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Referenzprojekt

Grauwassernutzung spart Frisch­was­ser in Mann­heim

In Mannheim ist das Wohnquartier Aubuckel mit 3 Neubauten und 114 Wohnungen entstanden.

Dehoust

In Mannheim ist das Wohnquartier Aubuckel mit 3 Neubauten und 114 Wohnungen entstanden.

Die Entwicklung neuer Stadtquartiere schafft Wohnraum und gestaltet die Stadtstruktur um. Das Wohnquartier Aubuckel in Mannheim-Feudenheim ist ein Beispiel dafür. In drei Neubauten entstehen 114 Wohnungen, 50 davon als sozial geförderter Wohnraum mit gedeckelten Mieten.

Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt demonstriert, wie Städte und Kommunen Ansätze für den Umgang mit dem Klimawandel umsetzen können. Die Dehoust GmbH wurde von Implenia Hochbau GmbH mit der Implementierung einer Grauwasseranlage beauftragt, die Teil der Wasserwirtschaft des Quartiers ist.

Ein Gesamtkonzept für Aubuckel

Das Quartier Aubuckel verfolgt ein Konzept zum Ressourcenschutz. Ein künstlicher Teich nimmt Regenwasser auf, das zur Bewässerung der Grünanlagen dient. Dieser Teich hat eine Funktion im Hochwasserschutz und kann bei Starkregen große Wassermengen aufnehmen. Er trägt auch zur Kühlung der Umgebung bei.

Die Dächer der Neubauten sind mit Photovoltaikanlagen zur lokalen Energieerzeugung ausgestattet. Die Grauwasseranlage senkt den Frischwasserbedarf um rund 40 % und trägt somit zum Ressourcenschutz und zur Kosteneinsparung bei.

Herzstück der Wasserwirtschaft im Quartier sind der Teich zur Regenwassernutzung sowie die Grauwasseraufbereitungsanlage der Firma Dehoust.   

Dehoust

Herzstück der Wasserwirtschaft im Quartier sind der Teich zur Regenwassernutzung sowie die Grauwasseraufbereitungsanlage der Firma Dehoust.   

Grauwasseraufbereitung mit der GWtec 340

Die GWtec 340-Anlage von Dehoust läuft in Aubuckel mit einer Aufbereitungsleistung von 15.000 l/Tag.

Dehoust

Die GWtec 340-Anlage von Dehoust läuft in Aubuckel mit einer Aufbereitungsleistung von 15.000 l/Tag.

Im Wohnquartier Aubuckel kommt die GWtec 340 von Dehoust zum Einsatz. Diese Grauwasseranlage ist für die Aufbereitung von Grauwasser aus Duschen, Handwaschbecken und Badewannen konzipiert. Mittels Membrantechnologie wird das Grauwasser chemikalienfrei zu Betriebswasser aufbereitet. Der Aufbereitungsprozess beginnt mit einer Grobfiltration, bei der ungelöste Stoffe wie Haare oder Textilflusen entfernt werden. Organische Schmutzstoffe wie Seife werden durch aerobisch-biologischen Abbau zersetzt. Die Ultrafiltration mittels einer Membran mit einer physikalischen Porenbreite von 20 nm hält Partikel, Keime und absorbierte Viren zurück. Das Ergebnis ist klares, geruchloses und keimfreies Betriebswasser, das zudem speicherbar ist.

Die Anlage verfügt über ein Tankvolumen von jeweils 8000 l für die Grauwassersammelbehälter und die Betriebswasservorlagebehälter, abgestimmt auf den täglichen Grauwasserertrag und Betriebswasserbedarf. Mit einer Aufbereitungsleistung von 15.000 l/Tag ermöglicht sie den Bewohnern eine stetige Nutzung des Betriebswassers für Toilettenspülungen oder zum Wäschewaschen. Sollte der Betriebswassertank einmal leer sein, erfolgt eine automatische Trinkwassernachspeisung über die integrierte Trinkwassertrennstation gemäß EN 1717. Die Anlage arbeitet mit einem Energieverbrauch von 0,3 bis 0,5 kWh/m3 behandeltem Grauwasser.

