Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
Wärmewende

Großwärmepumpen: Un­ab­hän­gig­keit und De­kar­bo­ni­sie­rung

Mehr als 350 Vertreter aus Industrie, Energiewirtschaft und Kommunen haben beim Deutschen Großwärmepumpen-Kongress des BWP über die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Wirtschaftlichkeit und die Finanzierung von Großwärmepumpenprojekten beraten.

BWP

Mehr als 350 Vertreter aus Industrie, Energiewirtschaft und Kommunen haben beim Deutschen Großwärmepumpen-Kongress des BWP über die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Wirtschaftlichkeit und die Finanzierung von Großwärmepumpenprojekten beraten.

Mehr als 350 Vertreter aus Industrie, Energiewirtschaft und Kommunen diskutierten beim Deutschen Großwärmepumpen-Kongress des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) über rechtliche Rahmenbedingungen, Wirtschaftlichkeit und Finanzierung von Großwärmepumpenprojekten.

Der Verband fordert Fortschritte bei Strompreisen, Genehmigungsprozessen und einem verlässlichen Pfad beim CO2-Preis, um Investitionen zu fördern.

BWP-Vorstandsvorsitzender Claus Fest betont die Notwendigkeit der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung für die Unabhängigkeit Deutschlands von Energieimporten. Er verweist auf geopolitische Spannungen und deren Auswirkungen auf Energiepreise und Versorgungssicherheit. Eine von fossilen Energien unabhängige Infrastruktur sei aus Resilienz-Gesichtspunkten geboten.

Kritik am Gebäudemodernisierungsgesetz

Fest kritisiert den aktuellen Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG). Er meint, das Gesetz sei zu kurz gefasst und schaffe eine Nachfrage nach erneuerbaren Gasen, die weder in ausreichender Menge noch bezahlbar zur Verfügung stehen. Dies könne fossile Abhängigkeiten verstetigen, statt sie zu reduzieren.

Anreize zur Elektrifizierung gefordert

Der BWP fordert konsequente Anreize zur Elektrifizierung über Energiepreise, einen planbaren CO2-Preis und stabile Förderprogramme wie die Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG) und die Bundesförderung Effiziente Wärmenetze (BEW). Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze, die für Großwärmepumpen-Projekte wichtig ist, muss stabil und praxisnah gestaltet werden. Bürokratische Hürden bei Förderanträgen und Genehmigungsprozessen müssen abgebaut werden.

Erfolgreiche Projekte in der Praxis

Die Technik der Großwärmepumpen findet bereits vielfältige Anwendung. Beispiele aus Berlin zeigen die Potenziale:

  • Berlin-Schöneweide: Eine Großwärmepumpen-Anlage speist Wärme aus Spreewasser in das Netz des Fernwärmenetzbetreibers BTB ein.
  • Berlin-Spandau (Heizkraftwerk Reuter-West): Eine 75-MW-Großwärmepumpenanlage wird ab 2027 Abwasserwärme nutzen, um die Wärmeerzeugung zu ergänzen. Die Inbetriebnahme erfolgt durch den Fernwärmeversorger BEW.
  • Dockyard Berlin: Ein Bürokomplex nutzt ein neues Energiekonzept mit Großwärmepumpen, Eisspeicher, PVT-/PV-Anlagen, Geothermie und Umgebungsluft. Wärme wird saisonal gespeichert und der Eisspeicher unterstützt im Sommer die Kühlung.
  • Humboldt-Forum Berlin: Unter dem Schlossplatz versorgen 115 Erdwärmesonden und 91 Energiepfähle das Gebäude mittels Wärmepumpen mit Wärme und Kälte. Der Untergrund dient als saisonaler Speicher.
  • Berlin-Lichtenberg (Möbelhaus): Eine Wärmepumpe gewinnt im Winter Wärme aus Abwasser und führt im Sommer überschüssige Gebäudewärme dorthin ab.

Flexible Technologie mit breitem Anwendungsspektrum

Das Vortragsprogramm des Kongresses konzentrierte sich auf die Praxis, insbesondere auf die Wirtschaftlichkeit von Großwärmepumpen sowie auf Finanzierungs- und Investitionsmodelle für Großprojekte. Erstmals stand auch der Roll-out von modularen Anlagen im Fokus. Diese werden einschließlich Hydraulik und Steuerung werksseitig montiert und beispielsweise in Containerform geliefert, was einen schnellen Anschluss vor Ort ermöglicht.

Die Zuverlässigkeit von Großwärmepumpen zeigt sich am Beispiel einer Anlage im schwedischen Göteborg. Diese wurde 1984 gebaut und durch ein umfassendes Retrofit für weitere 15 Betriebsjahre ertüchtigt. ■
Quelle: BWP / fl