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Marktdaten

Aus welchen Ländern importiert Deutschland Wärmepumpen?

Der wertmäßige Import von Wärmepumpen nach Deutschland kam im Zeitraum Januar bis September 2025 zu 84,1 % aus der EU und zu 5,4 % aus der Schweiz, dem Vereinigten Königreich, Norwegen und der Türkei.

Länderspezifische Anteile am wertmäßigen Import von Wärmepumpen im Jahr 2020 und in den ersten neun Monaten im Jahr 2025. Die stärksten Rückgänge beim Import gab es im Vergleich der beiden Zeitbereiche für Frankreich, Schweden und Irland.

JV

Länderspezifische Anteile am wertmäßigen Import von Wärmepumpen im Jahr 2020 und in den ersten neun Monaten im Jahr 2025. Die stärksten Rückgänge beim Import gab es im Vergleich der beiden Zeitbereiche für Frankreich, Schweden und Irland.

In der SBZ-Ausgabe 11-2025 kündigt Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, zum Heizungsmarkt u.a. an: „Ebenso braucht es eine entschlossene Antwort auf unfairen Wettbewerb, mit dem deutsche und europäische Heizungsbauer zunehmend konfrontiert sind.“ Was sie mit ihrer „unfair“-Kritik genau meint, lässt sie in ihrem Kontra zu der Frage Ist der Bundespolitik die Heizungsbranche egal?“ zwar offen, aber es können eigentlich nur Heizungs-Wärmepumpen gemeint sein.

Das ist insofern bemerkenswert, weil die Bundespolitik aktuell nicht für mehr Transparenz in Lieferketten eintritt. Schaut man in der Außenhandelsstatistik auf den wertmäßigen Import von Wärmepumpen, gibt es 3 nicht-europäische Länder, aus denen in einem relevanten Umfang Wärmepumpen direkt nach Deutschland exportiert werden: China, Israel und die Republik Korea. Zusammen hatten sie für den Zeitraum Januar bis September 2025 einen Anteil am Importwert von 9,8 %, im Jahr 2020 lag er bei 9,5 %. Auf China entfällt für die ersten 9 Monate im Jahr 2025 der größte Anteil von 6,2 %, im Jahr 2020 waren es 8,2 %.

Man darf also gespannt sein, wo BM Reiche den „unfairer-Wettbewerb“-Hebel ansetzen will. Stimmt der Vorwurf, liegt die Gerätezahl zwangsläufig höher als es der Importanteil andeutet und „das Problem“ ist für europäische Hersteller größer als „6,2 %“ (wobei auch viele namhafte europäische Hersteller zu den Importeuren gehören). Es wäre sehr zu begrüßen, wenn das Bundeswirtschaftsministerium sich hier tief einarbeitet, inklusive der Ankündigungen aus anderen Ländern zum Wärmepumpenmarkt. Denn das Ausmaß einer „zunehmenden Konfrontation“ im Sinne eines steigenden Anteils unter „unfairen Wettbewerbsbedingungen“ gefertigter Import-Wärmepumpen ist nur mit detaillierten Marktkenntnissen zu erkennen. 2021 führte China mit 13,2 % die Importstatistik an, seitdem ist der Marktanteil an den direkten Importen kontinuierlich gesunken. Was man in der Statistik nicht sehen kann, sind Importe über mehrere Ländergrenzen hinweg. Der tatsächliche Import-Anteil von insbesondere in China gefertigten Wärmepumpen(-Baugruppen) verbirgt sich auch in indirekten Importen aus anderen Ländern, beispielsweise Frankreich, Polen, Tschechien und Slowakei. 

Ohne Zweifel zu erwarten ist allerdings: Wenn in den bevölkerungsreichen Heizungsländern Deutschland, Polen, Frankreich, im Vereinigten Königreich und den Nachbarländern der Absatz an Luft/Wasser- und Sole/Wasser-Heizungs-Wärmepumpen steigt, werden diese Märkte für Länder mit großen Fertigungskapazitäten immer attraktiver – faire Wettbewerbsbedingungen sind dann eine Grundvoraussetzung, um auch langfristig die Fertigung von Wärmepumpen in Deutschland und Europa zu ermöglichen. Das ist auch eine Aufgabe vorausschauender strategischer Wirtschaftspolitik. In diesem Sinne sind „entschlossene Antworten“ überfällig, auch für Maßnahmen in Europa.

70 % kommen aus sechs EU-Ländern

Was in der Importstatistik hingegen zu erkennen ist, dass in Polen, Portugal und der Slowakei die angekündigten Werke inzwischen hochgefahren werden und mutmaßlich eher hochpreisige aus Österreich importierte Wärmepumpen-(Komplettsysteme) auf dem deutschen Markt erfolgreich sind.

Zwischen 2020 und 2025 bis September gab es die größte Veränderung beim Anteil des wertmäßigen Imports für Polen mit +13,9 Prozentpunkten, gefolgt von Portugal (+11,7), der Slowakei (+6,3) und Österreich (+6,0). Bei einem gleichzeitig um 167 % gewachsenen Importwert, sind das starke Entwicklungen. Aktuell stammen 70 % des wertmäßigen Imports aus nur 6 Ländern: Polen, Portugal, Slowakei, Österreich, Schweden und Frankreich.

Der größte Verlierer ist Frankreich mit −12,2 Prozentpunkten (bei voraussichtlich unverändertem Importwert im Vergleich der Jahre 2020 und 2025). In den Jahren 2020 und 2023 führte Frankreich die Importstatistik mit einem Anteil von 18,6 % und 18,3 % an.

Ansonsten werden die im Wettbewerb stehenden Hersteller aus Deutschland wohl am meisten auf den Marktanteil von Importen aus Portugal schielen.

Gewichtsspezifischer Importwert

Für eine erste grobe Bewertung von Technik ganz allgemein und auch von Wärmepumpen wird häufig ein Kennwert aus Preis und Gewicht gebildet.

Gewichtswert für importierte Wärmepumpen nach Ländern im Kalenderjahr 2024. Der gewichtete Mittelwert beträgt 18,6 Euro/kg.

JV

Gewichtswert für importierte Wärmepumpen nach Ländern im Kalenderjahr 2024. Der gewichtete Mittelwert beträgt 18,6 Euro/kg.

In der vorstehenden Grafik kann man für die Einstufung am oberen Ende davon ausgehen, dass hierbei ein hoher Anteil spezieller oder umfassender Komplettlösungen enthalten ist. Die fünf Schwergewichte beim Importwert Polen, Portugal, Slowakei, Schweden und Frankreich liegen in einem Bereich von 16 bis 19 €/kg, China als größtes nicht-europäisches Importland mit knapp 14 €/kg bei den direkten Importen etwas darunter. Österreich liegt erwartungsgemäß mit knapp 25 €/kg über der „Schwergewichte-Zone“.

In welchen Bereich die importierten Wärmepumpen eingesetzt werden, ist nicht im Detail feststellbar. Allerdings wird inzwischen der deutlich überwiegende Teil aller in Deutschland abgesetzten (Import und Inlandsproduktion) Heizungs-Wärmepumpen für die Heizungsmodernisierung installiert, insbesondere als vollständiger oder in geringerem Umfang als teilweiser Ersatz von Gas- und Öl-Heizungen. Vom Absatz im Jahr 2025 werden schätzungsweise nur 15 bis 18 % in neu errichteten Gebäuden installiert. ■
Quelle: Statistisches Bundesamt, Warennummer WA84186100 „Wärmepumpen“ (ohne Klimageräte und ohne Split-Klimasystem) / jv

Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten

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