt schnell aufsteigende Wärme vom Fußboden ein unkalkulierbares Risiko für Risse in den Resonanzkörpern.“

Grundsätzlich ist es herausfordernd, Produktionshallen im Industriebereich mit mehreren 1000 m2 Fläche und entsprechendem Raumvolumen wirksam und vor allem energieeffizient zu beheizen. Erzeugerseitig gibt es für die weiträumige Fabrikhalle eine Gas-Heizung beheizt, die durch eine Holzheizung unterstützt wird.

Bild 3 Für optimale Lichtverhältnisse wurden zusätzlich LED-Beleuchtungselemente in die Deckenstrahlplatten integriert.

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Bild 3 Für optimale Lichtverhältnisse wurden zusätzlich LED-Beleuchtungselemente in die Deckenstrahlplatten integriert.

In den Werkstätten von C. Bechstein erfordern die Fertigungsprozesse ein konstant stabiles Raumklima. Problematisch wird es in der winterlichen Heizperiode, wenn die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen gering ist. Die Hölzer der wertvollen verlieren über kurz oder lang ihre Kernfeuchte. Auch schnelle Temperaturwechsel oder lokale Überhitzungen könnten die Robustheit und Lebensdauer der empfindlichen Instrumente massiv beeinträchtigen.

Bei der Auswahl der Heizlösung stand deshalb nicht nur die thermische Behaglichkeit für die Mitarbeitenden im Vordergrund, sondern auch die Qualitätssicherung der Pianoproduktion: Je höher der Reifegrad des Holzes, desto besser ist die Tonqualität. Um den einzigartigen Klang der Spitzeninstrumente zu erreichen, werden bei C. Bechstein alle Materialien im Reiferaum gelagert. Die beim Leimen und Pressen entstandenen Spannungen werden hier gleichmäßig eingelagert. Sorgfältige Fertigungsprozesse unter optimalem Raumklima sorgen für die charakteristisch hohe Stabilität und Spannkraft der C. Bechstein-Flügel. Eine Lagerung in Räumen mit ungeeigneter Heizlösung würde während der Ruhephase die aufwendig eingearbeiteten Spannungen im Holz verschieben und sich letztlich auf die Klangentfaltung auswirken.

Deckenstrahlplatten liefern gleichmäßige Strahlungswärme

Um die Qualität trotz Wärmezufuhr weiterhin auf hohem Niveau zu halten, fiel die Wahl schließlich auf Deckenstrahlplatten von Zehnder. Im Werk sorgen die Modelle Zehnder ZFP auf einer Fläche von insgesamt 1366 m2 für eine sanfte Beheizung der Hallen.

Die Deckenstrahlplatten sind in den Produktionslinien für die Klangkörper und an den Bearbeitungs- und Umleimarbeitsplätzen installiert. Sie gewährleisten auch für die Mitarbeitenden ein angenehmes Raumklima, ohne Zugluft und ohne Staubaufwirbelungen. Die Wärmeübergabe erfolgt weit überwiegend als Wärmestrahlung. Sie trifft auf die Resonanzkörper der Pianos, die Mitarbeitenden und alle Gegenstände und Oberflächen im Raum und erwärmt diese. Anschließend strahlt sie wieder in den Raum zurück. Es addieren sich mehrere Vorteile:

  • Zugluftfrei: Da kaum Konvektion entsteht, wird die Raumluft weniger bewegt und die Feuchtigkeitsverteilung bleibt gleichmäßiger. Das Holz trocknet langsamer und gleichmäßiger aus.
  • Gleichmäßige Temperaturverteilung: Es gibt keine lokalen „Hotspots“. Die Wärme erreicht alle Bereiche der Halle gleichmäßig, ohne die Holzreifung zu beeinträchtigen
  • Wartungsfrei: Die Deckenstrahlplatten Zehnder ZFP sind wartungsfrei. Dadurch kann die Produktion der aufwendig bearbeiteten Pianos ohne zeitliche Unterbrechungen durch regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen kontinuierlich fortgeführt werden.

Deckenstrahlplatten mit integrierten LED-Beleuchtungselemente

Die ZFP-Deckenstrahlplatten sind in den Produktionshallen von C. Bechstein in 4 m Deckenhöhe montiert und heizen mit einer Vorlauftemperatur von bis zu 50 °C. Mit verzinkten Bauteile und der werkseitig in LDPE-Folie umwickelten Dämmung sind sie eine langlebige Lösung, die auch langfristig Zeit und Kosten spart. Für optimale Lichtverhältnisse wurden spezielle Beleuchtungselemente in die Deckenstrahlplatten integriert.

Die Montage der LED-Komponenten wurde direkt auf der Baustelle umgesetzt. Die Beleuchtungselemente Zehnder LED 2.0 sind in verschiedenen Lichtleistungen und Ausstrahlungswinkeln verfügbar und können so vielfältigen Anforderungen gerecht werden. Das ermöglicht flexible und individuelle Kombinationen je nach gewünschter Raumausleuchtung.

Bild 4 Die Strahlungswärme der Deckenstrahlplatten erwärmt Oberflächen und Personen, ohne große Luftmassen aufheizen zu müssen. Die Deckenstrahlplatten sind in 4 m Höhe montiert.

Zehnder Group Deutschland

Bild 4 Die Strahlungswärme der Deckenstrahlplatten erwärmt Oberflächen und Personen, ohne große Luftmassen aufheizen zu müssen. Die Deckenstrahlplatten sind in 4 m Höhe montiert.

An der Decke sind Deckenstrahlplatten und Beleuchtungselemente als wirkungsvolles Zweiergespann gleichermaßen gut aufgehoben. Beide Systeme übertragen Energie in Form von Strahlung. Weshalb für beide die gleiche Position an der Decke optimal ist. In Kombination mit der DALI-Dimmfunktion ist die Lichtintensität je nach Tageszeit, Nutzung oder Veranstaltung stufenlos regulierbar. Langfristig plant C. Bechstein, die Regelung der Anlagen in eine intelligente Gebäudeautomation einzubinden.

Schon heute zeigt sich: Ein präzise abgestimmtes Heizsystem schützt empfindliche Materialien und hilft dauerhaft höchste Klangqualität zu sichern. Fiedler: „Nach der Nutzung der Deckenstrahlplatten im letzten Winter können wir tatsächlich nur positive Resonanzen über ‚die Heizung an der Decke‘ aussprechen. Die Räume waren ideal beheizt und unsere Mitarbeitenden waren von der Wärmestrahlung positiv überrascht.“ ■

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Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten

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Zehnder
77933 Lahr
Telefon (0 78 21) 58 60
info@zehnder-systems.de
www.zehnder-systems.de

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