ZVSHK
Die Bundesregierung will, dass mehr elektrisch geheizt wird, und streitet gleichzeitig über die Stromsteuer. „Das passt nicht zusammen“, sagt ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Daniel Föst. Er fordert Entlastungen bei Stromsteuer und Netzentgelten, denn die beste Technik hilft wenig, wenn der Kunde sie nicht bezahlen kann.
„Wir diskutieren in Deutschland seit Jahren darüber, wie wir künftig heizen sollen. Welche Technologien sind sinnvoll? Welche gesetzlichen Vorgaben brauchen wir? Wie erreichen wir unsere Klimaziele? Alles wichtige Fragen. Aber eine kommt mir in der politischen Debatte nach wie vor zu kurz: Wer soll das eigentlich alles bezahlen?
Unsere SHK-Betriebe erleben jeden Tag, wie schwierig diese Frage für viele Menschen geworden ist. Eine neue Heizungsanlage ist eine erhebliche Investition. Da geht es schnell um mehrere Zehntausend Euro. Und damit ist es nicht getan. Entscheidend ist auch, was die Anlage in den nächsten 15 oder 20 Jahren im Betrieb kostet. Genau deshalb ärgert mich die aktuelle Strompreisdebatte.
Die Bundesregierung will, dass mehr Menschen elektrisch heizen. Gleichzeitig streitet sie darüber, ob und wann die Stromsteuer auch für private Haushalte gesenkt werden kann. Das passt nicht zusammen. Wer die Wärmepumpe voranbringen will, muss dafür sorgen, dass ihr Betrieb wirtschaftlich attraktiv ist. Und zwar dauerhaft, nicht nur mit einem Zuschuss beim Einbau.
Deshalb muss die Stromsteuer für private Haushalte auf das europäische Mindestmaß sinken. Und auch bei den Netzentgelten brauchen wir weitere Entlastungen. Wer seine Wärmepumpe so betreibt, dass sie das Stromnetz entlastet, sollte davon finanziell profitieren. Die Möglichkeiten dafür gibt es bereits. Sie müssen nur einfacher und für die Kunden attraktiver werden.
Natürlich kostet das Geld. Aber es kostet eben auch Geld, wenn notwendige Investitionen ausbleiben, weil die Menschen sie sich nicht leisten können oder Angst vor den laufenden Kosten haben. Dabei geht es mir nicht darum, eine Heiztechnik gegen eine andere auszuspielen. Technologieoffenheit ist richtig. Aber sie muss sich auch im Geldbeutel der Verbraucher bewähren. Die beste technische Lösung hilft wenig, wenn der Kunde sie nicht bezahlen kann.
Wir haben in Deutschland leistungsfähige Heiztechnik und qualifizierte Fachbetriebe. Was wir nicht haben, ist unbegrenzt Geld. Weder in den öffentlichen Haushalten noch bei den Hauseigentümern. Deshalb müssen wir bei der Wärmewende stärker über Wirtschaftlichkeit reden. Über bezahlbare Energie. Über Investitionskosten. Und darüber, wie wir mit begrenzten Mitteln möglichst viel CO2 einsparen können.“
Daniel Föst ist Hauptgeschäftsführer des ZVSHK