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Führende Verbände der Kälte-, Klima- und Wärmepumpenbranche warnen vor den weitreichenden Folgen eines pauschalen PFAS-Verbots und fordern eine differenzierte Regulierung mit Ausnahmemöglichkeiten.
BTGA, BVKMW, FGK, RLT-Herstellerverband, TGA-Repräsentanz Berlin, VDKF und VDMA Allgemeine Lufttechnik haben sich an die zuständigen Abgeordneten der relevanten Bundestagsausschüsse sowie an betroffene Bundesministerien gewandt. Sie informieren über die Auswirkungen eines pauschalen PFAS-Verbots auf zentrale Bereiche der Energieversorgung, der Wirtschaft und der Wärmewende.
Die Organisationen sprechen sich für eine differenzierte Regulierung aus, die zwischen verschiedenen PFAS-Anwendungen und deren tatsächlichem Emissions- und Umweltrisiko unterscheidet. Zudem plädieren sie dafür, neben den Umwelt- auch die wirtschaftlichen Auswirkungen von PFAS-Verboten zu berücksichtigen. Hintergrund ist das laufende PFAS-Beschränkungsverfahren der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA). Derzeit diskutierte Vorschläge sehen weitreichende Beschränkungen für PFAS-Stoffe vor. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Bestehende Regulierung zeigt Wirkung
Die Verbände unterstützen das Ziel, schädliche PFAS-Einträge in die Umwelt zu reduzieren. Sie weisen darauf hin, dass fluorierte Kältemittel (F-Gase), die von der geplanten PFAS-Beschränkung betroffen wären, bereits durch die EU-F-Gase-Verordnung streng reguliert sind. Diese Verordnung enthält Vorgaben zur Reduzierung der Kältemittelemissionen, darunter Zertifizierungspflichten für Fachpersonal, Dichtheitskontrollen, Rückgewinnungspflichten, Inverkehrbringungsverbote für bestimmte Anlagen sowie einen stufenweisen Phase-down bzw. Phase-out. Die Branche hat sich auf diese Vorgaben eingestellt und Investitionen zur Implementierung getätigt. Die sinkenden F-Gas-Emissionen belegen, dass die Maßnahmen wirken.
Forderung nach Ausnahmen und Fokus auf Emissionen
Nach Auffassung der Verbände sollte die künftige PFAS-Regulierung Ausnahmeregelungen enthalten. Ausnahmen von einem PFAS-Verbot müssen möglich bleiben, wenn keine technisch geeigneten Alternativen verfügbar sind, sicherheitstechnische Auflagen den Einsatz alternativer Kältemittel nicht erlauben oder unverhältnismäßige wirtschaftliche Folgen drohen. Statt pauschaler Verbote sollte der Fokus auf einer weiteren Reduzierung tatsächlicher Emissionen liegen. Dies soll durch dichte Anlagen, qualifiziertes Fachpersonal, regelmäßige Kontrollen und eine konsequente Ahndung von Verstößen erreicht werden.
Unverzichtbare Anwendungen und gemeinsames Fazit
Viele Anwendungen der Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik sind für die Versorgungssicherheit und die Energiewende unverzichtbar. Dazu zählen Wärmepumpen, Rechenzentren, industrielle Kälteanlagen, die Lebensmittelkühlung sowie zahlreiche Anwendungen in Gewerbe und Industrie. Ein PFAS-Verbot ohne ausreichende Ausnahmen oder Übergangsfristen kann hier erhebliche technische und wirtschaftliche Folgen haben.
„Die Vermeidung von PFAS-Emissionen ist unser gemeinsames Ziel“, betonen die beteiligten Verbände. „Gleichzeitig dürfen gesellschaftlich und wirtschaftlich unverzichtbare Anwendungen der Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik nicht gefährdet werden. Notwendig ist daher eine differenzierte und praxisgerechte Regulierung statt pauschaler Verbote.“ ■
Quelle: VDKF / ml