Der Artikel kompakt zusammengefasst
- Rechenzentren entstehen aus unterschiedlichen Gründen zunehmen auch in dicht bebauten städtischen Umgebungen.
- Mit einem speziellen Prüfaufbau haben Stulz und Merford zwei gemeinsam entwickelte Konzepte zur Geräuschdämpfung evaluiert.
- Die Ergebnisse zeigen, dass sich auch strikte akustische Anforderungen mit Know-how sicher erfüllen lassen.
Stulz
Stulz und Merford haben erstmals ein neues, besonders aufwendiges Messverfahren zur Validierung der Schallemissionen von Kaltwassererzeugern für Rechenzentren eingesetzt.
Mit zunehmender Leistungsdichte steigen in städtischen Umgebungen die Anforderungen an den Schallschutz. Im Rahmen eines Kundenprojekts von Stulz war es erforderlich, Grenzwerte von 80,2 dB(A) in der Nacht einzuhalten. Um anspruchsvolle Grenzwerte sicher und kosteneffizient zu erreichen, ist die frühzeitige Integration von Schallschutzmaßnahmen in das Systemkonzept von entscheidender Bedeutung.
Gewissheit bringt aber erst eine Prüfung. Sie wurde am Produktionsstandort von Stulz in Valeggio sul Mincio (Verona, Italien) unter realistischen Betriebsbedingungen nach EN ISO 9614-2 durchgeführt. Damit setzen beide Unternehmen einen neuen Standard für transparente, reproduzierbare und technisch valide Geräuschmessungen in der Rechenzentrumskühlung. Zuvor entwickelte der Hamburger Spezialist für die Klimatisierung von Rechenzentren gemeinsam mit den Schallschutzexperten von Merford ein vollständig integriertes Schalldämpfungssystem, das ohne Einbußen bei Effizienz, Kühlkapazität oder Betriebssicherheit auskommt.
Stulz
Davide Mazzi, Leiter des Application Teams bei Stulz S.p.A., erläutert: „Die größte Herausforderung bestand nicht nur darin, eine effiziente Kühlung zu gewährleisten, sondern vor allem in der Einhaltung der extrem strengen Lärmgrenzwerte. Die Anlage ist in einer dicht bebauten städtischen Umgebung auf einem Dach installiert. Unsere Aufgabe bestand darin, die erforderliche Leistung zu erbringen, ohne die Umgebung zu stören und ohne Abstriche bei der Betriebssicherheit des Rechenzentrums zu machen.“
Reproduzierbare Messungen
Die Messungen wurden gemäß EN ISO 9614-2 „Akustik – Bestimmung der Schallleistungspegel von Geräuschquellen aus Schallintensitätsmessungen – Teil 2: Messung mit kontinuierlicher Abtastung“ durchgeführt. Um valide Ergebnisse zu gewährleisten, wurde die Testumgebung im Vorfeld mittels 3D-Akustikmodellierung (SoundPlan nach ISO 9613-2 „Akustik – Dämpfung des Schalls bei der Ausbreitung im Freien – Teil 2: Allgemeines Berechnungsverfahren“) optimiert. Zudem wurde sichergestellt, dass Hintergrundgeräusche mindestens 10 dB unterhalb des zu messenden Schallleistungspegels liegen. Die Messung umfasste ein vollständiges Abscannen des Prüfvolumens rund um die Kaltwassersätze sowie den kontrollierten Vergleich mit und ohne Schalldämpfungssystem.
Stulz
Zwei Konzepte evaluiert
Im Rahmen der Messung wurden zwei Konzepte zur Geräuschdämpfung evaluiert. Beide Varianten bestanden aus einer Stahlrahmenkonstruktion mit integrierten Dämpfern rund um den Kaltwassersatz, die darauf ausgelegt waren, Luftschall und Körperschall zu reduzieren.
Das erste Konzept war als robuste Basislösung zur Breitband-Schallminderung ausgelegt. Das zweite Konzept ging noch einen Schritt weiter und umfasste zusätzliche akustische Optimierungen sowie weitere Maßnahmen zur Quellkontrolle, um die Reduzierung der Gesamtschallleistung zu maximieren.
Diese aufwendigere Konfiguration lieferte eine nachweislich höhere Lärmreduzierung, wobei ein erhöhtes Gewicht und eine größere strukturelle Komplexität als bewusster Kompromiss in Kauf genommen wurden.
Mazzi: „Um die Wirksamkeit unserer Lösung zu demonstrieren, haben wir die tatsächliche Installationssituation nachgestellt. Die Stahlkonstruktion wurde zur Simulation der Gegebenheiten auf dem Projektdach errichtet. Die aufwendige Prüfung demonstriert klar, dass leistungsstarke Kältetechnik und strikte akustische Kriterien vereinbar sind – vorausgesetzt, Design, Engineering und Verifikation werden ganzheitlich gedacht und eng mit Spezialpartnern abgestimmt.“
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