FGK e. V.
Im Sommer steigen die Temperaturen – auch im Gebäude. Der Fachverband Gebäude-Klima (FGK) rückt mit Blick auf die aktuellen Hitzewellen den sommerlichen Wärmeschutz in den Fokus. Gebäude sollen demnach auf den Heiz- sowie Kühlbetrieb ausgelegt sein. Dabei spielen nicht nur die Aspekte Gesundheit, Wohnkomfort und Leistungsfähigkeit eine Rolle. Vor allem für ältere Menschen sowie andere hitzeempfindliche Personen sind Kühlmöglichkeiten sehr wichtig.
Laut dem Verband sind sommerlicher Wärmeschutz und Kühlung aber weiterhin Themen, die oft nur in Hitzeperioden Aufmerksamkeit erhalten und danach wieder in den Hintergrund rücken.
Dafür eignen sich Luft-Luft-Wärmepumpen
Der FGK empfiehlt für Sanierungen und Neubauten die Luft-Luft-Wärmepumpen aus zwei Gründen.
1. Sie heizen im Winter und kühlen im Sommer. Das System deckt beide Aufgaben mit einer Investition.
2. Luft-Luft-Wärmepumpen entfeuchten bei Bedarf zudem die Raumluft. Das steigert den Komfort an schwül-heißen Sommertagen.
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Praxisbeispiel zeigt wies geht
Ein reales Sanierungsprojekt zeigt, wie groß das Einsparpotenzial einer Luft-Luft-Wärmepumpe sein kann: Im vergangenen Jahr wurde in einer Doppelhaushälfte mit 158 Quadratmeter Wohnfläche die Ölheizung durch zwei Multisplit-Systeme ersetzt. Ergänzt wurde die Anlage um einen neuen Speicher mit elektrischem Heizstab. Einen Teil des Strombedarfs deckt die vorhandene Photovoltaikanlage.
Mit zwei Außeneinheiten und sechs Innengeräten werden sechs Räume beheizt und gekühlt. Der höchste Kühlbedarf ist im Dachgeschoss. Hier befindet sich das ganztägig genutzte Homeoffice, dementsprechend läuft dieses Innengerät viele Stunden am Tag. Die übrigen Räume werden nach Bedarf gekühlt, im Schlafzimmer auf Raumtemperaturen zwischen 21 und 25 Grad Celsius, in allen anderen Räumen auf Werte zwischen 25 und 27 Grad Celsius.
Das kosten Investition, Heiz- und Kühlbetrieb
Die Investitionskosten für die beiden Multisplit-Systeme einschließlich Elektroarbeiten und Energieberatung sowie Ausbau und Entsorgung der Ölheizung samt Tanks betrugen rund 27.000 Euro. Die Maßnahme wurde im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit 30 Prozent bezuschusst. Dazu kamen ca. 8.000 Euro für den Trinkwarmwasserspeicher abzüglich einer Abschreibung von rund 600 Euro. Insgesamt beliefen sich die Investitionskosten auf rund 26.000 Euro brutto.
Bis zur Sanierung lagen die Energiekosten für das Heizen bei rund 2.120 Euro jährlich. Nach dem ersten vollständigen Betriebsjahr der neuen Anlage errechneten die Bewohner Heizkosten in Höhe von 1.220 Euro. Damit verringerten sich die Heizkosten um mehr als 40 Prozent.
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Vom Strombedarf für die Kühlung, der bei rund 350 Kilowattstunde lag, deckte die Photovoltaikanlage etwa 40 Prozent, sodass die Kühlung im gesamten Jahr nur 63 Euro an Stromkosten verursachte. Bild 3 zeigt den Verlauf des Strombedarfs in einer Phase mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 27 und fast 40 Grad Celsius. Bei Außentemperaturen bis ca. 30 Grad Celsius kommt die Anlage mit 6 bis 8 Kilowattstunde am Tag aus. Das entspricht bei einem Strompreis von 30 Cent je Kilowattstunde ungefähr dem Preis für eine Kugel Eis. An extrem heißen Tagen mit Tageshöchsttemperaturen über 38 Grad Celsius stiegen die Stromkosten auf den Gegenwert von 2 bis 3 Kugeln Eis.
FGK rückt thermischen Komfort in den Fokus
FGK ordnet Luft-Luft-Wärmepumpen wegen der Kombination aus Kühlung und dem Einsparpotenzial bei den Heizkosten als Alternative zu anderen Heizsystemen ein. Angesichts längerer und intensiverer Hitzewellen sieht der FGK thermischen Komfort im Sommer ebenso wie im Winter künftig als Qualitätsmerkmal moderner Wohngebäude. Quelle: ar / FGK
Infokasten: Praxisbeispiel im Überblick
Doppelhaushälfte, Wohnfläche: 158 m²
Investitionskosten (gerundete Werte)
Heizungstausch, förderfähiger Anteil gemäß Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
• Ausbau und Entsorgung der alten Ölheizung und der Tanks: 2.000 €
• Multisplit-System mit 2 Außeneinheiten und 6 Inneneinheiten: 20.000 €
• Elektroarbeiten und Energieberatung: 5.000 €
• Summe förderfähige Kosten Heizungstausch: 27.000 €
• Zuschuss aus der BEG: - 8.100 €
Warmwasserbereitung elektrisch, Strombedarf wird teilweise mit Photovoltaik gedeckt
• Trinkwarmwasserspeicher: 8.000 €
• Abschreibung: - 600 €
• Gesamtkosten Brutto: ~ 26.000 €
Heizkosten (jährlich, gemessener Energieverbrauch und reale Energiekosten)
Vor der Sanierung
• Heizölverbrauch: 2.000 l: ~ 2.000 €
• Kaminofen: ~ 120 €
• Summe: ~ 2.120 €
Nach der Sanierung (Verbrauch Juli 2025 bis Juni 2026)
• Stromverbrauch Luft-Luft-Wärmepumpe (2 Außengeräte, 6 Innengeräte): 2.255 kWh: ~ 680 €
• Stromverbrauch für Warmwasser: 1.100 kWh (Hochrechnung): ~ 330 €
• Kaminofen: ~ 210 €
• Summe: ~ 1.220 €
• Einsparung: ~ 900 €