Im 1. Quartal 2026 verzeichnete der Batteriespeichermarkt in Deutschland einen deutlichen Anstieg. Nach einer Auswertung von Daten der Bundesnetzagentur durch den Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden in diesem Zeitraum mehr als 2 GWh neue Speicherkapazität in Betrieb genommen. Dies bedeutet einen Zuwachs von rund 67 % im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres.
Insgesamt wuchs der Bestand an Batteriespeichern in Deutschland auf etwa 28 GWh, verteilt auf rund 2,5 Mio. Anlagen. Diese Kapazität kann rechnerisch den durchschnittlichen privaten Tagesstromverbrauch von etwa 3 Mio. Haushalten in Deutschland decken.
BSW-Solar
Bedeutung für die Systemstabilität
Batteriespeicher sind ein wichtiger Bestandteil für die Stabilität des Energiesystems. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar: „Batteriespeicher können den Bedarf an teuren Reserve-Gaskraftwerken deutlich reduzieren.“ Der bereits installierte Bestand stationärer Batteriespeicher entspricht der Tagesstromproduktion von mehr als zwei der geplanten Reserve-Gaskraftwerken. Sie tragen dazu bei, witterungsbedingte Schwankungen bei der Erzeugung von Solar- und Windstrom auszugleichen.
Körnig mahnt unter Bezugnahme auf den Entwurf zum „Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz“ des Bundeswirtschaftsministeriums, dass Batteriespeicher in den kommenden Kraftwerksauktionen nicht durch ungeeignete Ausschreibungskriterien gegenüber Gaskraftwerken benachteiligt werden sollten. Stattdessen sei eine gezielte Stärkung von Speichern erforderlich, da Deutschland erst einen Bruchteil der benötigten Speicherkapazitäten erschlossen habe.
Eine aktuelle Repräsentativbefragung von YouGov im Auftrag des Bundesverbands unter 2190 Wahlberechtigten zeigt zudem eine breite Unterstützung in der Bevölkerung: 42 % der Befragten sehen Batteriespeicher als bevorzugte Lösung, um Schwankungen bei Wind- und Solarkraftwerken auszugleichen. Erdgaskraftwerke erreichten 17 %, Biomassekraftwerke 32 % und Wasserstoff-Gaskraftwerke 31 % (Mehrfachnennungen waren möglich).
„Batteriespeicher sind ein zentraler Baustein für ein kosteneffizientes, resilientes und klimaneutrales Energiesystem“, so Körnig. „Im Vergleich zu Gaskraftwerken sind sie schneller errichtet, verursachen keine direkten CO2-Emissionen und senken Systemkosten, indem sie erneuerbare Energien effizient integrieren und Netzengpässe reduzieren.“
Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen
Damit Speicher ihr Potenzial voll entfalten können, fordert der Verband den Abbau bestehender Marktbarrieren. Dazu gehören vereinfachte Rahmenbedingungen für Co-Located-Speicher, beschleunigte Netzanschlussverfahren und Netzentgelte, die den Batteriespeicherbetrieb nicht verteuern. Bei Netzengpässen und negativen Strompreisen sollte die Speicherung des Stroms in lokalen Batterien zugelassen werden, anstatt PV-Anlagen abzuregeln.
Marktsegmente im Überblick
Besonders dynamisch entwickelte sich der Bereich der Großspeicher mit einer Einzelkapazität von jeweils mehr als 1 MWh. Hier wurde im 1. Quartal ein Zubau von über einer GWh verzeichnet, was einem Plus von rund 270 % und damit beinahe einer Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Auch das Gewerbesegment (20 kWh bis 1 MWh) zeigte ein deutliches Wachstum: Die neu installierte Speicherkapazität stieg hier um rund 42 % auf etwa 0,16 GWh. Im Heimspeichersegment (5 bis 20 kWh) lag der Zubau mit rund 0,74 GWh in etwa auf Vorjahresniveau. ■
Quelle: BSW-Solar / fl
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