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Lüftung in Gebäudetyp E

Normen können zur Dispo­sition stehen, die Bau­physik nicht

Bild 1 Dezentrale Lüftung lässt ist optisch so gut in die Fassade integriert, dass sie erst auf den zweiten Blick erkennbar wird.

Lunos Lüftungstechnik

Bild 1 Dezentrale Lüftung lässt ist optisch so gut in die Fassade integriert, dass sie erst auf den zweiten Blick erkennbar wird.

Der Artikel kompakt zusammengefasst

  • Der Gebäudetyp E steht für die Konzentration auf das Wesentliche, also das, was ein Gebäude tatsächlich braucht. Der Luftaustausch gehört zwingend dazu.
  • Wie eine ausreichende Belüftung realisiert werden kann, hängt individuell vom jeweiligen Gebäude ab. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viel Technik einzubauen, sondern eine Lösung zu wählen, die die erforderliche Funktion mit einem geringen baulichen Aufwand sicherstellt.

Das Gebäudetyp-E-Konzept erlaubt den Verzicht auf einzelne Normen – nicht aber auf den notwendigen Luftaustausch. Warum Fensterlüftung hierfür nicht ausreicht und welche Lösungen sich wirtschaftlich umsetzen lassen.

Angesichts der regionalen Wohnungsnot in Deutschland muss das Bauen einfacher, schneller und kostengünstiger werden. Eine Antwort darauf ist der Gebäudetyp E. Das „E“ steht für „einfaches Bauen“. Gemeint ist damit keine bestimmte Konstruktionsweise, sondern ein Ansatz für Planung und Ausführung.

Statt das technisch Machbare umzusetzen, soll lediglich das Notwendige realisiert werden. Wesentliche Schutzziele wie Standsicherheit und Brandschutz bleiben natürlich bestehen. Doch Ausstattungsmerkmale, die vor allem dem Komfort dienen, können entfallen. Für die Planenden bedeutet das mehr Entscheidungsfreiheit, aber auch die Notwendigkeit, genau hinzuschauen, was wirklich nötig ist.

Allerdings bedeutet der Verzicht auf einzelne Normen nicht, dass die bauphysikalischen Anforderungen vernachlässigt werden dürfen. Im Gegenteil: Sie müssen weiterhin erfüllt sein. Ein Beispiel hierfür ist der Luftaustausch. Er gehört zu den grundlegenden Funktionen eines Gebäudes, ist jedoch bei modernen, luftdicht ausgeführten Bauten nicht mehr selbstverständlich.

Ohne ausreichenden Luftwechsel nimmt durch die Nutzung die Raumluftfeuchte innerhalb weniger Stunden zu. Wird sie nicht kontinuierlich (oder bedarfsgerecht diskontinuierlich) abgeführt, steigt das Risiko für Schimmelbildung. Allein auf die Fensterlüftung zu setzen, ist allerdings keine zuverlässige Lösung. Sie hängt vom Nutzerverhalten ab und müsste in dicht ausgeführten Wohnungen ca. alle zwei bis drei Stunden erfolgen.

Bild 2 Die Lüftungselemente lassen sich mit wenigen Handgriffen installieren.

Lunos Lüftungstechnik

Bild 2 Die Lüftungselemente lassen sich mit wenigen Handgriffen installieren.

Vom Feuchteschutz zur passenden Lüftungslösung

Doch wie lässt sich feststellen, wie viel Luft ein Gebäude tatsächlich benötigt und welche Lösung dafür geeignet ist? DIN 1946-6 beschreibt ein Verfahren zur Ermittlung der erforderlichen Luftvolumenströme. Dabei wird zunächst geprüft, ob der notwendige Luftwechsel auf natürliche Weise über die Gebäudehülle sichergestellt werden kann. Reicht dies nicht aus, sind technische Maßnahmen erforderlich. In diesem Zusammenhang legt die Norm keine bestimmte Lösung fest, sondern berücksichtigt sowohl freie als auch ventilatorgestützte Lüftungssysteme. Welche Variante in der jeweiligen Situation die bessere Wahl ist, hängt von der individuellen Bausituation ab.

Der Grundriss bestimmt die Lösung

Zentrale Lüftungsanlagen verteilen die Luft über ein Kanalnetz im gesamten Gebäude bzw. der zugeordneten Zone (Wohneinheit) und kommen mit nur zwei Außenwanddurchführungen aus. Das kann beispielsweise bei innenliegenden Räumen ohne eigene Außenwand oder bei hohen Anforderungen an die Fassadengestaltung von Vorteil sein.

Dezentrale Geräte werden dagegen direkt in der Außenwand des jeweiligen Raums installiert. Eine zusätzliche Kanalführung innerhalb des Gebäudes ist nicht erforderlich. In der Regel genügt eine Kernbohrung pro Raum; zusätzliche Schächte oder Luftleitungen innerhalb des Gebäudes entfallen. Das reduziert den Koordinationsaufwand mit anderen Gewerken und begrenzt zugleich den baulichen Eingriff. Anders als bei einem zentralen System müssen keine Kanaltrassen durch das Gebäude geführt und bei der Planung berücksichtigt werden. Auch die Auswirkungen auf die Fassadengestaltung bleiben auf die einzelnen Gerätedurchbrüche beschränkt.

Bild 3 Bei der kontrollierten Wohnraumlüftung gehört dezentrale Systeme zu den effizientesten Lösungen.

Lunos Lüftungstechnik

Bild 3 Bei der kontrollierten Wohnraumlüftung gehört dezentrale Systeme zu den effizientesten Lösungen.

Wärmerückgewinnung

Damit die Lüftung nicht zulasten der Energieeffizienz geht, arbeiten viele dezentrale Systeme mit Wärmerückgewinnung. Ein Beispiel ist das System Lunos e²kurz, das einen Wärmerückgewinnungsgrad von über 90 % erreicht. Es lässt sich bereits ab einer Wandstärke von 200 mm einbauen. Die Zuluft wird vorgewärmt in den Raum geführt, ohne dass dafür ein zentrales Verteilnetz erforderlich ist. Hier ist ein wesentlicher Gedanke des Planungstyps E praktisch umgesetzt: Den technischen und baulichen Aufwand so weit wie möglich zu reduzieren und dabei den maximalen Nutzen zu erzielen. Zwar kann das im ersten Moment einen hohen Planungsaufwand bedeuten, dieser macht sich jedoch durch eine reduzierte Bauzeit und geringere Kosten bezahlt. Dipl.-Ing. Claudia El Ahwany ■

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Kontakt
Lunos Lüftungstechnik
14612 Falkensee
Telefon (0 30) 362 00 10
info@lunos.de
www.lunos.de

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