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Fernwärmepreis

Neue Drei-Jah­res­frist: Mehr­kos­ten für Fern­wär­me­kun­den

kristina rütten - stock.adobe.com

Wer eine zu hoch dimensionierte Fernwärme-Anschlussleistung hat, kann künftig nur noch innerhalb der ersten drei Vertragsjahre eine kostenreduzierende Anpassung vornehmen. Finanztip warnt, dass diese neue Drei-Jahresfrist Verbrauchern Hunderte Euro an potenziellen Einsparungen kosten kann, wenn sie die Überdimensionierung nicht rechtzeitig erkennen und korrigieren.

Künftig können Fernwärmekunden, die eine zu hohe Anschlussleistung für ihren tatsächlichen Bedarf gebucht haben, diese nur noch innerhalb der ersten drei Vertragsjahre ohne größere Hürden reduzieren. Dies geht aus den Eckpunkten für das Wärmenetzpaket hervor. Bisher war es möglich, die vertraglich vereinbarte Leistung einmal jährlich – um bis zu 50 % ohne Nachweis – zu reduzieren. Diese Praxis wird künftig durch eine Energieberatung sowie die genannte Frist bei reiner Überdimensionierung eingeschränkt.

Erhebliche Mehrkosten drohen

Finanztip hat in einer Stichprobe berechnet, dass eine Reduzierung der Anschlussleistung von 18 auf 12 kW jährliche Kosten um bis zu knapp 800 Euro senken kann. Bei acht von zehn untersuchten Anbietern lag die Ersparnis bei mehr als 300 Euro pro Jahr. Bleibt die Anpassung aufgrund der neuen Frist aus, zahlen Verbraucher möglicherweise über Jahre hinweg unnötig hohe Grundpreise für Leistung, die sie nicht benötigen.

Sandra Duy, Expertin für Energetische Sanierung bei Finanztip, weist darauf hin, dass drei Jahre eine knappe Frist sind, um eine zu hoch angesetzte Anschlussleistung zuverlässig zu erkennen und zu korrigieren. Viele Kunden bemerken eine Überdimensionierung erst nach mehreren Heizperioden und Abrechnungen.

Handlungsempfehlungen für Verbraucher

Der unabhängige Geldratgeber rät Fernwärmekunden, ihre Anschlussleistung frühzeitig zu überprüfen. Für neue Anschlüsse wird eine bedarfsgerechte Festlegung von Beginn an empfohlen. Ein erster Anhaltspunkt für eine zu hohe Dimensionierung sind die Vollbenutzungsstunden: Ein Jahresverbrauch in kWh geteilt durch die Anschlussleistung in kW, der deutlich unter 1800 liegt, deutet auf eine Überdimensionierung hin. Eine fachliche Bestimmung der tatsächlich benötigten Leistung sollte vor einer Reduzierung erfolgen, da eine spätere Erhöhung der Anschlussleistung die Zustimmung des Fernwärmeversorgers erfordert.

Auch Mieter sollten aktiv werden: Sie können ihren Vermieter oder die Verwaltung ansprechen und nachfragen, wann die Anschlussleistung zuletzt überprüft wurde, insbesondere nach einer energetischen Sanierung des Gebäudes. In Deutschland werden rund 6,5 Mio. Wohnungen mit Fernwärme versorgt. Eine Senercon-Auswertung aus dem Jahr 2024 zeigte, dass 62 % von 676 geprüften Anschlüssen überdimensioniert waren, im Durchschnitt um 34 %. ■
Quelle: Finantip / fl

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