Die Eisbahn im niederländischen Haarlem wurde mit dem Rohrleitungssystem aquatherm blue aus korrosionsbeständigem Polypropylen modernisiert. Der Energieverbrauch wurde damit deutlich reduziert und gleichzeitig eine gleichmäßigere Eisqualität erreicht.
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In der „IJsbaan Haarlem“ entstand durch die Erweiterung und Modernisierung des Mittelbereichs eine großzügige, multifunktionale Eisfläche mit den Maßen 110 mal 30 m. Die modernisierte Halle lässt sich flexibel unterteilen, sodass Eishockey, Eiskunstlauf, Shorttrack und freies Eislaufen gleichzeitig möglich sind. Hinter dieser beeindruckenden Neugestaltung steckt echte Ingenieurskunst: Das neue Kühlsystem wurde mit dem Rohrleitungssystem aquatherm blue und einer ideal abgestimmten Anlage realisiert.
Das Unternehmen RIHO Climate Systems übernahm als Planer und Installateur eine zentrale Rolle. Von Beginn an wurde das Projekt vollumfänglich mithilfe der BIM-Software Revit geplant. RIHO-Projektleiter Bram van der Ree berichtet: „Die umfangreiche BIM-Datenbank von aquatherm hat uns bei der Modellierung der gesamten Anlage enorm unterstützt. Jede Leitung, jedes Detail ist im Vorfeld durchdacht. Das sorgt für Sicherheit und Übersicht auf der Baustelle.“ Die gesamte Eislaufbahn wurde digital geplant – von den Betonrinnen für die Leitungen bis hin zu den Anschlüssen an die vorgefertigten Verteiler. Dank dieser detaillierten Vorbereitung verlief die Umsetzung vor Ort schnell und fehlerfrei.
45 km Rohrleitungen
Insgesamt wurden 45.000 m aquatherm blue verlegt, die auf 700 Abschnitten verteilt sind. Die Rohrleitungen wurden mit Spezialwerkzeugen sorgfältig verschweißt, befestigt und geprüft. Sie liegen auf Stahlplatten, zweilagig mit dazwischenliegender Isolierung und Folie, um Ausdehnung und Schrumpfung auszugleichen. Diese Konstruktion bildet die langlebige Basis für den Eisboden. Je nach Rohrdurchmesser kamen sowohl Muffen- als auch Stumpfschweißungen zum Einsatz.
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Vorfertigung spart nicht nur Zeit
Ein besonderes Highlight des Systems ist der Hauptverteiler, der von aquatherm über den niederländischen Partner Eriks vorgefertigt geliefert wurde. Der Verteiler – mit Durchmessern bis zu 200 mm und einem Gesamtgewicht von über 2 t – wurde am aquatherm-Hauptsitz in Attendorn komplett vormontiert und für die direkte Installation vorbereitet. Diese enge Zusammenarbeit zwischen aquatherm, Eriks und RIHO war entscheidend, um die Montagezeit vor Ort zu minimieren. Schließlich musste der Kühlboden im engen Zeitfenster zwischen den Saisons fertiggestellt werden. Auch die Rohrbögen – die Verbindungen zwischen Vor- und Rücklaufleitungen – wurden teilweise von RIHO in der eigenen Werkstatt im niederländischen Vorden vorgefertigt.
Vorgefertigte isolierte Hauptleitungen
Ein weiterer wichtiger Bestandteil waren die vorisolierten Rohrleitungen aquatherm energy. Diese verbinden den Maschinenraum mit dem Hauptverteiler und bestehen ebenfalls aus aquatherm blue mit einem Durchmesser von 315 mm als Mediumrohr. Die Entscheidung für vorisolierte Rohre sparte nicht nur Montagezeit, sondern senkte auch die Kosten erheblich. Zudem sind die Leitungen so optimal geschützt und für einen jahrzehntelangen, zuverlässigen Betrieb ausgelegt.
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Die Eislaufbahn wurde von einem CO2-Injektionssystem auf ein System mit Alkali – einer Ammoniak/Wasser-Lösung – umgestellt. Dieses Medium arbeitet mit relativ niedrigem Druck - ideal für den Einsatz von Kunststoffrohren wie aquatherm blue.
Zukunftssichere Technologie für Eissportanlagen
Die Sanierung der Eislaufbahn in Haarlem ist ein Paradebeispiel für technische Innovation, Teamarbeit und Handwerkskunst. Die neue Eisfläche bietet deutlich mehr Nutzfläche und wurde mit Blick auf Nachhaltigkeit konzipiert – unterstützt durch Maßnahmen wie einer Überdachung und Solaranlagen.
Der Boden ist für eine intensive Nutzung ausgelegt und sowohl für Freizeitsportler als auch für Profis geeignet. Dank des fortschrittlichen Kühlsystems und der hochwertigen Komponenten steht einer jahrzehntelangen Nutzung der Eislaufbahn nichts im Weg. ■
Quelle: aquatherm / ml
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