TGA Objekt des Monats

TGA Ausgabe 01-2013

10 Jahre EU-Gebäuderichtlinie

Abb. 1 Berlaymont-Gebäude, Hauptsitz der EU-Kommission in Brüssel, mit Aktionsposter. Im Juni 2005 hatten Fachleute aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Polen und Portugal zur Veranschaulichung und Be (Quelle: European Union, 2012)
Abb. 1 Berlaymont-Gebäude, Hauptsitz der EU-Kommission in Brüssel, mit Aktionsposter. Im Juni 2005 hatten Fachleute aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Polen und Portugal zur Veranschaulichung und Bekanntmachung der „EU-Gebäuderichtlinie“ dem damaligen EU-Kommissar für Energie, Andris Piebalgs, unter Anwendung nationaler Randbedingungen und Rechenvorschriften erstellte Energieausweise für das EU-Gebäude übergeben. Für Deutschland hatte das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) im ­Auftrag des Bundesbauministeriums das damals noch als „Energiepass“ Abb. 2 bezeichnete Dokument erstellt. Die Berechnung erfolgte auf Basis der ­gerade unter der Obmannschaft von Hans Erhorn (IBP) erarbeiteten DIN V 18599.

Die „EU-Gebäuderichtlinie“ oder „EPBD1)“ als Abkürzung der eng­lischen Version ist zehn Jahre alt geworden. Die „Richtlinie 2002/91/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2002 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ wurde am 4. Januar 2003 im Amtsblatt der EU veröffentlicht, danach hatte die Mitgliedstaaten drei Jahre bis zum 4. Januar 2006 Zeit, die notwendigen nationalen Rechts- und Verwaltungsvorschriften in Kraft zu setzen. In Deutschland erfolgt die Umsetzung im Wesentlichen in der Energie­einsparverordnung.

Ein Kuriosum der EU-Gebäuderichtlinie ist die Verwendung des Begriffs Gesamtenergieeffi­zienz. Häufig wird in Publikationen, sogar der EU, die Erhöhung der Gesamtenergieeffizienz als angestrebtes Ziel ausgewiesen. Tatsächlich ist jedoch eine möglichst kleine Gesamtenergieeffizienz das Ziel, denn die Richtlinie definiert: „Im Sinne der Richtlinie bezeichnet der Ausdruck ‚Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes‘ die berechnete oder gemessene Energiemenge, die benötigt wird, um den Energiebedarf im Rahmen der üblichen Nutzung des Gebäudes […] zu decken“. Die „Gesamtenergie­effizienz“ bezeichnet also eine (spezifische) Energiemenge. Innerhalb der Richtlinie und ihrer Erwägungsgründe fällt das kaum auf, weil fast immer von einer „Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz“ die Rede ist, dann sind Sprache und Ziel im Einklang.

Verlinkungen zu den amtlichen Dokumenten der EU-Gebäudericht­linie: Webcode 387780

1) EPBD: Energy Performance of Buildings Directive (eigentlich: Directive [...] on the energy performance of buildings).

  • Abb. 2 Energiepass des Fraunhofer-Instituts für ­Bauphysik von 2005 für das Berlaymont-Gebäude.
IBP
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