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In den letzten 25 Jahren sind im Durchschnitt 746.000 wasserführende Wärmeerzeuger pro Jahr installiert worden. Das Maximum mit 1,308 Mio. Geräten im Jahr 2023 und das Minimum mit 550.000 Geräten im Jahr 2007 sind durch Vorzieheffekte durch politisches Handeln entstanden, durch die GEG-Novelle und die Anhebung der Umsatzsteuer von 16 auf 19 %. Der wichtigste von drei Wendepunkten liegt im Jahr 2020.
Neu eingebaute Heizungen haben in der Vergangenheit die Heizungsstruktur nur in einem begrenzten Umfang verändert. Die größte „Wanderung“ gab es über viele Jahre von Heizöl zu Gas, inzwischen lautet das Ziel immer öfter: Wärmepumpe. Ansonsten wurde hauptsächlich systemtreu erneuert, über den Neubau hinzugewonnen oder durch den Wechsel zu Fernwärme oder die Zentralisierung im Gebäude statt Etagenheizungen bzw. im Quartier statistisch verloren. Nur ein kleiner „Steinbruch“ aufgrund des erheblichen Umsetzungsaufwands: Nachtspeicherheizungen.
Peak Gas-Heizungen: 2022
Besonders deutlich zeigt sich die Beharrung im Jahr 2023 mit einem Absatzboom bei Gas- und Öl-Heizungen: Der Bestand an Gas-Heizungen ist erstmals gesunken – „Peak Gas-Heizungen“ liegt im Jahr 2022 –, obwohl die Heizungsindustrie 790.500 Gas-Heizkessel (5,7 % bezogen auf den Bestand im Jahr 2022) abgesetzt hat. So gab es 2023 bei Gas-Heizungen die größte Verjüngung der Historie eines nur marginal ausgedünnten Bestands. Zeitgleich hat sich bei Öl-Heizungen der Abwärtstrend unbeeindruckt von allen Diskussionen rund um den Heizungskeller in Parlamenten, auf der Straße, in digitalen Kanälen und Talkshows fortgesetzt.
Peak Öl- und Gas-Heizungen: 2020
Angesichts der über viele Jahrzehnte kaum gestörten Treue zu fossilen Brennstoffen ist „Peak Öl- und Gas-Heizungen“ im Jahr 2020 der eigentliche Wendepunkt in der Heizungsstruktur, auch getragen von besonderen Bedingungen während der Covid-19-Pandemie. Was lange Jahre nicht vorhanden war: Eine in der Breite verwendbare Alternative. Mit R290-Wärmepumpen liegt sie nun in den Regalen und komplett vorgefertigte Energiecontainer mit Wärmepumpen-Kaskaden erschließen weitere Marktsegmente und verlängern die Modernisierungssaison.
Ein bemerkenswerter Wendepunkt ist auch, dass 2025 gegenüber 2024 die Zahl der im Bestand vorhandenen wasserführenden Wärmeerzeuger gesunken ist. Neben Unsicherheiten bei den Datenerhebungen sind mögliche Ursachen die Abwanderung zu leitungsgebundener Wärme, die Heizsystem-Konsolidierung in Heizungsräumen, Gebäuden sowie Quartieren und der zu beobachtende Verzicht auf ein sekundäres Heizsystem in Neubauten.
Ausblick
65-%-EE-GEG oder Bio-Treppen-GModG: In welchem Umfang die Regelwerke den Heizungsbestand tatsächlich verändern, ergibt sich eher aus der begleitenden Heizungsförderung und der Energiepreisentwicklung. So darf man gespannt sein, wie sich 2026ff in den Trend einfügt. Der Heizungsbestand soll über die Grünbrennstoffquoten erst ab 2028 zunächst kaum spürbar „zur Kasse gebeten werden“.
Schon im Jahr 2021 gab es mit der CO2-Bepreisung für fossile Brennstoffe einen neuen Preistreiber, wobei die CO2-Kosten künftig durch die Grünbrennstoffquoten direkt und indirekt gesenkt werden. Welchen Preis grüner werdende Brennstoffe künftig haben, ist aufgrund zahlreicher Parameter und fehlender politischer Festlegungen unsicher. Unsicherheit ist einer der größten Bremser für die Heizungsmodernisierung. Die neue degressive Ausgestaltung der Konditionen in der Heizungsförderung dürfte zumindest einen Boom bei der Antragstellung vor der nächsten Absenkungsstufe am 1. Februar 2027 auslösen. ■
Datenquellen: ZIV, BDH, BWP, eigene Berechnungen / jv
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