TGA Sanitätechnik

TGA Ausgabe 10-2014
Referenzobjekt AEG Haustechnik

Studentenwohnheim mit Energiefahrplan


 1 Das neue Studentenwohnheim in Kleve. Es wurde nach Passivhaus-Standard / KfW 40 erstellt und bietet den Bewohnern in jeder Hinsicht eine herausragende Wohnqualität.

1  Das neue Studentenwohnheim in Kleve. Es wurde nach Passivhaus-Standard / KfW 40 erstellt und bietet den Bewohnern in jeder Hinsicht eine herausragende Wohnqualität.

Wenn Studentenwerke bauen, müssen die Projektverantwortlichen eine Vielzahl ökonomischer und ökologischer Grundsätze berücksichtigen. Das Studentenwerk Düsseldorf nimmt diese Verantwortung sehr ernst: Durch umweltgerechte Investitionen in moderne Wohnkonzepte sind sowohl Werterhalt der Gebäude als auch Wohnkomfort und preisgünstige Mieten langfristig gesichert. Die Haustechnik spielt hierbei eine bedeutende Rolle.

Kompakt informieren

Bei dem nach Passivhaus-Standard / KfW 40 errichteten Studentenwohnheim in Kleve erfolgt die Trinkwassererwärmung dezentral über elektronische Durchlauferhitzer.

Ausschlaggebend waren hygienische Aspekte der Trinkwasserverordnung, die geringen Verteil- und Ausstoßverluste sowie die Eigenstromnutzung einer PV-Anlage.

Die Wohneinheiten werden befristet zu einer fixierten Miete inklusive Heizung, Wasser, Strom, Müllgebühren, Hausmeisterservice sowie TV- und Internetzugang vermietet.

Kleve ist auf Zukunft eingestellt: 2009 wurde die neue Hochschule Rhein-Waal eröffnet, jetzt sollen sich die Rahmenbedingungen für Studierende weiter verbessern – insbesondere die wohnliche Situation in der Stadt am linken Niederrhein. 2011 erhielten die Hamburger Architekten nps tchoban voss den Auftrag, in unmittelbarer Nähe des Hochschulareals ein Studentenwohnheim zu errichten. Hierfür hatte das Studentenwerk Düsseldorf bereits das Grundstück erworben – direkt gegenüber dem Campus, nur getrennt durch den Spoykanal und die beidseitige Uferpromenade, aber schnell und bequem über eine Fußgängerbrücke zu erreichen.

Klare Botschaft für Wohnqualität

Im Rahmen des NRW-Projekts „Klimaschutzsiedlung in Planung“ entstand das neue Wohnheim in nur zwölf Monaten Bauzeit. Die Anlage besteht aus drei miteinander verbundenen Gebäuden mit 112 Wohnplätzen. Die Vorgabe des Studentenwerks an die Architekten lautete möglichst flächensparend zu bauen und eine hohe Anzahl von Einzel-Appartements mit eigenem Bad und Küche vorzusehen, da Single-Wohnungen am meisten nachgefragt werden. Außerdem sollten einige größere Wohnungen für 2er- und 3er-WGs entstehen und dabei jedem Bewohner 23 bis 25 m2 Wohnfläche zur Verfügung stehen. Heinz-Werner Pfeiffer, Leiter Studentisches Wohnen und Bauwesen beim Studentenwerk Düsseldorf, ist Projektkoordinator und erläutert: „Die Wohnflächen in älteren Objekten betragen in der Regel nur 16 bis 18 m2 – das ist für Neubauten nicht mehr zeitgemäß.“

Tatsächlich haben sich die Anforderungen an studentischen Wohnraum in den letzten Jahren wesentlich verändert: Wohnen muss nach wie vor günstig sein, heutzutage aber auch Wohlfühlcharakter bieten. Dementsprechend ist die neue Immobilie in Kleve sehr hochwertig ausgestattet mit einer hohen Aufenthaltsqualität. Alle Wohnungen sind überdies barrierefrei erschlossen.

Das Studentenwerk Düsseldorf bietet Studierenden insgesamt rund 4000 attraktive Wohnplätze zu günstigen Preisen. Diese befinden sich an den Hochschulstandorten in Düsseldorf, Krefeld, Mönchengladbach, Kleve und Kamp-Lintfort. „Wir unternehmen einiges, damit unser Wohnraum gut angenommen wird und der Bestand immer ausgelastet ist“, unterstreicht Pfeiffer. „Deshalb geht es jetzt auch um geringeren Energieverbrauch, Ressourcenschonung und reduzierte Emissionen.“ Alle Einheiten werden zu einem Komplettpreis befristet vermietet – die Maximaldauer beträgt sechs Semester, also drei Jahre. Für diesen Zeitraum ist die Miete festgeschrieben, sodass die Studenten keine Nachzahlungen befürchten müssen und kalkulieren können: Heizung, Wasser, Strom, Müllgebühren, Hausmeisterservice sowie TV- und Internetzugang – alles ist inklusive.

