Der Artikel kompakt zusammengefasst
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- Alle erneuerbaren Energien sind zusammengefasst die drittwichtigste Energiequelle in Deutschland. Bezogen auf den Primär- oder den Bruttoendenergieverbrauch lässt sich die steigende Bedeutung erneuerbarer Energieträger an der Gesamtversorgung aussagekräftig dokumentieren.
- Um Missverständnisse oder Fehlinterpretationen zu vermeiden, empfiehlt die AG Energiebilanzen, bei der Angabe der Anteile erneuerbarer Energien stets den gewählten oder benutzten Bezugswert (Primärenergieverbrauch, Bruttoendenergieverbrauch, Bruttostromverbrauch oder Bruttostromerzeugung) anzugeben.
Im Rahmen der Energiewende und internationaler Verpflichtungen zur Begrenzung des Klimawandels spielen erneuerbare Energien eine gewichtige Rolle. Aus den ambitionierten Zielen ergeben sich verschiedene Betrachtungsperspektiven und dann aktuell und im Zeitverlauf unterschiedliche Beiträge der erneuerbaren Energien. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hat sie nachgezeichnet und die Betrachtungsperspektiven erläutert.
Die Bedeutung der erneuerbaren Energien für die inländische Energieversorgung wächst kontinuierlich. Damit steigen die Anforderungen an eine aussagekräftige Dokumentation der Entwicklung. Auch wegen nationaler und internationaler Berichtspflichten ist eine verlässliche und aktuelle Statistik zur Nutzung der erneuerbaren Energien in Deutschland wichtig.
PEV: Primärenergieverbrauch (D)
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Die grundsätzliche Bedeutung erneuerbarer Energien für die inländische Energieversorgung bemisst sich an ihrem Anteil am gesamten Primärenergieverbrauch, siehe Bild 2. Im Jahr 2024 überschritt die Nutzung erneuerbare Energien in Deutschland bezüglich des Beitrags zum Primärenergieverbrauch erstmals die Marke von 20 %. Nach Mineralöl (35,7 %) und Erdgas (26,8 %) waren erneuerbare Energien auch 2025 die drittwichtigste Energiequelle und zudem der wichtigste heimische Energieträger.
Innerhalb von 20 Jahren hat sich der Anteil erneuerbarer Energien am inländischen Primärenergieverbrauch von gut 5 % bis 2025 auf fast 21 % erhöht, siehe Bild 3. Besonders dynamisch war die Entwicklung in der Zeitspanne zwischen 2005 und 2012 mit einer Verdopplung des Anteils. In den Jahren 2013 bis 2016 flachte der Anteilsgewinn etwas ab. Von 2017 bis 2020 konnten erneuerbare Energien ihren Anteil wieder stärker ausbauen. 2021 kam es witterungsbedingt zu einem größeren Rückgang, seit 2022 steigt der Anteil wieder deutlich an.
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Die Entwicklung des Beitrags erneuerbarer Energien zum Primärenergieverbrauch wird einerseits durch die Witterungsbedingungen und andererseits durch den (Netto-)Anlagenzubau bestimmt. Letzterer wiederum ist stark von politischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig. Darüber hinaus haben die jeweilige Entwicklung bei den anderen Energieträgern sowie die Höhe und Veränderung des Gesamtverbrauchs Auswirkungen auf den jeweiligen Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch.
Mit einem Anteil von gut einem Fünftel am Gesamtverbrauch eines Jahres leisten erneuerbare Energien nicht nur einen wichtigen Beitrag zur inländischen Energieversorgung; der steigende Anteil leistet auch einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele.
Zahlen zur Entwicklung des Anteils erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch veröffentlicht die AG Energiebilanzen in ihrer jährlichen Energiebilanz sowie unterjährig in ihren Quartalsberichten unter Verwendung von Daten der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat).
BEEV: Bruttoendenergieverbrauch (EU)
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Mit mehreren europäischen Richtlinien für erneuerbare Energien haben sich die EU-Mitgliedsstaaten verbindliche Ziele für den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch gesetzt. Für 2030 liegt der Zielwert zwischen 42,5 und 45 %. Für das Jahr 2025 gilt ein Zwischenwert von 27,9 % und für 2027 ein Wert von 33 %. Im Rahmen des Nationalen Energie- und Klimaplans (NECP) hat sich Deutschland 2024 verpflichtet, den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis 2030 auf 41 % zu erhöhen.
Der Bruttoendenergieverbrauch ist eine von der EU eingeführte, spezifisch definierte Messgröße. Er umfasst den Endenergieverbrauch (alle Energieverbräuche der Letztverbraucher) einschließlich Übertragungsverluste und den Eigenverbrauch von Kraftwerken. Die Berechnungsgrundlagen für die Anteile der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch unterliegen besonderen Vorgaben der europäischen Richtlinien. Dazu zählen eine Normalisierung der Stromerzeugung aus Wind- und Wasserkraftanlagen sowie Vorgaben für die Bioenergie und den Verkehrssektor.
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2024 erreichte der Anteil der Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch in Deutschland eine Höhe von 22,5 %, Bild 4. Seit 2005 hat sich der Anteil damit um rund 15 Prozentpunkte erhöht, siehe Bild 5. Mit 23,8 % lag der Anteil 2025 zwar um 1,3 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres, jedoch deutlich hinter dem festgelegten Zwischenwert. Um das Ziel für 2030 zu erreichen, ist ein weiterer deutlicher Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland erforderlich. Neben der Ausweitung der Stromerzeugung durch Wind, Sonne und Wasser wird der Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung eine wesentliche Rolle bei der Zielerreichung spielen.
