TGA-Newsletter: 14-2012 | 13.12.2012 (50.KW)

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EnerCalC für Null- und Plusenergiegebäude

(c) FIZ Karlsruhe
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EnerCalC 2013 ist ein Excel-basiertes Werkzeug zur vereinfachten Energiebedarfsberechnung von Nichtwohngebäuden. Bei vergleichsweise einfacher und übersichtlicher Bedienung liegen wissenschaftlich anerkannte Methoden zugrunde.

Das Programm gibt es seit 2011. Jetzt wurde die Software unter anderem um eine Darstellung der Gesamtbilanz von Null- und Plusenergiegebäuden erweitert.

In Anlehnung an DIN V 18599, aber viel einfacher


EnerCalC berechnet den Energiebedarf für Mehrzonengebäude in Anlehnung an DIN V 18599. Im Unterschied zum streng normbasierten Verfahren ist der Eingabeaufwand jedoch relativ gering und die Berechnung erfolgt praktisch auf Knopfdruck. Dies liegt an dem wissenschaftlich fundierten Näherungsverfahren, das von Dr. Markus Lichtmeß im Rahmen seiner Dissertation an der Bergischen Universität Wuppertal eigens entwickelt wurde. „EnerCalC 2013 eignet sich sehr gut, um Gebäude bereits in den frühen Planungsphasen energetisch zu charakterisieren“, betont Karsten Voss, Professor für Bauphysik und Technische Gebäudeausrüstung an der Bergischen Universität Wuppertal. Die Software ist im Kontext der Forschung zum energieoptimierten Bauen (EnOB) entstanden, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird.

Bilanzierung mit End- und Primärenergie


„In der neuesten Version wird die Energiebedarfsberechnung ergänzt durch eine übersichtliche Gesamtbilanzierung von Energiebedarf und Eigenerzeugung“, berichtet Lichtmeß. Die Bilanzierung erfolgt sowohl in den Größen Endenergie und Primärenergie als auch in Form von äquivalenten Klimagasemissionen. Zur Detaillierung stehen unterschiedliche Bilanzierungsverfahren zur Verfügung, die auch eine Betrachtung auf Monatsebene erlauben. Weiterhin unterstützt EnerCalC 2013 jetzt erstmals Versorgungskonzepte mit Kraft-Wärme-Kopplung und Solarthermie. Hierzu wurden spezielle Näherungsverfahren entwickelt, die eine schnelle Berechnung und die konsistente Bilanzierung ermöglichen. Verbesserte Erläuterungen erleichtern zudem die Bedienung. Mit EnerCalC 2013 wurde die Software um viele Funktionen erweitert und um komfortable Ausgabeformate ergänzt.

Nicht für öffentlich-rechtliche Nachweise geeignet


EnerCalC liefert sehr schnell und übersichtlich planungsentscheidende Daten und wird bereits tausendfach in Planungs- und Architekturbüros, Bundesbehörden, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen und Organisatoren von Architekturwettbewerben für die energetische Bewertung von Gebäudekonzepten und zu Forschungs- oder Ausbildungszwecken genutzt. Wegen der zugrunde liegenden Vereinfachungen ist EnerCalC nicht zur Erstellung öffentlich-rechtlicher Nachweise geeignet. Vielmehr werden mit EnerCalC die energetischen Aspekte von Gebäuden verständlich und transparent dargestellt.

Fundierte Energiebilanzen


In Deutschland gibt es inzwischen mehrere Hundert Null- und Plusenergiegebäude als Wohnbauten, Büro- oder Fabrikationsgebäude. Auch Quartiere und Sanierungsprojekte befinden sich darunter. Was jedoch fehlt sind Standards für die konsistente Berechnung der Gebäudeenergiebilanzen. Kommerzielle Rechenwerkzeuge für Gebäudeenergiebilanzen und Energiepässe unterstützen die Berechnung von Null- und Plusenergiegebäuden bisher nicht. Planer setzen in der Praxis bislang auf Nebenrechnungen mit individuellen Annahmen. So sind die Ergebnisse oft wenig aussagekräftig und nicht vergleichbar. In der neuen Version EnerCalC 2013 sind vier verschiede Ansätze für die Bilanzierung von Null- und Plusenergiegebäuden hinterlegt.

Bestellung und weitere Informationen


EnerCalC 2013 ist kostenfrei bestellbar (redaktion@enob.info). Auf der Internetseite der Forschungsinitiative EnOB – Energieoptimiertes Bauen gibt es eine Kurzanleitung sowie Beispielrechnungen für Null und Plusenergiegebäude. Nutzer von EnerCalC erhalten das „große Update“ auf die 2013er-Version auch über die Update-Funktion auf der Startseite ihrer EnerCalC-Version. ■
Jochen Vorländer

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