Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
Referenzprojekt Daikin

Effiziente Gebäudetechnik für grüne IT-Infrastruktur

Bild 1 Der neue Firmensitz des Greencloud-, IT- und Office-Dienstleisters Wolkenhof.

Daikin

Bild 1 Der neue Firmensitz des Greencloud-, IT- und Office-Dienstleisters Wolkenhof.

Der Artikel kompakt zusammengefasst

  • Für den neuen Firmensitz hat sich Wolkenhof bei der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik für ein Total-Solution-Konzept entschieden.
  • Die Vorteile der integrierten Komplettlösung, die in enger Abstimmung zwischen Auftraggeber, Verarbeiter und Technikhersteller entstanden ist, reichen von den ersten Planungsschritten bis in den Gebäudebetrieb.

Eine integrierte Lösung aus Kälte-, Klima- und Heizungstechnik trifft auf die ressourcenschonende KfW-40-Holzrahmenbauweise: Der IT-Dienstleister Wolkenhof vereint in seinem neuen Firmensitz in Uelzen hohe Ansprüche an die Energieeffizienz mit Komfort und Sicherheit im täglichen Arbeits- und Schulungsbetrieb.

Der Greencloud-, IT- und Office-Dienstleister Wolkenhof hat sich auf IT-Infrastrukturen für den Mittelstand spezialisiert. Der hohe Anspruch des Unternehmens an Energieeffizienz und Ressourcenschonung spiegelt sich unmittelbar wider im Firmengebäude im niedersächsischen Uelzen. Der 2025 fertiggestellte Neubau in Holzrahmenbauweise wurde konsequent als KfW-40-Effizienzhaus realisiert, ein optimierter Energieverbrauch stand von Beginn an im Fokus der Planungen – bis hin zur Gebäudetechnik.

Für die Technische Gebäudeausrüstung formulierte der Bauherr ein klares Anforderungsprofil: Funktionalität gepaart mit einem konsequent ressourcenschonenden Konzept. Das Projektziel bestand darin, sowohl den Mitarbeitern als auch den Schulungsteilnehmern ganzjährig ein hohes Maß an thermischem Komfort zu bieten, ohne beim Heizen und Kühlen die energetische Effizienz aus dem Blick zu verlieren. Das Ergebnis ist ein Neubau, bei dem die gesamte Technik mit Wärmepumpen, Klimatisierung und Lüftung aus einer Hand von Daikin stammt. Die beheizte Fläche beträgt 1559 m2, die klimatisierte Fläche liegt bei 1103 m2.

Bild 2 Insgesamt 34 Wandinnengeräte klimatisieren das Wolkenhof-Firmengebäude.

Daikin

Bild 2 Insgesamt 34 Wandinnengeräte klimatisieren das Wolkenhof-Firmengebäude.

Wolkenhof als Gebäudebetreiber hat insbesondere der Total-Solution-Ansatz von Daikin überzeugt: Die integrierte Komplettlösung, die in enger Abstimmung zwischen Auftraggeber, Verarbeiter und Daikin entstanden ist, ermöglicht eine zentrale und effiziente Steuerung von Heizung, Klima und Lüftung. Alle Arbeitsschritte griffen dazu nahtlos ineinander, von der Planung bis zur Inbetriebnahme. Das reduzierte nicht nur den Abstimmungsaufwand erheblich, sondern schafft auch die Grundlage für eine langfristig stabile und wartungsarme Gebäudetechnik.

Nachdem im frühen Planungsstadium noch verschiedene Optionen geprüft wurden, kristallisierte sich bald die Gesamtlösung als Favorit heraus. „Alle technischen Komponenten und Geräte von einem Hersteller zu beziehen, erschien uns als interessantes Konzept, um die Ziele an die Effizienz der Gebäudetechnik zu erreichen“, sagt Nikolai Hofmeister, Geschäftsführer der Wolkenhof GmbH.

Bild 3 Zwei der drei VRV-5-Luft/Luft-Wärmepumpen und die Luft/Wasser-Wärmepumpe EWYT-CZ wurden seitlich neben dem Firmengebäude installiert.

Daikin

Bild 3 Zwei der drei VRV-5-Luft/Luft-Wärmepumpen und die Luft/Wasser-Wärmepumpe EWYT-CZ wurden seitlich neben dem Firmengebäude installiert.