BSV: Bruttostromverbrauch (EEG)
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Der in Deutschland am häufigsten herangezogene Bewertungsmaßstab für den wachsenden Beitrag erneuerbarer Energien ist ihr Anteil bezogen auf den Bruttostromverbrauch, siehe Bild 6. Das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) verwendet diese Quote als Zielgröße: In Deutschland soll der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch (EE-Quote) bis zum Jahr 2030 auf 80 % steigen.
2025 erreichten erneuerbare Energien mit einem Anteil von 55,1 % am Bruttostromverbrauch einen neuen Höchststand. Da sich der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland stark auf den Stromsektor konzentriert, ist der Bruttostromverbrauch als Bezugsgröße eine Möglichkeit, um die Entwicklungsdynamik zu veranschaulichen, siehe Bild 7.
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Wird die EE-Quote auf Basis des inländischen Bruttostromverbrauchs berechnet, ist allerdings zu berücksichtigen, dass Deutschland Teil des europäischen Strommarkts ist und sowohl Strom ins benachbarte Ausland abgibt als auch von dort bezieht. Da sich einmal ins Netz eingespeister Strom nicht mehr einer bestimmten Energiequelle zuordnen lässt, kann bei Strom, der ins Ausland fließt oder aus den Nachbarländern bezogen wird, der jeweilige Anteil erneuerbarer Energien nicht mehr oder nur modellhaft bestimmt werden.
Hinzu kommt ein statistischer Effekt, der sich aus der Differenz zwischen inländischer Stromerzeugung und dem tatsächlichen Verbrauch ergeben kann: Sind die Marktpreise im Ausland niedriger, weil dort zu diesem Zeitpunkt günstigere Erzeugungsoptionen zur Verfügung stehen, wird Strom aus diesen Preiszonen importiert und heimische, zu diesem Zeitpunkt teurere Erzeugungsoptionen werden nicht genutzt. Wenn in Deutschland zur Deckung des Strombedarfs neben der inländischen Erzeugung auch Importe aus dem benachbarten Ausland eingesetzt werden und die Importe im Saldo die Ausfuhren übersteigen (Nettoimport), sinkt die EE-Quote, weil sich die verbrauchte Gesamtmenge erhöht, die Menge des im Inland aus erneuerbaren Quellen erzeugten Stroms jedoch gleich bleibt. Wird dagegen im Saldo mehr Strom ausgeführt als bezogen (Nettoexport), steigt der EE-Anteil, weil der aus erneuerbaren Quellen erzeugten Strommenge ein geringerer inländischer Gesamtverbrauch zugrunde liegt.
BSE: Bruttostromerzeugung
Rechnerische Unsicherheiten bei der Ermittlung einer EE-Quote können kompensiert werden, wenn der Stromaußenhandel ausgeglichen ist oder gänzlich aus der Berechnung herausgenommen wird. Im letzteren Fall wird die aus erneuerbaren Energien erzeugte Strommenge nur zur gesamten Stromerzeugung des Landes in Bezug gesetzt. Diese Berechnungsmethode weicht von den gesetzlichen Vorgaben zur Ermittlung der EE-Quote ab und kann nicht ohne weiteres die bisherigen auf Grundlage des Bruttostromverbrauchs ermittelten Werte ersetzen.
Für 2025 ergibt sich gemäß den gesetzlichen Vorgaben des EEG bezogen auf den Bruttostromverbrauch eine EE-Quote von 55,1 %. Wird hingegen die Bruttostromerzeugung zu Grunde gelegt, ergibt sich ein Anteil von 57,2 %. Dieser Unterschied ist dem Nettoimport von rund 19 TWh Strom aus dem Ausland geschuldet.
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Ausblick
Der Beitrag erneuerbarer Energien in Deutschland steigt und zusammengefasst sie sind hierzulande mittlerweile die drittwichtigste Energiequelle. Bezogen auf den Primär- oder den Bruttoendenergieverbrauch lässt sich die steigende Bedeutung erneuerbarer Energieträger an der Gesamtversorgung aussagekräftig dokumentieren.
Besonders dynamisch entwickelt sich die Nutzung erneuerbarer Energien im Strombereich. Um diese Entwicklung zu dokumentieren, werden unterschiedliche Bezugsgrößen herangezogen.
Durch die Wahl verschiedener Bezugsgrößen bei der Ermittlung der nationalen EE-Quote ergeben sich unterschiedliche Interpretationen und Schlussfolgerungen. Um die nationalen sowie die von der EU geforderten Ausbauziele zu erreichen, muss der Anteil der Erneuerbaren noch in bedeutendem Umfang gesteigert werden, siehe Bild 8.
Die AG Energiebilanzen empfiehlt, bei der Angabe der Anteile erneuerbarer Energien stets exakt den gewählten oder benutzten Bezugswert (Primärenergieverbrauch, Bruttoendenergieverbrauch, Bruttostromverbrauch oder Bruttostromerzeugung) anzugeben, um Missverständnisse oder Fehlinterpretationen zu vermeiden.
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