Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
FlexEhome

HPS weiht erstes netzdienliches Solar-Wasserstoffhaus ein

Zeyad Abul-Ella (HPS Home Power Solutions), Dr. Claudia Herok (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg), Ralf Steinbrück (Bürgermeister, Gemeinde Schöneiche bei Berlin), Daniel Wolf (HPS Home Power Solutions).

HPS Home Power Solutions AG

Zeyad Abul-Ella (HPS Home Power Solutions), Dr. Claudia Herok (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg), Ralf Steinbrück (Bürgermeister, Gemeinde Schöneiche bei Berlin), Daniel Wolf (HPS Home Power Solutions).

HPS Home Power Solutions AG hat am 13 Juli 2023 in Schöneiche bei Berlin das weltweit erste netzdienliche Solar-Wasserstoffhaus mit thermischer und elektrischer Vollversorgung eingeweiht. Dr. Claudia Herok, Abteilungsleiterin im brandenburgischen Energieministerium, nahm die Anlage feierlich in Betrieb.

Errichtet wurde das Haus im Rahmen des Forschungsprojekts FlexEhome, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wird. Neben HPS sind der Wärmepumpenhersteller Vaillant, der Haushersteller Albert Haus und die Technische Universität Berlin beteiligt.

Das Besondere am Projekt FlexEhome ist, dass es auch netzdienliche Leistungen testet. Derzeit produzieren die meisten Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen und Batterien im Sommer zu viel und im Winter zu wenig Strom für den eigenen Bedarf. Das belastet immer stärker die Verteilnetze und erfordert – derzeit noch mit fossilen Brennstoffen betriebene – Reservekraftwerke.

Netzdienlicher Betrieb

Vom FlexEhome wird nur dann Strom ins Netz gegeben bzw. bzw. aus dem Netz entnommen, wenn es dem Netz dienlich ist. Dies ist nur aufgrund einer im Vergleich zu Batterien deutlich größeren Speicherkapazität und einer auch über längere Zeiträume verlustfreien Speicherung möglich. Mit dieser Flexibilität kann die Netzstabilität verbessert und der Ausbaubedarf der dezentralen Verteilnetze minimiert werden.

Zeyad Abul-Ella, Vorstandsvorsitzender und Gründer von HPS: „Damit ermöglichen wir im Neubau schon heute den technischen Standard von morgen. Die Besitzer eines solchen Gebäudes leisten einen substanziellen Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit. In Zukunft sind dezentrale Flexibilitäten für den Erfolg der Energiewende unverzichtbar.“

Langzeit-Stromspeicher picea…

Ein wesentlicher Baustein des Projekts ist der Langzeit-Stromspeicher picea, der den überschüssigen Strom der Photovoltaik-Dachanlage im Sommer in Form von Elektrolyse-Wasserstoff speichert und im Winter über eine Brennstoffzelle wieder als Strom und Wärme verfügbar macht. In Kombination mit einer Wärmepumpe sorgt picea für die ganzjährige Versorgung des FlexEhome aus dem selbst erzeugten Solarstrom.

Herok betonte anlässlich der Einweihung: „Bereits seit der Jahrtausendwende ist Brandenburg eine führende Region beim Ausbau der erneuerbaren Energien und der Gestaltung der neuen Energiewelt. Ich freue mich deshalb sehr darüber, dass mit dem FlexEhome das erste netzdienliche Solar-Wasserstoffhaus der Welt in Brandenburg erbaut wurde.“

…und eine Wärmepumpe

Dominik Rothweiler von Vaillant Deutschland, der die Wärmepumpe ins Hauskonzept integriert hat, ergänzt: „Dass wir an diesem einzigartigen und innovativen Projekt partizipieren dürfen und mit unserer Wärmepumpe einen wesentlichen Beitrag zum Projekterfolg beisteuern können, erfüllt uns mit großem Stolz. Nun gilt es, die leistungsgeführte Regelung unserer Wärmepumpe im Zusammenspiel mit picea im Betrieb fein zu justieren und weitere Schlüsse zu ziehen.“

Um Vollversorgung und Netzdienlichkeit zu dokumentieren, wird die Technische Universität Berlin sämtliche Energieflüsse im Haus für zwei Jahre monitoren. In dieser Zeit wird eine vierköpfige Familie zur Miete im FlexEhome wohnen. ■
Quelle: HPS / jv

Zum Hintergrund des FlexEhome-Projektes

Viele Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen speisen in der Jahresbilanz mehr Strom in das Netz ein, als zur Eigenversorgung des Strom- und / oder Wärmebedarfs benötigt wird. Die Abgabe erfolgt aufgrund geringer Speicherkapazität auch, wenn ohnehin ein Überschuss an erneuerbarem Strom herrscht und dies zu negativen Preisen am Strommarkt und gegebenenfalls Netzengpässen führt. Bei einem Unterangebot an erneuerbarer Energie im Stromnetz, was während der Wintermonate häufig der Fall ist, besteht bei Gebäuden mit Photovoltaik-Anlagen ohne saisonalen Stromspeicher hingegen ein signifikanter Strombedarf, die momentan CO2-intensiv bereitgestellt wird. Im Winter 2020 lag der Anteil der fossilen Energien am Strommix beispielsweise bei mehr als 60 % (vgl.: Spezifische CO2-Emissionen im Strommix im Jahr 2020 in allen Monatsstunden).

Im Kontext:
Im Neubau hat sich die Gas-Heizung auch ohne Verbot erledigt
Grüner Wasserstoff für Gas-Heizungen: teuer und ineffizient
Wie viel vom Wärmepumpenstrom liefert die eigene PV-Anlage?
sonnen startet Vernetzung von Wärmepumpen    
Projekt: Wärmepumpen und Speicher als Kleinflexibilitäten