Starke Leistung im Paket

Drei VRV-5-Wärmepumpen-Außeneinheiten – eine mit 45 kW und zwei mit je 40 kW Leistung – klimatisieren die Büro- und Schulungsflächen. An ihnen sind insgesamt 34 Wandinnengeräte in den Leistungsklassen 20, 32, 40 und 50 angeschlossen. Die Leistungsklassen orientieren an der abgerundeten Geräteleistung in kW, beispielsweise steht die Leistungsklasse 20 für 2,2 kW Kühlleistung und 2,5 kW Heizleistung.

Die Inverterverdichter der Außengeräte passen ihre Drehzahl dem tatsächlichen Lastbedarf an und reduzieren damit den elektrischen Energieaufwand um bis zu 30 % gegenüber Systemen mit fester Drehzahl. Der thermisch hochsensible Serverraum wird separat mit einem Sky-Air-Außengerät in Verbindung mit einem Wandgerät gekühlt: eine Lösung, die dem besonderen Kühlbedarf von IT-Räumen mit kontinuierlichem Betrieb Rechnung trägt.

Zur Lüftung dienen zwei individuell auf die Anforderungen des Kunden ausgelegte Professional-Lüftungsanlagen: eine für die Schulungsräume, kombiniert mit zwei ERA100-Einheiten als DX-Direktverdampfungsmodul, sowie eine weitere für den Küchenbereich. Die ERA-Einheiten ermöglichen die direkte Integration von VRV-Kältemittelkreisen in zentrale Lüftungsgeräte zur Konditionierung der Zuluft.

Die Wärmeerzeugung übernimmt eine Luft/Wasser-Wärmepumpe mit 50 kW Leistung aus der EWYT-CZ-Serie mit invertergeregeltem Scrollverdichter und R32-Kältemittel. Sie versorgt das gesamte Gebäude über Fußboden- und Wandheizkreise. Bei der Entscheidung für die Wandheizkreise stand vor allem der Komfortgedanke im Vordergrund. Die Invertertechnologie passt die Leistungsabgabe bedarfsgerecht an und erzielt damit auch bei Teillast hohe Effizienzwerte. Das Gerät arbeitet in einem großen Außenlufttemperaturbereich und ermöglich eine Vorlauftemperatur von bis zu 60 °C.

Bild 4 Die SV-Boxen ermöglichen in der Wolkenhof-Firmenzentrale die Kältemittelmengengrenzen für R32 und die damit verbundenen Sicherheitsanforderungen einzuhalten sowie die baulichen Anforderungen zu erfüllen.

Daikin

Bild 4 Die SV-Boxen ermöglichen in der Wolkenhof-Firmenzentrale die Kältemittelmengengrenzen für R32 und die damit verbundenen Sicherheitsanforderungen einzuhalten sowie die baulichen Anforderungen zu erfüllen.

Sicherheitskonzept für Kältemittel R32

Das VRV-5-Luft/Luft-Wärmepumpensystem arbeitet mit dem Kältemittel R32. Es ist ein energieeffizientes Kältemittel der Sicherheitsgruppe A2L (schwere Entflammbarkeit), bringt aber auch spezifische Anforderungen an die Sicherheit mit sich. Die Norm IEC 60335-2-40 schreibt für Systeme mit R32 Mindestgrößen der klimatisierten Räume vor, um im unwahrscheinlichen Fall einer Leckage eine gefährliche Kältemittelkonzentration zu verhindern.

Ohne die besonderen Sicherheitsmaßnahmen von Daikin wäre für ein typisches Büro eine Mindestfläche von rund 40 m2 erforderlich gewesen. Die meisten Büroeinheiten im Uelzener Gebäude sind mit 10 bis 20 m2 jedoch deutlich kleiner. Alternativ hätte man die Kältekreise auf eine signifikant höhere Anzahl an Außengeräten aufteilen müssen, was jedoch weder wirtschaftlich noch optisch im Sinne des Bauherrn gewesen wäre.

Bild 5 Die Gebäudeleittechnik auf Basis des Niagara Frameworks steuert alle Daikin-Geräte, bindet externe Funktionen und Sensoren zukunftssicher ein und gibt dem Fachbetrieb sowie dem Facility-Management über eine projektspezifische Visualisierung spezifizierten Systemzugriff.