Nachhaltiges Gebäudekonzept

Die neue, optisch sehr transparent wirkende Wohnanlage in der Briemer Straße erfüllt aber nicht nur anspruchsvolle Wohnwünsche der Studenten, sondern setzt auch in ökologischer Hinsicht Maßstäbe: So wurden die Baukörper des vier- bzw. fünfgeschossigen Gebäudes im Passivhaus-Standard / KfW 40 errichtet. Die Architekten sahen dazu eine wirkungsvolle Wärmedämmung und dreifache Fensterverglasungen vor. Alle Nutzungsbereiche sind nach Osten, Westen und Süden ausgerichtet, sodass passive solare Wärmegewinne bestmöglich genutzt werden können. Bodentiefe Fenster sorgen für viel Licht. Als Sonnenschutz dienen beschichtete Alu-Lamellen, die innerhalb der Verbundfenster geführt sind.

Intelligente Haustechnik gehört zum Gebäudekonzept: Hierzu zählen die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eine Sole/Wasser-Wärmepumpe zur Beheizung sowie eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Die dezentrale Trinkwassererwärmung in allen Bädern und Küchen erfolgt mit elektronischen Durchlauferhitzern. Um größtmögliche Energieeinsparpotenziale zu gewährleisten, wird eine möglichst große Menge des selbst produzierten PV-Stroms für das Gebäude verwendet – sogar zur Trinkwassererwärmung. Vorgesehen ist überdies ein Batterieplatz für einen PV-Stromspeicher im Technikraum, der zu einem späteren Zeitpunkt nachgerüstet werden kann.

Vorgefertigte Bäder

Zeit- und kostenoptimiert kann jedoch nur bauen, wer nach cleveren Lösungen sucht. In Kleve setzte das Studentenwerk auf moderne Fertigbäder in Leichtbauweise. Sie stammen von Geberit-Huter aus Matrei, Österreich, die Installation innerhalb der Appartements erfolgte durch den SHK-Fachbetrieb Volker Hermsen aus Kleve. Die anschlussfertigen Bäder wurden komplett im Werk gefertigt und bis zum Einsatz auf der Baustelle dort gelagert. Am Tag des Einbaus waren sie pünktlich vor Ort und wurden per Kran direkt vom LKW in die Wohnungen gehoben und an Ort und Stelle platziert. Dieser Vorgang erfolgte für jedes Stockwerk „just in time“.

Die Besonderheit des Komplettsystems von Geberit-Huter: Die Fertigbäder haben ein vergleichsweise geringes Gewicht von nur 320 kg/m2, was den statischen Anforderungen – im Vergleich zu Beton-Fertigbädern – erheblich entgegenkommt. „Auch die Gewerke-Koordination ist bei der Vorfertigung deutlich einfacher als bei einer Installation auf der Baustelle. Denn wenn verschiedene Gewerke in den kleinen Bädern unter Zeitdruck arbeiten, gehen sie nicht immer rücksichtsvoll mit dem Werk des anderen um. Und natürlich spart die werkseitige Montage ‚aus einer Hand‘ spürbar Kosten, sie vereinfacht Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung erheblich“, berichtet Pfeiffer aufgrund langjähriger Erfahrung. Begeistert ist er außerdem von der hohen Flexibilität der Leichtbauweise: „Wäre in 15 Jahren eine Veränderung der Grundrisse oder Umnutzung notwendig, so lassen sich die 2,2 × 1,8 m großen Bäder komplett verschieben oder auch sehr leicht demontieren und wieder herausnehmen.“

Schnell verfügbares Warmwasser

Die Trinkwassererwärmung erfolgt im gesamten Gebäude dezentral. So lassen sich Energieverluste, die normalerweise durch den Transport von Warmwasser über das Leitungsnetz entstehen, von vorneherein vermeiden. Zudem werden durch den Einsatz von elektronischen Durchlauferhitzern die hygienischen Vorgaben der Trinkwasserverordnung optimal umgesetzt. Auch zu unnötigem Wasserverbrauch kommt es nicht – der entsteht, wenn die Bewohner Wasser ungenutzt ablaufen lassen, weil es noch nicht die gewünschte Auslauftemperatur erreicht hat (Ausstoßverluste). Vielmehr erreicht das Warmwasser fast unmittelbar und temperaturgenau die Zapfstelle.

