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Baumarkt

Momentan werden ungewöhnlich viele Bauprojekte storniert

Prozentualer Anteil der von Auftragsstornierungen betroffenen Bauunternehmen von 2012 bis Juni 2022.

ifo Institut

Prozentualer Anteil der von Auftragsstornierungen betroffenen Bauunternehmen von 2012 bis Juni 2022.
Materialmangel auf dem Bau: Im Juni 2022 berichten 47,1 % der Firmen im Hochbau, dass sie Probleme haben, Baustoffe rechtzeitig zu beschaffen.

ifo Institut

Materialmangel auf dem Bau: Im Juni 2022 berichten 47,1 % der Firmen im Hochbau, dass sie Probleme haben, Baustoffe rechtzeitig zu beschaffen.

Angesichts steigender Baupreise und Bauzinsen und zahlreicher Unsicherheiten werden bei den Baufirmen momentan ungewöhnlich viele Bauprojekte storniert.

Im Juni 2022 betrug der Anteil der von Stornierungen betroffenen Unternehmen im Segment Hochbau 11,5 %, im Mai waren es sogar 13,4 %. Im Tiefbau waren es im Juni 9,0 %, nach 8,8 % im Mai. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. „Die Größenordnung ist vergleichbar mit dem Corona-Schock im Frühjahr 2020. Diesmal sehen wir besonders häufig Stornierungen im Wohnungsbau. Allerdings sind die Auftragsbücher im Mittel weiterhin prall gefüllt“, sagt ifo-Forscher Felix Leiss.

Baupreise steigen rasch

Die Baubetriebe kämpfen allerdings mit weiteren Problemen: Noch immer fehlt es vielerorts an Baumaterial. So meldeten im Juni 47,1 % der Hochbauunternehmen Lieferengpässe, nach 56,6 % im Vormonat. Im Tiefbau sank der Anteil auf 39,7 % (Mai 2022: 44,8 %).

Leiss: „Diese Engpässe bilden sich nur langsam zurück. Dabei kommt es teils zu rasanten Preisanstiegen infolge der Knappheit. Auch die hohen Energiepreise wirken preistreibend bei vielen Baustoffen.

Im Mittel erwarten die Betriebe, dass die Engpässe noch knapp neun Monate andauern. Die Unternehmen müssen die höheren Preise für Material und auch Kraftstoff an die Kunden weitergeben, und so steigen die Baupreise weiter rasch.

Die Bauherren müssen aber auch die höheren Zinsen tragen. Im Wohnungsbau kommt die Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Fördermöglichkeiten dazu. Dies führt dazu, dass einige Projekte überdacht werden müssen.“ ■
Quelle: ifo Institut/ jv