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Marktdaten

Gas-Heizungen? Sind in Deutsch­land ver­gleichs­weise selten

Ein Blick in an­dere euro­pä­ische Län­der zeigt, dass die De­kar­bo­ni­sie­rung mit Gas be­heizter Ge­bäude nicht nur in Deutsch­land eine große Auf­gabe ist.

In Deutschland werden etwa 56 % der Wohnungen mit Erdgas, Flüssiggas (LPG) und in geringem Umfang mit Biomethan beheizt. Da darf es nicht verwundern, dass im Kontext von Wärme- und Heizungswende-Diskussionen in Deutschland wasserführende Gas-Heizungen die Messlatte sind. Ende 2023 lag der Feldbestand bei 13,9 Mio. Gas-Heizkesseln. Das entspricht rechnerisch einer Verbreitung von 164 Gas-Heizkesseln pro 1000 Einwohner.

Damit liegt Deutschland in der Länderauswahl des „Heating Market Report 2025“ der European Heating Industry (EHI) allerdings nur auf Platz 7 von 13 detailliert vorgestellten Ländern. Vor Deutschland rangieren Frankreich (174 Gas-Heizkessel pro 1000 Einwohner), Spanien (183), Belgien (290), Italien (304), das Vereinigte Königreich (347) und die Niederlande (363).

JV / Daten EHI

Starke Unterschiede beim Absatz bezogen auf den Bestand

Bemerkenswert ist auch die unterschiedliche Bewegung in diesem Segment. Wenngleich noch nicht bekannt ist, in welchem Umfang die in den Jahren 2024 und 2025 abgesetzten Gas-Brennwert-Heizkessel (nur dieser Standard wird im EHI-Report aufgeführt) Zubau (Neubau und Umstieg von anderen Energieträgern) und Ersatz ist, sind die Unterschiede enorm. Bezogen auf den Feldbestand am Jahresende 2023 ergeben sich in den Ländern mit hoher Pro-Kopf-Verbreitung Werte zwischen 4,2 % in Deutschland und 12,8 % in den Niederlanden.

Auch beim Absatz von Gas-Brennwertheizkesseln pro 1000 Einwohner liegt für das Jahr 2025 die Niederlande mit knapp 23 auf Platz 1 der Länder mit hoher Pro-Kopf-Verbreitung. Es folgen Belgien (15,1), Italien (12,6), Spanien (7,0), Frankreich (5,2) und abgeschlagen Deutschland (2,7).

Schickt man den mit sehr deutlichem Abstand höchsten Absatz von 696.500 Gas-Brennwertheizkesseln in einem Kalenderjahr in Deutschland im Jahr 2023 in das Ranking, schiebt sich Deutschland mit 8,2 nur zwischen Italien und Spanien auf Platz 3 vor. Gemessen an der damaligen Aufregung über den hohen Absatz ist es im Vergleich zu anderen Ländern dann insbesondere: Aufregung.

Teilweise noch erheblicher Zubau

Vergleicht man den Feldbestand jeweils zum Jahresende zwischen 2017 und 2023, gab es für die Niederland innerhalb der Gruppe der Länder mit hoher Pro-Kopf-Verbreitung mit −5,4 % (−376.000 Geräte) den einzigen Rückgang. Es folgen das Vereinigte Königreich mit (+1,1 % bzw. 254.000 Geräte), Spanien (+1,3 % bzw. 101.000 Geräte), Italien (+2,5 % bzw. 440.000 Geräte), Deutschland (+4,5 % bzw. 600.000 Geräte) und Frankreich (+6,8 % bzw. 743.000 Geräte). Mit einem Plus von 28,5 % bzw. 2,8 Mio. Geräten gab es den größten Zuwachs in der Türkei.

Für die unterschiedlichen Entwicklungen und Marktaktivitäten wird es diverse Gründe und Effekte geben. Was gut zu sehen ist: die aktuelle Gas-Beschaffung sowie die Dekarbonisierung der mit Gas beheizten Gebäude ist nicht nur in Deutschland eine große Aufgabe. Man darf somit gespannt beobachten, welche Wege andere Länder einschlagen.

Recht einsam an der Spitze liegt Deutschland hingegen bei Öl-Heizungen mit einem Feldbestand von 5,0 Mio. Geräte zum Jahresende 2023. Es folgen Frankreich mit 2,6 Mio. Geräten und Italien mit 1,9 Mio. Geräten. ■
Quelle: EHI, eigene Berechnungen und Überlegungen / jv

Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten

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