Bei der Ausstattung der Fertigbäder und insbesondere bei der Wahl von der dezentralen Trinkwassererwärmung hatte der Projektkoordinator genaue Vorstellungen. Er entschied sich gezielt für die elektronischen Durchlauferhitzer DDLE Basis von AEG Haustechnik. Diese Ausführung ermöglicht hohe Zulauftemperaturen und dadurch die Kombinationen mit einer thermischen Solaranlage. Pro Wohneinheit übernimmt ein Gerät die Trinkwassererwärmung für Dusche, Waschtisch und Küchenspüle. Platziert wurde der DDLE Basis in jedem Fertigbad über dem WC-Spülkasten, wo er mit einer Bautiefe von nur 93 mm wenig Platz in Anspruch nimmt und mit nahezu gleicher Breite der WC-Drückerplatte auch optisch nicht stört.

Besonders komfortabel ist die Regelbarkeit der Warmwassertemperatur. Die Einstellung der Wunschtemperatur erfolgt am Gerät stufenlos über Anwendungssymbole. So ist ein hoher Warmwasserkomfort stets gewährleistet – selbst bei einem ausgiebigen Duschbad. Für nahezu konstante Auslauftemperatur sorgt die zuverlässige Regelelektronik im Gerät, die Wasserdruck- und Zulauftemperaturschwankungen ausgleicht. Der integrierte Verbrühschutz bei 43 °C ist aktiviert. Der DDLE Basis ist ein „Three in one“-Gerät: Durch die zwischen 18, 21 und 24 kW umschaltbare Leistung kann er an die individuellen Anforderungen auch nachträglich angepasst werden. Das Blankdrahtheizsystem eignet sich für kalkarme und kalkhaltige Wässer.

Qualität zahlt sich aus

„Wir haben stets gute Erfahrungen mit den Trinkwassererwärmern von AEG Haustechnik gemacht – da wechselt man die Marke nicht so schnell“, erläutert Pfeiffer seine Wahl. AEG-Außendienstmitarbeiter Marc Rakowske hat ihn auch diesmal gut beraten. Alle 112 Geräte wurden über den Fachgroßhandel Zander aus Essen bezogen und von dort nach Österreich zum Fertigbadhersteller geschickt. Dirk Wischnewski vom SHK-Fachgroßhandel Zander: „Trotz der Entfernung gab es keine Schwierigkeiten, Anlieferung und Einbau klappten perfekt. Aus logistischer Sicht war dieses Bauvorhaben schon etwas Besonderes, weil sich die Baustellen normalerweise immer in der Nähe des Fertigbad-Herstellers befinden. Es gibt in Deutschland jedoch keinen bekannten Hersteller, der diese Fertigbäder in Leichtbauweise anbietet. Insofern ist Geberit-Huter die beste Lösung.“

Das Wohnheim am Spoykanal mit insgesamt 275 Wohnplätzen wurde im November 2013 bezugsfertig. Mit dem Neubau trägt das Studentenwerk Düsseldorf nicht nur zur Entstehung eines jungen, attraktiven Stadtquartiers bei, sondern realisierte auch ein durchdachtes und innovatives Haustechnikkonzept.

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Studentenwohnheim mit Energiefahrplan
  2. Teil: Kontakt zum Anbieter
  3. Teil: Bautafel
  • 2  Im Rohbau: Alle Leichtbau-Fertigbäder sind komplett eingerichtet, belastbar und langlebig.

  • 3  Klein und doch geräumig, vor allem jedoch hochwertig ausgestattet sind die Fertigbäder. Die Farbgestaltung in Rot und Grautönen setzt Akzente. Die Trinkwassererwärmung übernimmt ein elektronischer Durchlauferhitzer. Die Temperatureinstellung beim DDLE Basis erfolgt stufenlos, selbsterklärende Anwendungssymbole vereinfachen die Temperaturwahl.

  • 4  Erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Sanitärausstattung (v. l.): Marc Rakowske (AEG Haustechnik), Heinz-Werner Pfeiffer (Studentenwerk Düsseldorf), Dirk Wischnewski (SHK-Fachgroßhandel Zander) und Wolfgang Strohmeier (H.M. Heizkörper).

  • 5  Die neue Hochschule Rhein-Waal, ebenfalls von den Hamburger Architekten nps tchoban voss geplant, wurde bereits im Jahr 2009 eröffnet. 19 Gebäude, in denen rund 3000 Menschen studieren, befinden sich auf dem 6 ha großen Campus. Das Studentenheim liegt direkt gegenüber dem Campus, nur getrennt durch den Spoykanal, ist aber schnell über eine Fußgängerbrücke zu erreichen.

Bild: AEG Haustechnik

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