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Energiewende

Gebäudesektor Ba-Wü: Kli­ma­zie­le ver­fehlt

Ein neuer Gebäudereport für Baden-Württemberg zeigt Fortschritte bei Wärmepumpen, aber auch, dass der Sektor den Klimazielen noch deutlich hinterherhinkt.

schulzfoto - stock.adobe.com

Ein neuer Gebäudereport für Baden-Württemberg zeigt Fortschritte bei Wärmepumpen, aber auch, dass der Sektor den Klimazielen noch deutlich hinterherhinkt.

Die Energiewende im Gebäudesektor ist entscheidend für Klimaziele. Ein neuer Gebäudereport für Baden-Württemberg zeigt Fortschritte bei Wärmepumpen, aber auch, dass der Sektor den Klimazielen noch deutlich hinterherhinkt.

Maßnahmen im Gebäudesektor sind ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Sie ermöglichen durch Wärmedämmung und die Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung eine Senkung der CO2-Emissionen im Wohnbereich.

Der Gebäudesektor hinkt den Klimazielen noch deutlich hinterher. Anzeichen für eine positive Entwicklung gibt es jedoch: Wärmepumpen haben Öl- und Gasheizungen überholt und wurden erstmals zur meistverkauften Heizungsart. Wärmepumpen etablieren sich nicht nur im Neubau, sondern auch zunehmend im Gebäudebestand.

Energieministerin Thekla Walker: „Die hohen Preissteigerungen bei Gas- und Ölheizungen sind für uns alle spürbar. Deshalb setzen immer mehr Menschen auf die Erneuerbaren Energien. Damit sind sie der Politik in Berlin einen Schritt voraus.“

Datenbasis für die Energiewende

Aufgrund der Vielzahl an Veröffentlichungen, Studien und Datenquellen zum Thema Gebäude und Energie hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg das Statistische Landesamt beauftragt, diese zu analysieren und valide Informationen in einem Bericht zusammenzufassen.

Dr. Anke Rigbers, Präsidentin des Statistischen Landesamtes: „Verlässliche und stetige Daten sind die Grundvoraussetzung, um die energie- und klimapolitischen Ziele zu bewerten und geeignete Maßnahmen festzulegen. Im Bereich der Gebäudeenergie gibt es eine breite Datengrundlage aber auch durchaus Datenlücken wie beispielsweise bei der energetischen Qualität oder der Sanierung von Bestandsgebäuden.“

Die Daten im Gebäudereport 2025 stammen größtenteils aus der amtlichen Statistik, wie dem Zensus und den Baustatistiken, ergänzt durch weitere Quellen. Der Bericht enthält Informationen zu den in Gebäuden zur Beheizung genutzten Energieträgern und Heizungsarten sowie Daten zu Entwicklungen im Gebäudebestand und im Neubau. Auch der Energieträgermix in Baden-Württemberg wird beleuchtet.

Zentrale Erkenntnisse aus dem Gebäudereport 2025

Der Gebäudereport 2025 liefert detaillierte Einblicke in den Gebäudebestand und die Wärmeversorgung in Baden-Württemberg:

  • Von den 2,5 Mio. Wohngebäuden in Baden-Württemberg sind 61 % Einfamilienhäuser, 21 % Zweifamilienhäuser und 18 % Mehrfamilienhäuser.
  • Die durchschnittliche Wohnfläche pro Wohnung nahm in den letzten rund 20 Jahren um knapp 9 % zu, von 90 m2 im Jahr 2000 auf knapp 98 m2 im Jahr 2023.
  • Knapp drei Viertel der Wohngebäude in Baden-Württemberg nutzen klassische Heizsysteme wie Öl- und Gasheizungen zur Beheizung.
  • Der Anteil erneuerbarer Energien zur Beheizung im Wohngebäudebestand liegt in Baden-Württemberg bei rund 16 %, während der Bundesdurchschnitt bei gut 10 % liegt.
  • Im Jahr 2022 nutzten in Baden-Württemberg rund 144.400 oder knapp 6 % der Gebäude mit Wohnraum eine Wärmepumpe zur Beheizung. Dies ist neben Bayern (6 %) der höchste Anteil bundesweit.
  • Im Neubau von Wohngebäuden sind Wärmepumpen die führende Heizquelle (73 % im Jahr 2023). Gasheizungen sanken im Neubau 2023 auf rund 13 %.
  • Knapp 60 % der Wohngebäude in Baden-Württemberg wurden vor 1980 errichtet und damit vor der 1. Wärmeschutzverordnung. Dämmung und Energiesparen waren bis zu diesem Zeitpunkt kein Thema.
  • Gebäude mit einem Baujahr ab 2010 nutzen in Baden-Württemberg nur noch selten Heizöl und werden häufig mit Umweltwärme beheizt.
  • Der Energieträgermix zur Beheizung unterscheidet sich in Baden-Württemberg deutlich vom Bundesdurchschnitt: Der Anteil von Öl ist hier rund 9 Prozentpunkte höher, der Anteil von Gas 14 Prozentpunkte niedriger.
  • Infolge von Dämmung, besserer Technik und erneuerbaren Energien wurde von 1995 bis 2022 eine Reduktion der temperaturbereinigten CO2-Emissionen für Wohnen um 22 % erreicht. Das Ziel für ein klimaneutrales Baden-Württemberg im Sektor Gebäude ist eine Senkung der Treibhausgasemissionen um 49 % bis 2030 gegenüber 1990.

Download Gebäudereport

Quelle: Statistisches Landesamt Ba-Wü / fl