Die Aufbereitung des Abwassers erfolgt in mehreren Schritten. Bei der Ultrafiltration wird das Grauwasser mittels Membrantechnologie ohne Chemikalien aufbereitet.

Dehoust

Die Aufbereitung des Abwassers erfolgt in mehreren Schritten. Bei der Ultrafiltration wird das Grauwasser mittels Membrantechnologie ohne Chemikalien aufbereitet.

Steuerung und Fernüberwachung

Die GWtec 340 wird über den Dehoust Connect Server gesteuert. Dieser ermöglicht ein Live-Monitoring des Betriebs über ein Webinterface, das von Smartphone, Tablet oder PC aus zugänglich ist. Anlagenprozesse können in Echtzeit überwacht und Betriebsparameter eingestellt werden. Ein Fernzugriff auf Kennzahlen wie die Aufbereitungsleistung oder den Filterstatus ist möglich. Das System benachrichtigt den Anwender bei anstehenden Wartungen oder Abweichungen vom Normzustand. Eine Grundwartung ist nach 10.000 Betriebsstunden vorgesehen, während der Membranfilter bedarfsabhängig alle ein bis zwei Jahre ausgetauscht wird.

Nach der Aufbereitung steht den Anwohnerinnen und Anwohnern sauberes und hygienisch unbedenkliches Betriebswasser in zwei 4000-Liter-PE-Tanks zur Verfügung.

Dehoust

Nach der Aufbereitung steht den Anwohnerinnen und Anwohnern sauberes und hygienisch unbedenkliches Betriebswasser in zwei 4000-Liter-PE-Tanks zur Verfügung.

Andreas Bichler, Geschäftsführer der Dehoust GmbH, äußert sich zum Projekt: „Eine Priorität beim Wohnquartier Aubuckel war es, ein Wassermanagement zu entwickeln, von dem Umwelt und Anwohnende profitieren. Mit Regenwassernutzung und Grauwasseraufbereitung geht man hier einen Weg zum Schutz der Ressource Trinkwasser. Wir freuen uns, mit unserer Grauwasseranlage GWtec 340 daran beteiligt zu sein und sehen bereits den Effekt des Systems auf den Trinkwasserverbrauch.“ Das Projekt in Mannheim zeigt, wie technische Gebäudeausrüstung einen Beitrag zu nachhaltiger Quartiersentwicklung und Klimaschutz leisten kann. ■
Quelle: Dehoust / fl

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FAQ zur Grauwasseraufbereitung im Wohnquartier Aubuckel

Was ist Grauwasser und wie wird es im Wohnquartier Aubuckel genutzt?
Grauwasser ist leicht verschmutztes Abwasser aus Duschen, Handwaschbecken und Badewannen. Im Wohnquartier Aubuckel wird es mit einer Grauwasseranlage aufbereitet und als Betriebswasser für Toilettenspülungen und Wäschewaschen verwendet.

Wie funktioniert die Grauwasseraufbereitung mit der GWtec 340?
Die GWtec 340 von Dehoust reinigt Grauwasser zunächst mechanisch und biologisch, anschließend filtert eine Membran Partikel und Keime heraus. Das Ergebnis ist klares, geruchloses und keimfreies Betriebswasser, das gespeichert und genutzt werden kann.

Welche Vorteile bietet die Grauwasseranlage für das Wassermanagement?
Die Grauwasseranlage senkt den Frischwasserbedarf um etwa 40 %, spart Kosten, schützt Ressourcen und trägt zur nachhaltigen Quartiersentwicklung bei.

Wie wird die Grauwasseranlage im Wohnquartier gesteuert und überwacht?
Die Anlage wird über einen Connect Server gesteuert und bietet Live-Monitoring sowie Fernzugriff auf Betriebsdaten. Wartungen und Abweichungen werden automatisch gemeldet.

Was passiert, wenn der Betriebswassertank leer ist?
Bei leerem Betriebswassertank sorgt eine automatische Trinkwassernachspeisung gemäß EN 1717 dafür, dass weiterhin Wasser zur Verfügung steht.