Daikin

Bild 5 Die Gebäudeleittechnik auf Basis des Niagara Frameworks steuert alle Daikin-Geräte, bindet externe Funktionen und Sensoren zukunftssicher ein und gibt dem Fachbetrieb sowie dem Facility-Management über eine projektspezifische Visualisierung spezifizierten Systemzugriff.

Diese Herausforderung entpuppte sich als Türöffner für eine elegante Lösung: die Verlegung der Kältemittelleitungen hinter der Fassade entlang der Außenwand. Die SV-Boxen (Absperrventilboxen) von Daikin machten es möglich. Als Bestandteil des „Shîrudo“-Sicherheitskonzepts, eines werkseitig integrierten Systems für VRV-5-Luft/Luft-Wärmepumpen, verfügen die SV-Boxen über einen integrierten Leckagesensor. Wird eine Undichtigkeit erkannt, schließen die Ventile den betroffenen Strang automatisch ab. Ein akustischer und visueller Alarm über die Madoka-Fernbedienung informiert sofort. Die weitere Anlage läuft weiter, lediglich das betroffene Gerät fällt bis zur Fehlerbehebung aus.

Zugleich lösten die SV-Boxen eine Herausforderung bezüglich der bereits teilweise fertiggestellten Holzfassade. Der ausführende Kälte- und Klimafachbetrieb Walter Scholz, der seit 30 Jahren eine enge Partnerschaft mit Daikin pflegt, stieg erst im laufenden Baubetrieb in die Planung ein. Da zu diesem Zeitpunkt Refnet-Verteiler an der Fassade nicht mehr verbaut werden konnten, musste die Verzweigung der Kältemittelleitungen im Lager erfolgen. Aufgrund der optisch ansprechenden Vollholzdecken waren im Gebäude zudem keine abgehängten Decken vorhanden, die sich für eine unsichtbare Verlegung von Rohrleitungen und Verteilern eigneten. „Die SV-Boxen haben es somit ermöglicht, nicht nur die Vorgaben in Bezug auf die Kältemittelmengen von R32 einzuhalten, sondern auch die baulichen Anforderungen zu erfüllen“, erklärt André Scholz, Geschäftsführer der Walter Scholz GmbH.

Bild 6 Zwei projektspezifische Lüftungsanlagen mit DX-Direktverdampfungsmodul sorgen für die Belüftung der Schulungsräume und des Küchenbereichs.

Daikin

Bild 6 Zwei projektspezifische Lüftungsanlagen mit DX-Direktverdampfungsmodul sorgen für die Belüftung der Schulungsräume und des Küchenbereichs.

Zentrale Steuerung auf Basis des Niagara Frameworks

Die realisierte Gebäudeautomation ermöglicht es, das volle energetische Potenzial der Hardware-Ausstattung der Gebäudetechnik zu entfalten. Der Bauherr hatte die zentrale Anforderung gestellt, eine Regelung zu implementieren, die alle Daikin-Geräte ansteuert und zudem die Voraussetzung schafft, externe Funktionen und Sensoren zukunftssicher einzubinden. Die Wahl fiel auf eine leistungsstarke Gebäudeleittechnik-Lösung basierend auf dem Niagara Framework. Diese Software-Infrastruktur gilt als weltweiter Benchmark für offenes Building Management und bildet die Basis für die Integration komplexer Protokolle wie BACnet, Modbus, M-Bus, DALI, KNX und REST API.

Im Neubau in Uelzen fungiert ein ILC2250-Controller von Phoenix Contact als Herzstück, über ein verschlüsseltes Netzwerk sind Catan- und IO-Module angebunden. Sie steuern die Stellventile der Flächenheizung an und erfassen zusätzliche Temperatursensoren im gesamten Gebäude. Die Niagara-Plattform bündelt all diese Datenpunkte in Echtzeit. Die komplette Wärmeerzeugung und -verteilung, der Betrieb der Lüftungsanlagen sowie die feingranulare Einzelraumregelung laufen zentral zusammen.

Bild 7 Die Photovoltaik-Anlage liefert mit 140 kWp voraussichtlich 60 bis 80 % des Strombedarfs.

Daikin

Bild 7 Die Photovoltaik-Anlage liefert mit 140 kWp voraussichtlich 60 bis 80 % des Strombedarfs.

Eine speziell für dieses Projekt programmierte Visualisierung gibt dem betreuenden Kälte- und Klimafachbetrieb sowie dem Facility-Management des Betreibers umfassenden Zugriff. Der Zugriff ist über ein Benutzermanagement auf die einzelnen Benutzer zugeschnitten. So kann beispielsweise der Heizungsinstallateur nicht die Einstellungen der Klimageräte verändern. Ein sicherer Fernzugriff ist über eine VPN-Verbindung mittels mGuard-Security-Router und mGuard Secure Cloud (Phoenix Contact) ebenfalls möglich.

Der Kälte- und Klimafachbetrieb sowie das Facility-Management können Anlagenverläufe analysieren, das Alarmmanagement konfigurieren und bei Störungen sofortige Meldungen empfangen. In den einzelnen Räumen wiederum lassen sich Heizung und Klimatisierung intuitive mit den Madoka-Fernbedienungen steuern.

Bild 8 Den Gebäudebetreiber überzeugte der Total-Solution-Ansatz von Daikin (v. l.): Pascal Sansen (Supervisor Vertrieb Commercial Nord bei Daikin Airconditioning Germany), Nikolai Hofmeister (Geschäftsführer der Wolkenhof GmbH) und André Scholz (Geschäftsführer der Walter Scholz GmbH).

Daikin

Bild 8 Den Gebäudebetreiber überzeugte der Total-Solution-Ansatz von Daikin (v. l.): Pascal Sansen (Supervisor Vertrieb Commercial Nord bei Daikin Airconditioning Germany), Nikolai Hofmeister (Geschäftsführer der Wolkenhof GmbH) und André Scholz (Geschäftsführer der Walter Scholz GmbH).

Hoher Eigenstromanteil

Wolkenhof ist ein IT- und Office-Dienstleister mit Schwerpunkten in den Bereichen Cloudservices, Serverhosting, Workspace-Lösungen sowie IT-Support und Managed Services. Dieses Verständnis einer zuverlässigen und langfristig ausgelegten Infrastruktur greift auch das Gebäudekonzept im neuen Firmensitz auf. Bei der Energieversorgung wird auf einen hohen Grad an Eigenversorgung gesetzt: Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Hauptgebäudes sowie den angrenzenden Carports mit insgesamt 140 kWp deckt im laufenden Betrieb zwischen 60 und 80 % des Strombedarfs.

Die technologisch anspruchsvolle Haustechnik zeigt, wie integrierte Systemkonzepte einen energieeffizienten Betrieb ermöglichen können. Die Entscheidung für Gebäudetechnik aus einer Hand schuf die Grundlage für die reibungslose Integration aller Anlagenkomponenten. Die offene Architektur der Niagara-Steuerung unterstützt zudem viele smarte Funktionen.

Nach kleineren Feinjustierungen arbeitet das Gesamtsystem zur hohen Zufriedenheit des Bauherrn. „Bis zum heutigen Tag sind wir sehr zufrieden mit der Anlage und planen, über Niagara-Steuerung weitere technische Komponenten im Gebäude einzubinden“, berichtet Hofmeister. Da das Gebäude erst vor wenigen Monaten bezogen worden ist, stehen belastbare Langzeitdaten zur energetischen Bilanz noch aus. Die Grundlagen für einen hocheffizienten Betrieb sind jedoch gelegt.

Frank Kerkhoff
ist Account Manager Service & Solutions bei Daikin Airconditioning Germany, www.daikin.de

Dakin

Pascal Sansen
ist Supervisor Vertrieb Commercial Nord bei Daikin Airconditioning Germany, www.daikin.de

Dakin

Jetzt weiterlesen und profitieren.

+ TGA+E-ePaper-Ausgabe – jeden Monat neu
+ Kostenfreien Zugang zu unserem Online-Archiv
+ Fokus TGA: Sonderhefte (PDF)
+ Webinare und Veranstaltungen mit Rabatten
uvm.

Premium Mitgliedschaft

2 Monate kostenlos testen